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Beiträge mit dem Schlagwort 'Winter'

Winterbäume

Winterbaum
Winterbaum

Was machen Bäume im Winter, wurde ich heute von Sohnemann gefragt, weil er schon gar nicht mehr wusste was er fragen soll. ;-)
Sie warten wohl auch auf den Frühling!

Bei den milden Temperaturen werden sie wahrscheinlich schon sehr bald erste Knospen austreiben. Für den Fall dass es doch noch kalt wird sind sie gerüstet. Die abgefallenen Blätter bilden am Boden eine warme Decke, die Rinde schützt mit ihren vielen Kammern vor Eiseskälte und manche Bäume bilden sogar eine Art Frostschutzmittel aus Zucker und Eiweiß.
Auch das nehmen wir Menschen uns zu Nutze. In Kanada zum Beispiel, ritzt man bei frostiger Kälte die Rinde von Ahornbäumen an und gewinnt so den Ahornsirup.

Man läßt den Winter sich noch gefallen.
Man glaubt, sich freier auszubreiten,
wenn die Bäume so geisterhaft,
so durchsichtig vor uns stehen.
Sie sind nicht, aber sie decken auch nichts zu.

Goethe

Heiligen Drei Könige

Mit diesem kirchlichen Festtag ist die Weihnachtszeit beendet. Heute wird der Weihnachtsbaum aus der Wohnung entfernt und sonstige Dekoration wieder sorgfältig verpackt…

Ob es nun wirklich Könige waren oder wieviel “Weise” das Fest der Erscheinung Christi begründen ist unklar. Auf die Zahl “drei” kommt man, wenn man sich an den Geschenken an das Christuskind orientiert - Gold, Weihrauch und Myrrhe. Die Namen leiten sich vom christlichen Segensspruch “Christus mansionem benedicat” ab - Caspar, Melchior und Balthasar.
Mehr Wissenswertes dazu gibt es auf den Seiten von Wikipedia zu lesen.

Die ganze Woche über waren die Sternsinger unterwegs. Sie verbreiten die Botschaft im Sinnbild der Heiligen Drei Könige und sammeln Spenden für einen guten Zweck bzw. für die Unterstützung der Entwicklungshilfe. Der Brauch des Sternsingens geht übrigens bereits auf das 16. Jahrhundert zurück.
Diesen Besuch versäume ich ungerne. Zum einen, weil ich lebendige Bräuche - nicht nur im kirchlichen Bereich - schön finde und zum anderen, weil mir das Jahr über der Segensschriftzug - 20*C+M+B+08 - an der Türe fehlen würde… der Stern von Bethlehem und die drei Kreuze für die Dreifaltigkeit.

Schifoan

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.. is des Leiwandste, was ma si nur vorstö’n kann (ist das Schönste, was man sich vorstellen kann) - ist ein Song von Wolfgang Ambros. Er singt im Wiener Dialekt - wir Kärntner würden es wohl anders ausdrücken, aber dasselbe meinen.

Schifahren ist DER Volkssport der Österreicher. Zumindest kenne ich das so aus meiner Jugend. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, als mir meine ersten Schi angeschnallt wurden. Wahrscheinlich noch bevor ich richtig laufen konnte. Meine ersten Schischuhe habe ich übrigens noch immer. Sie sind aus schwarzem Leder mit roten Schuhbändern. Keine Schnallen, kein geschäumtes Innenfutter. Die Schier waren aus Holz, damals den neuesten Technologien entsprechend. Der einzige Wunsch von mir war, dass sie gut gewachst sind.
Aber das Schifahren machte Spaß - obwohl es vor der Haustüre keinen Schlepplift gab, auch keinen Sessellift. Nein, es war ein damals unverbauter Hügel, den wir Kinder brav hinaufbrettelten und mit ungeheurer Freude herunterfuhren. Stundenlang, unermüdlich.

Heutzutage ist das anders. Die Kinder können gar nicht mehr “bretteln”, weil die Schischuhe starr und schwer sind. Eltern können es sich kaum noch leisten, einen Familientag auf der Piste zu verbrigen. In einigen Schigebieten schiebt man für eine Familie mit zwei Kindern gut und gerne weit über 100 Euro über den Kassentisch - Jause, Mittagessen natürlich nicht inbegriffen. Und das geht klarerweise auch nur, wenn man vorher diese 100 Euro mal 10 in die Ausrüstung investiert hat. Schi, Stöcke, Schianzug, Helm, Brille, Handschuhe, Unterwäche etc… Kinder von heute wollen “up to date” sein, aber auch ohne Markenartikel kommt man nicht billig (= in diesem Falle günstig) weg.

Schade drum - schade, dass heutzutage nicht alle Kinder diesen besonderen Spaß im Winter erleben dürfen - ein bisschen Freiheit, ein bisschen Wagemut, ein bisschen mehr ungezwungene Kindheit, die man sich bis ins Alter erhält. Auch mir macht es noch Rießenspaß mit den Schiern einen Hang zu bezwingen - abwärts versteht sich, rauf bevorzuge ich auch einen Lift.

Zwischen den Jahren

Die zwölf Tage zwischen dem Christtag und Heiligen Dreikönige umgibt mancherlei Brauchtum und Aberglaube - zählen sie doch zu den dunkelsten Tagen im Jahr. Die “Zwölften” wurden beim Übergang vom Mondjahr mit 354 Tagen zum Sonnenjahr mit 366 Tagen eingefügt und somit der Christtag und die Erscheinung des Herrn getrennt. Die Kirche wusste somit die Weihnachtsfeiern auf diese Tage beschränkt.
Im Alltag herrscht Waschverbot (Körper und Wäsche) und Kehrverbot von Mist. Wer sich daran nicht hält bekommt Läuse!? Außerdem sollte man sich an das Spinnverbot halten, sonst erscheint die Percht (hier in der Form der Frau Holle).
Am besten ist es ohnehin, diese Zeit ruhig in den Häusern zu verbringen, treiben sich doch draußen Schimmelreiter und Werwölfe herum. Die wilde Jagd ist eröffnet…
Ansonsten ist es eine Zeit der Orakel, die heute noch gerne am Silvesterabend Bedeutung findet. Zum Beispiel in Form von Bleigießen oder ähnlichem.

Die Zwölften sind auch weitläufig als Rau(c)hnächte bekannt. Obwohl sich hier auch der 21. Dezember, der Thomastag, dazugesellt. Besonders an den Vorabenden hoher Feste - also Weihnachten, Dreikönig aber auch zu Neujahr - werden Wohnräume und Ställe geräuchert. Das Verbrennen von Harzen oder auch Heilpflanzen setzt deren Aromen frei und verscheucht Dämonen oder andere böse Geister.

Zur Feier des Ende der Zwölften werden mancherorts Perchtenumzüge abgehalten. Ansonsten geht man dazu über, sich auf den Frühling zu freuen. Der könnte heuer jedoch auf sich warten lassen. Es heißt doch “Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee”. Weiße Weihnachten hatten wir nicht.

Zwei Kerzen

Das zweite Adventwochenende ist wieder schneller vorbei als mir lieb ist. Noch 14 Tage bis Weihnachten, noch 22 Tage in diesem Jahr - und dann darf man wieder eine Bilanz ziehen für ein Jahr, das wie immer voller Höhen und Tiefen war.

Immer ein Lichtlein mehr

Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
dass er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!

Matthias Claudius

Knecht Ruprecht

Von drauß´, vom Walde komm´ ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr.
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein blitzen.
Und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.
Und wie ich so strolcht´ durch den finstern Tann,
da rief´s mich mit heller Stimme an:

"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
Alte und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn:
und morgen flieg´ ich hinab zur Erden,
denn es soll wieder Weihnachten werden!"

Ich sprach: "O lieber Herre Christ,
meine Reise bald zu Ende ist.
Ich soll nur noch in diese Stadt,
wo´s eitel gute Kinder hat."

"Hast denn das Säcklein auch bei dir ?"
Ich sprach : "Das Säcklein, das ist hier;
denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
essen fromme Kinder gern."

"Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
doch für die Kinder, nur die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten."

Christkindlein sprach : "So ist es recht,
so geh mit Gott mein treuer Knecht."
Von drauß, vom Walde komm´ ich her;
ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr.
Nun sprecht, wie ich`s hierinnen find!
Sind`s gute Kind, sind´s böse Kind?

Theodor Storm

Der Nikolaus, wie er in unserer Gegend die Kinderherzen erfreut, kam traditionellerweise schon gestern - ohne Krampus versteht sich. Die sahen wir am Wochenende bei diversen Krampusläufen….

Die Bräuche sind von Region zu Region und christlichen Glaubensvorstellungen verschieden, einen kleinen Überblick gab es schon voriges Jahr in diesem Blog. Zur Nachlese Who is who.

Im Schnee

So richtige “Im-Schnee-Gefühle” kommen zwar heute noch nicht auf, aber die ersten Flocken des Winters zeigen sich nun auch bei uns.

Im Schnee

Wie naht das finster türmende
Gewölk so schwarz und schwer!
Wie jagt der Wind, der stürmende,
Das Schneegestöber her!

Verschwunden ist die blühende
Und grüne Weltgestalt;
Es eilt der Fuss, der fliehende,
Im Schneefeld nass und kalt.

Wohl dem, der nun zufrieden ist
Und innerlich sich kennt!
Dem warm ein Herz beschieden ist,
Das heimlich loht und brennt!

Wo, traulich sich dran schmiegend, es
Die wache Seele schürt,
Ein perlend, nie versiegendes
Gedankenbrauwerk rührt!

Gottfried Keller

Es scheint ein gemütlicher Lesesonntag zu werden. ;-))

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  • Zufallszitat

Der Aberglaub', in dem wir aufgewachsen,
Verliert, auch wenn wir ihn erkennen, darum
Doch seine Macht nicht über uns. - Es sind
Nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten.
Gotthold E. Lessing
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