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Beiträge mit dem Schlagwort 'Kochen'

Kürbisrisotto

Kürbisse sind nicht nur nett anzusehen und im Herbst sehr dekorativ, sie schmecken auch gut und sind recht gesund - sofern es sich nicht um Zierkürbisse handelt ;-)

Risotto mit Hokkaidokürbis
für 4 ordentliche Portionen als Hauptgang

500 g Rundkornreis (Risotto)
400 g gewürfeltes Kürbisfleisch
150 g geriebenen Parmesan
1/8 L trockener Weißwein
1/2 L (mehr oder weniger) Gemüsesuppe (auch Instant)
ein wenig flüssige Sahne
1 gewürfelte Zwiebel
2 EL Butter
1 Msp. Kümmel
1 Msp. Muskat
Salz, weißer Pfeffer

Die Zwiebelwürfel werden in der Hälfte der Butter leicht braun geröstet, die Kürbiswürfel dazugeben, kurz mitrösten, den Reis ebenfalls beimengen und durchschwenken. Mit Weißwein ablöschen und soviel Gemüsesuppe aufgießen, dass der Reis bedeckt ist - die Gewürze beifügen. Oft! umrühren, Gemüsesuppe immer wieder nachgießen - bis der Risotto bissfest, aber schön sämig ist. Kurz vor dem Servieren die restliche Butter und den Parmesan unterrühren … anrichten, ev. mit Schnittlauch bestreuen und genießen.
Man könnte statt der letzten Butterzugabe auch ein wenig süßen Sahne verwenden.
Prädikat: oberlecker!

ausgewogene Ernährung

Sich ausgewogen zu ernähren wird im Laufe der Zeit immer schwieriger, obwohl das Nahrungsmittelangebot so groß wie noch nie ist.
Es gibt zwar viele verschiedene Produkte, aber immer weniger Vielfalt bei den Zutaten und Nahrungsmittelquellen.

Es stehen zum Beispiel unzählige verschiedene Nudelsorten im Angebot, jedoch sind sie alle so ziemlich gleich in ihrerer Zusammensetzung, im Gegenzug gibt es viele Gemüsesorten, die gar nicht mehr für den breiten Handel angebaut werden. Oder Kekse: schaut man sich auf der Verpackung die Zutaten an, so lässt sich leicht erkennen, dass im meterlangen Supermarktregal kaum wirkliche Vielfalt erreicht werden kann. In diesen Märkten fällt das Obst- und Gemüseregal oft kleiner aus. Zu finden sind dort wenige gängige Sorten - und die locken nicht wirklich apetittlich.
In vielen Fertigprodukten steckt wesentlich mehr Chemie als ursprüngliche Lebensmittelessenzen. Es soll Kinder geben, die natürliche Lebensmittel am Geschmack gar nicht mehr erkennen, viele wissen auch nicht wie Stangensellerie oder eine Schwarzwurzel aussieht.

In einer Zeitschrift habe ich neulich gelesen, dass ein Familienhaushalt nicht mehr als zehn Gerichte auf den Tisch bringt, Singlehaushalte noch weniger. Einerseits kommt das davon, dass das Kochen schnell gehen muss und andererseits, dass der Familie nichts anderes schmeckt als sie eben kennt. Würde man nur einmal im Monat eine neues Gericht mit unbekannteren Zutaten zubereiten, wäre das schon ein großer Erfolg - für die Qualität der Ernährung, für den Genuss des Neuen und vor allem für die Gesundheit.

Eine Ernährungumstellung kann nicht von heute auf morgen erfolgen, aber jeder Schritt dorthin ist ein Erfolg.

Bärlauch - Allium Ursinum

Um die Frühjahrsmüdigkeit zu vertreiben sind Bewegung und Vitamine vonnöten. Mit der Bewegung sieht es heute nicht gut aus, es regnet in Strömen.
Für einen Vitaminvorrat habe ich gestern gesorgt. Frisch gepflückter Bärlauch wurde heute zu einer Sauce verarbeitet, aus dem Rest wurde ein Pesto und ein Topfenaufstrich.

Der Bärlauch hat seinen Namen, weil er eines der ersten Nahrungsmittel für Bären nach dem Winterschlaf ist (sagt man). Verwandt ist diese Pflanze mit dem Schnittlauch und dem Knoblauch - der Geschmack sammelt sich etwa in der Mitte an. Bärlauch sieht dem Maiglöckchen und der Herbstzeitlosen zum Verwechseln ähnlich, deren Blätter allerdings hochgiftig sind!

“Waldknoblauch” - wie man ihn volkskundlich nennt, ist eine alte Heilpflanze, die bis in die Jungsteinzeit bekannt ist. Germanen, Kelten oder Römer kannten bereits seine Wirkung und setzten ihn bei Magen-Darmproblemen oder um den Blutdruck auszugleichen ein.

Gnocchi mit Bärlauch

Wenn es schnell gehen soll - wie bei mir heute - dann kauft man am besten fertige Gnocchi. Natürlich kann man sie aus Kartoffeln, Mehl und Grieß auch selbst zubereiten ;-)

Für die Sauce dünstet man eine Zwiebel in Rapsöl (z.B.), nimmt den Topf von der Herdplatte und verrührt zwei EL Mehl mit dem Zwiebel. Mit einem halben Liter Milch und etwas Gemüsebrühe mit Salz wird nun aufgegossen und auf mittlerer Flamme unter mehrmaligen Rühren eingedickt. Verfeinert wird diese Sauce mit Sahne oder Creme fresh. Zum Schluss gibt man kleingeschnittenen Bärlauch dazu. Der Bärlauch selbst sollte nicht mehr erhitzt werden.

Sauce über die Gnocchi verteilen. Gut passt ein grüner Salat dazu.

Die mittelalterliche Küche

mittelalter
Thema Mittelalter

Alleine eine bewusste, naturverbundene Ernährungsweise lässt den Gedanken aufkommen, wie der Großteil der Frauen früher wohl Speisen zubereiteten, bevor die Industrie unsere Lebensmittel manipulierte.

Ich schreibe übrigens bewusst Frauen. Die Versorgung der Familie war zweifelsfrei den Frauen vorbehalten, die Männer hatten andere Aufgaben im täglichen Leben.
Viele Menschen waren Bauern. Auf ihrem Speiseplan stand nur selten Fleisch oder Fisch, den sie besaßen kein Recht auf die Jagd oder Fischerei. Dies war ausschließlich dem Adel und den oberen Ständen vorbehalten. Falls sie überhaupt Vieh besaßen, so wurde es eher genutzt, als in großem Maßen verspeist.

Was gegessen wurde, richtete sich letztendlich nach den Jahreszeiten und nach den vorzufindenden Naturschätzen. Im Handel wurden vorwiegend Gewürze angeboten, die aber sehr teuer waren und somit dem gemeinen Volk nicht zugänglich war. So beschränkte man sich auf heimische Kräuter als Gewürzzutat und Geschmacksverstärker. Daran wurde selten gespart. Der Geschmack der Speisen dürfte uns heute sehr ungewohnt erscheinen, deshalb war ich neugierig darauf und fand in einem alten Kräuterbuch und mittelalterlichen authentischen Romanen einige Anhaltspunkte und Hinweise, daraus haben sich folgende Rezepte entwickelt:
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Steirisches Geschnetzeltes

In Kochbüchern nennt sich dieses Gericht “Steirisches Katzeng´schroa”, ich mag diese Bezeichnung überhaupt nicht ;-) - Katzen habe ich weder bei der Zubereitung noch beim Verzehr jemals schreien gehört. Aber diese Art von “Geschnetzeltem” schmeckt so gut, dass sich möglicherweise auch Katzen darum streiten würden.

Für einen größeren (Ein-) Topf benötigt man:
je ein Viertel Kilo mageres Schweine-, Rind- und Kalbfleisch
1 - 2 große Zwiebel
etwa ein halber Liter Rindsuppe (auch Instant)
geriebene Zitronenschale (eine Zitrone reicht)
2 KL Majoran, Thymian und Estragonsenf, 1 KL Kümmel
1 Schuss Essig
2 mittlere Essiggurkerln
20 g gehackte Kapern
je 1/8 Liter Sauerrahm und Sahne

Die Zwiebel hacken und in zerlassener Butter oder Öl rösten, das gewürfelte Fleisch dazugeben und anbraten - mit dem Essig ablöschen und mit der Suppe aufgießen - die Gewürze beimengen… etwa eine halbe Stunde zugedeckt garen. Die Gurkerln kleinschneiden und zusammen mit den Kapern dazugeben - nochmals eine viertel Stunde dünsten. Ev. nochmals mit Suppe oder Wasser auffüllen, Rahm mit Mehl (nach Bedarf, je nachdem wie die Konsistenz der Sauce sein soll) glattrühren, unterrühren und noch ein paar Minuten zugedeckt garen.
Das ganze wird mit Kapern und Petersilienzweigen garniert.
Dazu passen Nudel oder Nockerln (Spätzle) gut, aber auch Reis oder Kartoffel.

Man kann auch als vierte Fleischsorte Leber zubereiten und auch mit einer Prise Muskat würzen. (hab ich aber noch nie probiert)

Spinat

spinacia oleracea

… gehört zu den Gänsefußgewächsen und wird nach den Aussaatterminen in Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winterspinat unterteilt. Der Frühlingsspinat hat sehr zarte Blätter und kann daher auch als roher Salat verspeist werden. Die anderen Sorten eignen sich eher zum Blanchieren. Essbar sind Wurzel und Blätter. Im Handel wird er frisch oder als Tiefkühlware passiert (mit Rahm) oder als Blattspinat angeboten. Geerntet wird vor der Blüte.
Wertvoll als Nahrung ist er durch den hohen Mineral- und Vitamingehalt (Phosphor, Kalium, Magnesium, Vitamin A, B und C..) Der Eisengehalt ist jedoch nicht so hoch, wie es oftmals angenommen wird. Leider enthält er auch viele Nitrate und Oxalsäure, die jedoch durch das Kochen wesentlich vermindert werden. Wärmen sollte man Spinat jedoch nicht, weil sich die Nitrate in Nitrite umwandeln können, die giftig sind.
Milder und süßer im Geschmack ist die japanische Sorte Horenso.
Der Spinat stammt vermutlich aus Persien und kam etwa im 14. Jhdt. (oder auch früher, in den Kochbüchern gibt es verschiedenste Angaben) nach Spanien, von wo er sich in Europa ausbreitete.
Besonders beliebt ist er in Italien, vor allem in der Gegend rund um Florenz. Man sagt, es war das Lieblingsgemüse der Katharina von Medici. Gewöhnlich bezeichnet man Spinatgerichte in Italien als “Florentiner Art”.

Aber egal ob Florentiner Art oder wie auch immer - am heutigen Gründonnerstag wird Spinat traditionell gerne verspeist, z.B. mit Kartoffel und Spiegelei oder als …

Spinatstrudel

Blätterteig, Blattspinat (kurz blanchiert oder TK), Schafskäse, Pfeffer, Oregano, eine Hand voll Pinienkerne - Salz nur wenn der Käse mild ist.

Teig leicht ausrollen, Blattspinat, Käse und Pinienkerne verteilen, würzen - zusammenrollen, mit Eiermilch bestreichen und im Rohr goldbraun backen.

geht schnell und schmeckt lecker - auch mit Schnittlauch- oder Radieschensauce und Salat.

Zürcher Geschnetzeltes

.. oder wie die Zürich-Schweizer sagen Züri-Gschnätzlets gilt als eines der Schweizer Nationalgerichte. Es ist leicht zuzubereiten und schmeckt.

für 4 Personen:

600 g Kalbschnitzelfleisch
200 g Eierschwammerl (Pfifferlinge) oder Champignons
1 große Zwiebel
1 kleines Glas Weißwein
250 ml Sahne
Salz, Pfeffer, Erdnussöl, ein wenig Mehl zum Binden

Die Zwiebel fein hacken und im Erdnussöl anschwitzen, das klein geschnittene Fleisch kurz mitbraten lassen und zuletzt die Pilze zufügen. Ist das Wasser verkocht mit Weißwein ablöschen, wenn erforderlich mit Wasser ergänzen. Salz und Pfeffer sparsam verwenden und köcheln lassen. Wenn das Fleisch gar ist die Sahne mit Mehl vermengen, dazugießen, nochmal aufkochen und eindicken lassen. - Fertig.
Traditionellerweise gibts es Rösti dazu.

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