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Beiträge mit dem Schlagwort 'Poesie'

Die schönste Zeit

Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Da grünt und blüht weit und breit
Im goldnen Sonnenschein.
Am Berghang schmilzt der letzte Schnee,
Das Bächlein rauscht zu Tal,
Es grünt die Saat, es blinkt der See
Im Frühlingsssonnenstrahl.
Die Lerchen singen überall,
Die Amsel schlägt im Wald!
Nun kommt die liebe Nachtigall
Und auch der Kuckuck bald.
Nun jauchzet alles weit und breit,
Da stimmen froh wir ein:
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?

(Annette von Droste-Hülshoff, 1797-1848)

Tulpe

Weihnachtslied

Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
ein milder Stern herniederlacht;
vom Tannenwalde steigen Düfte
und hauchen durch die Winterlüfte
und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken
mich lieblich heimatlich verlocken
in märchenstille Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich wieder,
anbetend, staunend muss ich stehn;
es sinkt auf meine Augenlider
ein gloldner Kindertraum hernieder,
ich fühl´s, ein Wunder ist geschehn.

Theodor Storm

1. Advent

Die erste Adventwoche bricht an - kaum zu glauben.

Der erste Advent bedeutet im christlichen Glauben Wiederkunft Christe am Jüngsten Tag.

Historisch bekannt ist es, dass die Adventzeit zum ersten Mal im 5. Jahrhundert bewusst und dokumentierbar zelebriert wurde. Der Ursprung scheint im Gebiet rund ums italienische Ravenna zu liegen.

Früher galt die die Zeit zwischen dem viertletzten Sonntag vor dem Christtag und demselbigen als Fasten- und Bußzeit, in der nicht weltlich gefeiert werden durfte. Der Tanz sowie das Heiraten beispielsweise waren strengstens untersagt. Es war und ist die Zeit der inneren Einkehr. Adventkalender und Adventkranz gab es in der mittelalterlichen Zeit noch keinen. Diese wurden erst im 19. bzw. 20. Jahrhundert erfunden, um die Vorfreude auf Weihnachten zu steigern.
Diese Zeit fällt in unseren Breiten in die dunkle Jahreszeit mit den langen Nächten. Es ist also nicht verwunderlich, dass heidnische Bräuche durch die Kirche nicht verbannt, sondern nur abgewandelt wurden. Stellte man früher Lichter auf, um gute Geister einzuladen, so sah man es nun als Licht Christus, das Hoffnung geben soll.
Auch das Aufstellen von Krippen hat seinen Ursprung bereits in der mittelalterlichen Zeit. Franz von Assisi ist hier vielleicht einer der Begründer dieses Brauches. Er stellte eine Stallszene in einer Höhle nach, um damit dieses Geschehnis den Gläubigen nahe zu bringen. Da die Menschen nicht nach Bethlehem reisen konnten, bauten sie sich dieses Ereignis nach.

Seit langen Zeiten sind Frauen damit beschäftigt Gebäck zuzubereiten. Gewürze wie Anis oder Pfeffer waren in der mitteralterlichen Zeit sehr teuer und begehrt. Bis heute ist der Duft von Anisplätzchen oder Pfefferkuchen nicht mehr wegzudenken.
Es waren doch auch Wochen voller unheilbringener Mythen, die die Dunkelheit der langen Nächte, die eisigen Schneestürme und der tiefe Winter mit sich brachten. So wurden einerseits der Glaube und die Vorfreude jedes Jahr aufs Neuerliche durch zahlreiche Riten, die sich bis heute erhalten haben, bekundet - andererseits die Riten, die das Böse abwehren und das Gute anziehen soll beibehalten.

Advent

Lied im Advent

Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
daß er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!

Matthias Claudius (1740 - 1815)

Goethe, ein Dahlienfreund

Es ist bekannt, dass Goethe ein großer Pflanzenfreund war. Unzählige Gedichte und Zitate zeugen davon. Auch heute kann man in dieser Wortwahl seine herzliche Nähe zur Natur spüren. Er war nicht nur ihr Freund, sondern vertiefte sich in Naturwissenschaften, Botanik und Gartengestaltung.

Die Pflanze gleicht den eigensinnigen Menschen,
von denen man alles erhalten kann,
wenn man sie nach ihrer Art behandelt.
Ein ruhiger Blick
eine stille Konsequenz,
in jeder Jahreszeit,
in jeder Stunde
das ganz Gehörige tun,
wird vielleicht von niemand mehr
als vom Gärtner erwartet.

Um 1814 sollen er schon eine große Dahliensammlung in seinen Gärten gezogen haben. Veredelt und verbreitet hat diese Blume zu dieser Zeit Goethes Freund Dreyssig. Er soll 42 Arten benannt haben. Damals bezeichnete man Dahlien übrigens als Georginen.

Im Europapark in Klagenfurt gab es kürzlich eine große Dahlienausstellung. Große Beete voller Unterarten dieser vielfältigen Pflanze gab es zu bewundern. Ein Traum. Ich weiß zwar nicht, wie es heute aussieht, aber - ich denke es ist zwei, drei Wochen her - hatte ich ja rein zufällig meine Kamera mit - für das Internet hat z.B. Elke Crocoll eine schöne Auswahl mit Beschreibung bereit gestellt.

Dahlie

Dahlie

Dahlie

Dahlie

Überlass es der Zeit (Fontane)

geb. 30. Dezember 1819 in Neuruppin; gest. 20. September 1898 in Berlin; Apotheker, deutscher Schriftsteller; poetischer Realismus;

Überlaß es der Zeit

Erscheint Dir etwas unerhört,
bist Du tiefsten Herzens empört,
bäume nicht auf, versuch es nicht mit Streit,
berühr es nicht, überlaß es der Zeit.
Am ersten Tag wirst Du feige Dich schelten,
am zweiten läßt Du Dein Schweigen schon gelten,
am dritten hast Du es überwunden;
alles ist wichtig nur auf Stunden,
Ärger ist Zehrer und Lebensvergifter,
Zeit ist Balsam und Friedensstifter.

Schmetterling

So zart - so unnahbar.

Es gibt unzählige Zitate mit und über Schmetterlinge und auch hohe Dichter haben sich ihrer angenommen. Wem wundert´s? Ich nehme sie gerne als Motive für meine Fotografien - passen sie doch immer wieder mal auf Grußschreiben, Karten oder Einladungen. Nicht fehl in einem Fotoarchiv!

Über manche Zitate kann man trefflich philosophieren - sind sie subtil genug, um ständig übernommen zu werden? Bei manch einer Aussage, frage ich mich schon, wo denn nun die Tiefsinnigkeit liegt - vielleicht bin ich aber auch zu unsensibel, um es zu verstehen. Demgegenüber stehen ja immer noch die, die ich sehr wohl zu deuten weiß! ;-)

Schmetterling

Sie war ein Blümlein hübsch und fein,
Hell aufgeblüht im Sonnenschein.
Er war ein junger Schmetterling,
Der selig an der Blume hing.

Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm
Und nascht und säuselt da herum.
Oft kroch ein Käfer kribbelkrab
Am hübschen Blümlein auf und ab.

Ach Gott, wie das dem Schmetterling
So schmerzlich durch die Seele ging.

Doch was am meisten ihn entsetzt,
Das Allerschlimmste kam zuletzt.
ein alter Esel fraß die ganze
Von ihm so heiß geliebte Pflanze.

(Wilhelm Busch)

Schmetterling

Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling, Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muß man auch haben.

(Hans Christian Andersen)

Schmetterling

Was für die Raupe das Ende der Welt, ist für den Rest der Welt ein Schmetterling.

(Laotse)

Schmetterling

Das Glück, das glatt und schlüpfrig rollt,
tauscht in Sekunden seine Pfade,
ist heute mir, dir morgen hold
und treibt die Narren rund im Rade.

Laß fliehn, was sich nicht halten läßt,
den leichten Schmetterling laß schweben,
und halte dich nur selber fest;
Du hältst das Schicksal und das Leben.

(Ernst Moritz Arndt)

Jetzt wäre es nur noch fein zu wissen, wie diese Schmetterlinge heißen - davon habe ich keine Ahnung.

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