Beiträge mit dem Schlagwort 'Roman'

Die Geschichte der Liebe

Roman von Nicole Krauss

Geschichte der Liebe
Buchcover Amazon

Dieser Titel weckt meine Neugier nicht sonderlich, mein Mann hat das Buch gekauft und nach wenigen Seiten weggelegt. Sein Fall ist es nicht - vielleicht aber meiner?

Ja, war es - obwohl gerade der Anfang ziemlich verworren ist und doch ein wenig Konzentration erfordert. Die Autorin springt ohne Übergang zwischen drei Geschichten hin und her, die sich offenbar am Ende zusammenfügen sollen …
Es ist kein Buch, in dem man hin und wieder ein paar Seiten liest - einerseits fesselt dieser ungewöhnliche Aufbau und andererseits fesseln die Erzählungen der Figuren. Zugleich lustig, traurig, nachdenklich stimmend - so gesehen passt der Titel perfekt!

Im Mittelpunkt steht ein altes Manuskript, dass Leo Gursky in Polen für seine große Jungendliebe Alma geschrieben hat.
Alma emigriert nach New York, wohin er ebenfalls in den Kriegswirren flieht. Seine Liebe ist allerdings vergeben, vergessen wird er sie nie. Er lebt als alter einsamer Mann in New York, bereitet sich auf seine Weise auf das Sterben vor und ahnt nicht, dass dieses Manuskript Liebesbande gewoben hat. Das Mädchen Alma - nach der Hauptfigur der Geschichte der Liebe genannt - ist auf der Suche nach ihm …

Die ersten Sätze:
Wenn sie meinen Nachruf schreiben. Morgen. Oder am Tag darauf. Wird es heißen: Leo Gursky hinterlässt eine Wohnung voller Schrott. Ich wundere mich, dass ich hier nicht längst lebendig begraben bin …

Die Druidin

Die Druidin, Birgit Jaeckel

Süddeutschland, 120 v.Chr. - die Zeit der Kelten;
Talia wächst bei ihrer Ziehmutter in der Druidenschule auf, wo sie zunächst als Heilerin ausgebildet werden soll. Als jedoch ihre Kräfte als “Seelenwächterin” entdeckt werden, schwebt sie in großer Gefahr und flieht in die Nähe ihres einflussreichen Vaters, obwohl sie keineswegs ahnen kann, ob der Fürst sie in seine Sippe aufnimmt. Angeblich hatte er befohlen, sie als Kind töten zu lassen.
Sie geht ihren Weg, der sie durch Intrigen und Machtspielereien, durch Liebe und Verrat führen sollte bis hin zur Erkenntnis, ob ihre Fähigkeit eine Gabe oder ein Fluch ist.

Diese Geschichte ist von der ersten Seite des Buchs an sehr spannend zu lesen. Birigt Jaeckel versteht es, die Zeit zurückzudrehen und gestaltet ihren Roman und die Personen damit lebendig…. obwohl dies kein historischer Roman ist, sondern eine reine Fantasiegeschichte - auch wenn die alten Orts- und Lanschaftsbezeichnungen sowie die Stämme der Kelten genannt sind.

Viele Worte über diesen Lesestoff will ich gar nicht verlieren - selber lesen, ich kann es empfehlen! ;-)

Tod und Teufel

Tod und Teufel
Tod und Teufel

Dieser Roman von Frank Schätzing war heuer mein Strandbegleiter, den ich für diese Zwecke heiß empfehlen kann.

Köln, 1260: der Tage- und Gelegenheitsdieb Jacop der Fuchs beobachtet den Mord am Dombaumeister Gerhard Morart. Allerdings wird auch er vom Mörder gesehen. Eine Hetzjagd durch das historische Köln nimmt seinen Lauf, die Jacops Freunde und Mitwisser in den Tod zieht. Mit Hilfe des Gelehrten Jaspar Rodenkirchen, der schönen Richmondis und ihrem Vater entflechtet sich eine mörderische Intrige der Patrizier gegen den Erzbischof …

Wer Köln kennt wird sich an den historischen Schauplätzen wohl fühlen, ansonsten ist es ein Roman und keinesfalls ein Geschichtsbuch, wodurch sich dieser Krimi locker und flüssig lesen lässt. Historische Hintergründe finden sich in Dialogen mit Jacop von minderen Stand und Bildung, demnach sind sie seicht und oberflächlich gehalten. Die mittelalterliche Gesellschaftsstruktur wird jedoch wunderbar beschrieben.

Übrigens: Meister Gerhard, der geniale Schöpfer des Kölner Doms stürzte tatsächlich vom Gerüst. Die Umstände ließen sich bis heute nicht klären.

Gut gegen Nordwind

Gut gegen Nordwind… Wochenendlektüre vom Feinsten!

Eine Geschichte, die eigentlich keine ist, das gesamte Buch besteht aus dem E-Mail-Verkehr zwischen Emmi Rothner und Leo Leike. Angefangen hat alles so harmlos, eine Irrläufermail, eine Antwort aus Höflichkeit, zwei Menschen, die sich rein schriftlich anziehend finden. Viel Gefühl im virtuellen Raum, das mit der Realität dieser beiden nicht vereinbar scheint. Kann man aber Virtualität und Realität so ohne weiteres trennen? Wäre ein Treffen die Erfüllung dieser Beziehung oder das Ende?
Daniel Glattauer schreibt mit viel Sprachwitz und fesselt wahrscheinlich gerade “Internet- und Mailboxbenützer” von Mail zu Mail. Aber ich denke dieser Stoff ist nicht nur für ebendiese Zielgruppe interessant und faszinierend.

Der Inhalt an sich ist ja mehr als zeitgemäß. Wenn man bedenkt wieviele Menschen sich über das Netz kennen und auch lieben lernen, wieviel Herzblut in die Virtualität, wieviel Gefühl in die Ungewissheit gesteckt wird, ist das schon erstaunlich - und mitunter auch nicht ungefährlich.
Im Gegenzug zerstört gerade dieses Netz voller geheimnisvoller Reize Ehen und Partnerschaften. Manchmal auch auf einer Ebene, der gegenüber man machtlos ist… buchstäblich.

Auch in meinem Bekanntenkreis gibt es Paare die sich über das Netz kennen gelernt haben und auch welche, die eindeutig durch das Netz getrennt wurden.
Selber habe ich in den letzten 9 Jahren natürlich auch schon einige Erfahrungen gemacht und in diesem Sinne sogar einige Experimente - aber das wäre ein anderes Thema.
Wenn ich schreiben könnte, würde ich doch glatt ein Buch darüber veröffentlichen. ;-)

Der Atem des Himmels

Der Atem des HimmelsWinter 1953/53 im Walsertal; ein ungewöhnlich warmer Winter, der erste Schneefall soll sich erst Mitte Januar einstellen. Ein Winter voller zwischenmenschlicher Beziehung in der Aufbruchsstimmung der Nachkriegszeit… eine Tragödie - menschlich und katastrophal. Der starke Schneefall bringt in nur zwei Tagen Naturgewalten mit sich, die mehr als 80 Menschenleben mitreißen; ein ganzes Dorf ist unter Lawinen begraben.

Reinhold Bilgeri, den ich bisher eher als Austropopper, denn als Schreiber kannte, schreibt Lokalchronik und Liebesgeschichte in feinster, berührender Sprache zugleich…. zudem ein mahnender Beitrag an unsere Umweltsünden des letzten Jahrhunderts.

Absolut empfehlenswert!

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