Beiträge mit dem Schlagwort 'Sage'

Elfen - Elben

Wir können uns nur schwer vorstellen, welche Rolle der Glaube an Elfen bzw. Elben in ländlichen Gemeinden vor Beginn der Industrialisierung, eines modernen Erziehungswesen und einer modernen medizinischen Versorgung spielte. Die romantische Betrachtungsweise oder die Verniedlichung in Kinderbüchern haben Elfen, Feen, Heinzelmännchen, Kobolde und Zwerge zu dümmlichen Klischees verkümmern zu lassen.

Vor zweihundert Jahren allerdings glaubten die Bauern noch nahezu ausnahmslos an eine Gattung körperlicher Wesen, bei denen es sich um keine Menschen oder Tiere handelte. Sie waren sichtbar oder unsichtbar, wie es ihnen beliebte, konnten fliegen, ihre Gestalt verändern, Zauberformeln sprechen. Sie wurden steinalt, waren vielleicht sogar unsterblich. Sie lebten unter der Erde, im Wasser, in Wäldern. Zuweilen waren sie dem Menschen wohlgesinnt, verhalfen ihm zu Wohlstand und lehrten ihn gar bestimmte Fertigkeiten. Es konnte aber auch geschehen, dass sie dem Menschen Schaden zufügten.
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Wörthersee Mandl

Wenn man spätabends mit dem Boot den Wörthersee an der “Schwarzen Wand” durchstreift, hört man - so man will - leise Glocken läuten. Eine Sage gibt eine Erklärung dafür:

053.jpgSie erzählt, dass vor vielen Hunderten von Jahren eben an dieser Stelle prunkvolle Häuser standen. Die Bewohner waren reich, aber Reichtum erzeugt auch Übermut und Leichtsinn. Die strengen Sitten wurden missachtet, das Leben bestand allein aus Gelagen und Völlerei.
So geschah es, dass am Vorabend des Ostersonntags die ermahnenden Glocken nicht beachtet wurden. Die Menschen feierten ausgelassen weiter bis sich die Tür öffnete und ein kleines, ergrautes Männchen im Tanzsaal erschien: “Oh, ihr Schwelger, wisst ihr nicht, welche Feier wir morgen begehen? Kehret heim, ehe die Stunde der Buße verrinnt und die Strafe euch erreicht!”
Die Gesellschaft lachte ihn aus und füllte die Weinbecher erneut, sie tanzten ausgelassen durch den Saal.
Kurz vor Mitternacht erschien der Alte ein weiteres Mal. Unter seinem Arm hielt er ein kleines Fässchen. Seine Mahnung brachte im wieder nur Gelächter.
Da schlägt es Mitternacht, alle Lichter erlöschten, die Mauern erzitterten, Regen stürzte hernieder und ein furchtbares Gewitter brach los. Aus dem Fässchen des Alten entströmten endlose Wassermassen. Sie überfluteten die Räume, die ganze Stadt, die ganze Gegend und ertränkten deren Bewohner.
So entstand der Wörthersee.
In seinen Tiefen hausen von nun an furchterregende Wasserschlagen und große Fische in Palästen und Kirchen, deren Glocken nicht verstummen wollen.

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  • Manche Leute sind gerade noch aufgeklärt genug, um an Gespenster nicht zu glauben, aber immerhin in Zweifel, ob nicht vor hundert Jahren noch welche existiert haben.
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