Beiträge mit dem Schlagwort 'Kino'

Warum Männer …

… nicht zuhören und Frauen schlecht einparken können.

Endlich kamen wir dazu, ins Kino zu gehen :-) Die nachweihnachtliche Ruhe machts doch möglich!

2000 erschien das Buch “Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken können” von Allan und Barbara Pease. Ein Sachbuch, das das Rollenverhalten und die daraus resultierenden (Beziehungs)Missverständnisse zwischen Mann und Frau aufdecken soll. Klischees, die das Leben schreiben muss. Witzig aufbereitet und dennoch fehlt es nicht an einer gewissen Sachlichkeit, die die These vertritt, dass sich das Verhalten der Geschlechter in frühester Evolution verankert. Das Buch - das Nachfolgebuch weniger - fand ich damals nicht schlecht und so war ich trotz nicht allzuguter Bewertungen auf den Film gespannt.

Tja, der Film von Leander Haußmann war auch nicht schlecht. Kein Lehrfilm, sondern leichte Unterhaltung, nicht tiefsinnig, aber mit Witz und Humor aufbereitet. Dazu tragen nicht zuletzt die überzeugenden Schauspieler Benno Fürmann, Jessica Schwarz und Uwe Ochsenknecht bei … und natürlich auch die anderen. Herzensbrecher und Powerfrau, Alphamännchen und sein Weibchen - Stereotype mit Happyend.

Unter dem Strich betrachtet haben wir Menschen oder besser gesagt die Spezies Mann und Frau demnach nichts dazugelernt. Wir leben trotz modernen Einflüssen, wachsendem Verstand in völlig unterschiedlichen Welten. Schaut man in Beziehungen hinein, muss man zugeben, dass dieser Unterhaltungsfilm der Realität ziemlich nahe ist…

Der Teufel trägt Prada

Endlich habe ich es geschafft - Kino :-) Der Teufel trägt Prada
Läuft ja nun schon eine Weile, Meryl Streep muss man sehen! Auch als Miranda Priestly macht sie eine gute Figur - rein optisch und darstellerisch gesehen - die Figur selbst gleicht dann doch eher einem schikanösem Drachen, der die Modewelt beherrscht. Wem sie nicht wohlgesonnen ist, der ist tot. Gefühlsduseleien haben keinen Platz bei “Runway Magazine”.
Im Gesamten war ich vom Film eher enttäuscht. Streckenweise langatmig obwohl leicht und ziellos - schräg bis irrwitzig.

Die Story ist jedoch dennoch keine schlechte. Lauren Weisberger, die Buchautorin, hat selbst einige Monate in dieser Branche gearbeitet, wie ich im Frauenmagazin “Die Wienerin” gelesen habe. Alles Fiktion beteuert sie - wie es wirklich aussieht, darf man erahnen.
Die Anspielungen im Film auf die Modebranche sind schon spitzfindig genug, um auf gängige Methoden Rückschlüsse zu ziehen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass “Fiktion” in diesem Fall sehr nahe der Wahrheit ist. Nicht auf Vogue gemünzt, sondern generell.
Wer auf der Karriereleiter ganz oben stehen möchte, muss hart ein seine eigene Grenzen gehen und auch andere fordern. Harte Frauen sind unserer Gesellschaft suspekt. Harte Männer sind tüchtig. Und so wie im Film Andy Sachs eigentlich ungewollt in diesem Strudel gezogen wurde, sich unmerklich angepasst und verändert hat, in ihrem Ehrgeiz versponnen - so beginnt Karriere.

Das kann man doch in jedem Betrieb, in jeder Branche beobachten… sogar in meinem.

Das Parfüm …

… Die Geschichte eines Mörders, Patrick Süskind, 1985

Im Herbst ist es so weit - der Kinofilm naht. Ich bin schon auf die Umsetzung gespannt und eher skeptisch. Ich kann mir nicht vorstellen, diesen Inhalt in einem Drehbuch so zu gestalten, dass er die vielschichtigen Interpretationsmöglichkeiten offen lässt.

Das Buch selbst habe ich einige Male in den letzten Jahren gelesen. Faszinierend und eindeutig auf sprachlich-beschreibender Basis ein Lesevergnügen. Die facettenreiche Hauptfigur Jean-Baptiste Grenouille - bizzar, schockierend, teuflisch, furchterregend, leidvoll, schicksalbehaftet - formt dennoch keinen Krimi, keinen Horrorstoff. Alleine das zeugt von einer Meisterleistung in Sachen Erzählkunst. Süskind wählt dabei den auktorialen Erzählstil - er stellt sich allwissend über seine Figuren, beschreibt verschiedene Handlungen zeitgleich, beschreibt Vergangenheit und Zukunft. Eingangs gibt er zu erkennen, dass er als Erzähler aus der Gegenwart spricht. Interessant ist auch, dass er die direkte und die indirekte Rede verwendet. Das hat teilweise eine vermittelnden Effekt zwischen Leser und den Figuren.

Das Parfüm, Süskind

Über den Inhalt möchte ich hier nicht viel schreiben - eigentlich gar nichts - die Spannung soll ja nicht vorweggenommen werden. Auch meine eigenen Gedanken zum Stoff würden wahrscheinlich die Erstwirkung beeinflussen. Obwohl ich selbst fast ein Buch darüber schreiben könnte - wenn ich nur schreiben könnte ;-)

Neuerdings ist “Das Parfüm” Pflichtlektüre in Schulen. Ich hoffe, Lehrer stehen ihren Schülern in Interpretationsdiskussionen hilfreich zur Seite. Seit dieses Buch Schulstoff ist, gibt es selbstverständlich auch Interpretationshilfen im Handel.
Unumstritten ist dieses Buch ja nicht. Auf einige Leser wirkt es “nur” abscheulich und ist literarisch gesehen keinen Cent wert.

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