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Beiträge mit dem Schlagwort 'Poesie'

Mondnacht (Eichendorff)

Zum heutigen Vollmond ab 12:25:24 Uhr, so richtig “fühlbar” wird er erst gegen Abend. Aber man kann sich ja darauf einstimmen ;-)

Mondnacht

Es war, als hätt der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt.
Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus…

(Joseph Freiherr von Eichendorff)

Am Ostermorgen

Am Ostermorgen schwang die Lerche
sich auf aus irdischem Gebiet
und, schwebend überm stillen Pferche
der Hirten, sang sie dieses Lied:
Erwacht! Die Nacht entflieht.
Das Licht zerbricht
die Macht der Nacht;
erwacht ihr Lämmer all, erwacht,
auf feuchtem Rasen kniet!

Es ward von einem Osterlamme
getan für alle Welt genug,
das blutend an dem Kreuzesstamme
die Schuld der ganzen Herde trug.
Des Sieges Stunde schlug!
Das Grab, es gab
den Raub vom Staub
zurück; nun weidet grünes Laub,
ihr Lämmer fromm und klug!

Der Baum des Lebens, fluchbeladen,
stand abgestorben, dürr und tot.
Des Lammes Blut ihn mußte baden;
nun wird es blühend rosenrot.
Gewendet ist die Not!
O seht, her geht
der Hirt, der wird
die Herde weiden unverirrt
im neuen Morgenrot.

Friedrich Rückert, 1788-1866

Tulpen

045.jpgDie Tulpe stammt ursprünglich aus Mittelasien und wurde im 16. Jhdt. in Europa kultiviert. Im Mittelalter war es eine sehr wertvolle Pflanze, vergleichbar mit Edelsteinen. Sie kommt in einigen Sagen vor.
Ihren Reiz hat die Tulpe bis heute ja nicht verloren.
Über 150 Arten soll es von dieser Lilienart geben. Die meisten Zuchttulpen stammen aus Holland, wild wachsende habe ich noch nie gesehen oder nicht bemerkt.

Tulpen

ihr werdet gescholten
von sentimentalischen Kennern.
Aber ein lustiger Sinn wünscht
auch ein lustiges Blatt.

Im März

Es ist mir eben angethan,
Zwei schöne Augen sahn mich an,
Und in den süßen feuchten Schein
Blickt’ ich zu tief, zu tief hinein.
Mir schwirrt der Kopf, mir glühn die Wangen,
Und nun kommt draußen der Lenz gegangen
Ueber die Hügel, über den Fluß,
Die Schwalbe zwitschert ihren Gruß,
Die Wolken ziehn und zwischendrein
Fließet der lichte Sonnenschein,
Und aus dem klar vertieften Blau
Säuselt es linde, weht es lau,
Man meint, die Veilchen sind schon da.
Das ist ein sehnsuchtsvolles Weben,
Ein heimlich Locken und Leben
Allüberall, fern und nah.
Und du, mein Herz, wirst nie gescheidt,
Lässest so willig dich verführen,
Öffnest der Sehnsucht Thor und Thüren;
Von Liebes-Freud und Leid
Singest du Lieder,
Und bist so froh, bist ganz so thöricht wieder,
Als wie in deiner jungen Zeit.
Emanuel Geibel (1815-1884)

Der Frühling

Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde,
Die Tage kommen blütenreich und milde,
Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen
Vom Himmel abwärts, wo die Tag entstehen.
Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten
Wie eine Pracht, wo sich Feste verbreiten,
Der Menschen Tätigkeit beginnt mit neuem Ziele,
So sind die Zeichen in der Welt, der Wunder viele.

Friedrich Hölderlin

044.jpgSo ganz stimmen diese Zeilen nicht mehr. Es blüht viel mehr schon im Winter, im Frühling könnte es leicht passieren, dass der Schnee die zarten Knospen und Pfänzchen erstickt.
Was für ein Februar und Märzanfang - immerhin noch kein Frühling dem Kalender nach. Es ist trocken und warm, kein Schnee, der schmelzen könnte. Auf die Jahreszeiten ist kein Verlass mehr!

Morgen soll es übrigens in Kärnten bis in die Täler schneien. Auch in Klagenfurt.

Frühling

Primel
Frühlingsbote Primel

Zwar dauert es laut Kalender noch ein wenig bis der Frühling beginnt, aber gefühlsmäßig ist er eindeutig schon da. Die Sonne wärmt schon kräftig, die ersten Frühlingsboten der Fauna und Flora haben sich schon längst gezeigt. Aufgrund der vermehrten Lichtintensität fühlt man sich allgemein frischer und unternehmungslustiger.

Nichts kann solche Frühlingsgefühle besser umschreiben als die Poesie:

Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Da grünt und blüht es weit und breit
Im goldnen Sonnenschein.
Am Berghang schmilzt der letzte Schnee,
Das Bächlein rauscht zu Tal,
Es grünt die Saat, es blinkt der See
Im Frühlingssonnenstrahl.
Die Lerchen singen überall,
Die Amsel schlägt im Wald!
Nun kommt die liebe Nachtigall
Und auch der Kuckuck bald.
Nun jauchzet alles weit und breit,
Da stimmen froh wir ein:
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?

Annette von Droste-Hülshoff, 1797-1848

Spinne und Seele

000

Wie die Spinne, die in der Mitte ihres Gewebes sitzt, es merkt, sobald eine Fliege einen Faden ihres Gewebes zerstört und daher schnell dorthin läuft, als wenn sie sich über die Zerstörung ihres Fadens grämte, so eilt die Seele des Menschen wenn ein Teil seines Körpers verletzt ist, schnell dorthin, als ob sie durch die Verletzung des Körpers gekränkt sei, mit dem dem sie fest in einem bestimmten Verhältnis verbunden ist.

Heraklit, 535–475 v.Chr., griechischer Philosoph

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