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Beiträge mit dem Schlagwort 'Glaube'

Nikolaus, ein Kinderschreck?

In Wien wurde heuer eine Diskussion ausgelöst. Der Nikolaus hat Hausverbot in Kindergärten.
Angeblich fürchten sich die Kinder zu sehr vor dem bärtigen Kinderbischof.
Also ehrlich - das ist doch mehr als überzogen. Immerhin ist der Nikolaus ein Heiliger, hat seine Wurzeln im Guten und ist wichtig für Tradition und Brauchtum. Schade, dass er hier geradezu horrorisiert wird.

Im Gegensatz dazu hat der Nikolaus einen Begleiter - zumindest in Österreich und Süddeutschland. Der Krampus - der Bestrafende. Hier gibt es allerdings eigene “Krampusschulen”, die den Akteuren pädagogische Hinweise mit auf ihren Weg geben sollen.

Meine Kindheit ist ja nun schon eine Weile zurück. Ich könnte mich nicht erinnern, mich jemals vor dem Nikolaus gefürchet zu haben - wohl aber habe ich heute noch ein Krampustrauma ;-))
Rücksicht auf Kinderseelchen wurde seinerzeit noch keine genommen. Wir Kinder wurden noch hinter den Tischen hervorgezerrt und ordentlich in Krampusmanier in die Zange genommen.
Naja - bis auf den Umstand, dass ich mich generell vor gruselig maskierten Menschen ein wenig fürchte - hat es mir auch nicht geschadet. Und diese Furcht ist im Grunde eine ganz natürliche.

Krampus- und Perchtenumzüge finden in unserer Gegend seit dem letzten Wochenende statt. In Klagenfurt waren an die 1000 Stück davon unterwegs. Schaurige Gesellen - Höllenlärm. Da kann einem schon der Schrecken auf der Schulter sitzen!

… davon später mehr …

1. Advent

Die erste Adventwoche bricht an - kaum zu glauben.

Der erste Advent bedeutet im christlichen Glauben Wiederkunft Christe am Jüngsten Tag.

Historisch bekannt ist es, dass die Adventzeit zum ersten Mal im 5. Jahrhundert bewusst und dokumentierbar zelebriert wurde. Der Ursprung scheint im Gebiet rund ums italienische Ravenna zu liegen.

Früher galt die die Zeit zwischen dem viertletzten Sonntag vor dem Christtag und demselbigen als Fasten- und Bußzeit, in der nicht weltlich gefeiert werden durfte. Der Tanz sowie das Heiraten beispielsweise waren strengstens untersagt. Es war und ist die Zeit der inneren Einkehr. Adventkalender und Adventkranz gab es in der mittelalterlichen Zeit noch keinen. Diese wurden erst im 19. bzw. 20. Jahrhundert erfunden, um die Vorfreude auf Weihnachten zu steigern.
Diese Zeit fällt in unseren Breiten in die dunkle Jahreszeit mit den langen Nächten. Es ist also nicht verwunderlich, dass heidnische Bräuche durch die Kirche nicht verbannt, sondern nur abgewandelt wurden. Stellte man früher Lichter auf, um gute Geister einzuladen, so sah man es nun als Licht Christus, das Hoffnung geben soll.
Auch das Aufstellen von Krippen hat seinen Ursprung bereits in der mittelalterlichen Zeit. Franz von Assisi ist hier vielleicht einer der Begründer dieses Brauches. Er stellte eine Stallszene in einer Höhle nach, um damit dieses Geschehnis den Gläubigen nahe zu bringen. Da die Menschen nicht nach Bethlehem reisen konnten, bauten sie sich dieses Ereignis nach.

Seit langen Zeiten sind Frauen damit beschäftigt Gebäck zuzubereiten. Gewürze wie Anis oder Pfeffer waren in der mitteralterlichen Zeit sehr teuer und begehrt. Bis heute ist der Duft von Anisplätzchen oder Pfefferkuchen nicht mehr wegzudenken.
Es waren doch auch Wochen voller unheilbringener Mythen, die die Dunkelheit der langen Nächte, die eisigen Schneestürme und der tiefe Winter mit sich brachten. So wurden einerseits der Glaube und die Vorfreude jedes Jahr aufs Neuerliche durch zahlreiche Riten, die sich bis heute erhalten haben, bekundet - andererseits die Riten, die das Böse abwehren und das Gute anziehen soll beibehalten.

Advent

Lied im Advent

Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
daß er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!

Matthias Claudius (1740 - 1815)

Volksglaube

Das Fenster in die Vergangenheit

In der Zeitung habe ich heute gelesen, dass in Amerika nur 40 % der Bevölkerung an die Evolutionstheorie von Darwin glaubt. 39 % glauben, dass der Mensch von Gott erschaffen wurde. In Deutschland sind es 70 %, die überzeugt sind, dass sich der Mensch aus der Tierwelt entwickelt hat. (von Österreich stand da nix, aber ich denke, wir sind den Deutschen in dieser Hinsicht ähnlich?!) Der Rest sucht seine Erklärung in anderen Theorien. Egal, was man glaubt - man glaubt. Ohne es geht es nicht, weil wir immer bestrebt sind eine Erklärung für den Ursprung und sein Ende (?) zu finden, für alltägliche und besondere Gegebenheiten und vor allem für den Sinn des Lebens. Neben den Wissenschaften, die ja beweisführend sind, spielen die Religionen und Mythen eine wichtige Rolle.
Wir dürfen uns aussuchen, an was wir glauben - andere leider noch immer nicht.

Von Zeit zu Zeit berichte ich hier von Aberglaube, Mythos und vom daraus entstandenen teilweise noch lebendigen Brauchtum. Manches mag sich fern unserer Zeit lesen, manches lässt sich nicht an unsere moderne Zeit anpassen aber manches lässt sich nicht verdrängen. Über Sinn oder Unsinn zu entscheiden ist nicht wirklich zielführend, weil müßig und zweischneidig. Mir persönlich macht es jedenfalls großen Spaß in alten Büchern zu blättern und auch neue Erkenntnisse der Volkskunde zu erforschen. Spannend ist das direkte Gespräch mit Interessierten. Jüngere Menschen teilen sich hier gerne den verschiedenen Zweigen der Esoterik zu, ältere empfinden ihr Wissen als einfache Lebenserfahrung….

das Fenster in die VergangenheitDer Glaube (welcher auch immer) ist demnach so alt wie die Menschheit selbst. In Zeiten als man noch nichts - oder später nicht viel - über Wissenschaften wusste und herrschende Kreise versucht haben, sie gewissenhaft zu unterbinden, war man förmlich gezwungen, auf anderen Wegen Erklärungen für Gegebenheiten und Geschehnisse zu suchen. Mythologie und Volksglaube übernahmen eine wichtige Funktion, die bis heute noch nicht ganz verdrängt ist. Der Unterschied zwischen Mythen und Volksglaube liegt darin, dass erstere von Göttern und götterähnlichen Helden handeln, während Volkssagen sich hauptsächlich mit gewöhnlichen Sterblichen, wenn auch meist mit übernatürlichen Kräften ausgestattet, beschäftigen. Mythen sind meist systematischer und geschlossener, sie sind ihren Erzählern heilig und manchmal mit einer Art Ritual verbunden - Volkssagen fragmentarischer, diesseitig ausgerichtet, von profaner Natur. Vor allem aber sind Mythen Gemeingut der führenden Schichten (Priester, Herrscher o.ä.), während Volkssagen einer Subkultur zugerechnet werden, die unabhängig davon existiert oder sogar im Gegensatz zur Kultur der höheren Gesellschaftsschichten steht. Der Unterschied wird am deutlichsten, wenn man sieht, dass Volkserzählungen oft im Genre “Märchen” zu finden sind, das großteils nur noch Kindern erzählt wird und Mythen durchaus noch echte offizielle Glaubensinhalte darstellen.
Und doch gleichen sie sich in ihren Erzählmustern. Beide erzählen von der Entstehung des Universums, der Erde, der unmittelbaren Umwelt, des Lebens, von Besuchen im Jenseits oder von magischen Transformationen. Beide sind auf ihre Weise von religiösen Leitbildern geprägt.

Und beide bieten reichlich überdenkenswerten Stoff für unseren Lebensweg. Ich wünsche mir nur mehr Toleranz und Sensibilität für die verschiedenen Glaubensansätze aller Kulturen.

Laurentius

LaurentiusträneDer 10. August wird dem Heiligen Laurentius gewidmet. Er wurde 258 als “Ketzer” auf einem glühenden Rost gegrillt, nachdem er zuvor schon grausame Folter erlitt. So ist er Helfer bei Brandwunden, er bietet Schutz vor Feuer und ist Patron der der Kohlenbrenner, Köche und Bäcker, Bügler und Wäscher, aber auch der Bierbrauer.

Sein Tag wird heutzutage - außer in anstehenden Kirchenmessen - nicht mehr in besonderer Form gefeiert, doch dem Volksglauben nach, sollten an diesem Tag keine offenen Feuer entzündet werden. Vereinzelt begeht man in Italien das Festa di San Lorenzo, das in Kirchen und als Markttag gefeiert wird.

Doch an Laurentius fallen besonders viele Sternschnuppen. Die Menschen begeben sich in dieser Nacht in Freie, um diesem Naturschauspiel beizuwohnen und beobachten aufmerksam den Himmel. Man sagt, dass der Himmel weinte als Laurentius sein Martyrium erlitt.

Ich habe gestern allerdings keine einzige Sternschnuppe gesehen.

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  • » Fotoalben «
  • Fotoholiker.net
  • Der Unglaube schützt nicht vor Aberglaube. Man hat Freigeister gesehen, die von einer Menge abergläubischer Vorstellungen wie mit Fesseln gebunden waren. Die Seele des Menschen kann die Leere der Negativität nicht lange ertragen, und füllt der Mensch diese Leere nicht mit positiven Wahrheiten aus, so muß er es mit Irrtümern tun. Die Vernunft verlangt zu wissen oder zu glauben.
    Ludwig F. Ancillon
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