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Beiträge mit dem Schlagwort 'Glaube'

Mai

Mai
Maiglöckchen

Der Wonnemonat Mai steht volkskundlich für die Fruchtbarkeit und die Liebe. Oder doch nicht? Bei meinen Recherchen las ich recht widersprüchliches. So durfte bei den alten Römern in diesem Monat nicht geheiratet werden: “Hochzeit im Mai ruft den Tod herbei”. Und dennoch ist es der Monat der frisch erwachten Liebe. Naja, vielleicht doch nicht so widersprüchlich? Jedenfalls fand durch Jahrhunderte in vielen Gegenden Europas ein Ritual für Mädchen statt, bei dem sie einen Schlag mit der Lebensrute erhalten und mit Fruchtbarkeitswasser übergossen wurden.

Am ersten Mai wurde während des Mittelalters in ganz Europa der Frühling begrüßt. Auf diese Zeit geht das Aufstellen eines Maibaumes zurück. Um diesen geschmückten Baum wurde getanzt und gefeiert.

Zu seinem Namen kam der Mai wahrscheinlich durch den altitalischen Gott Maius, der als Beschützer des Wachstums gilt.

Der erste Mai steht im Zeichen des “Tages der Arbeit“.
Heuer - 40 Tage nach Ostern - wird “Christi Himmelfahrt” gedacht.
Außerdem ist in Deutschland Vatertag.

Der göttliche Plan

mittelalter
Thema Mittelalter

In der Vorstellung der mittelalterlichen Denkweise war nichts dem Zufall überlassen und kein Ablauf der Natur ließ sich - zumindest mit bekannten Mitteln - manipulieren. Der göttliche Plan stand im Vordergrund.

Das menschliche Dasein reihte sich zwischen Himmel und Erde. Der Mensch als Ebenbild Gottes - verdammt durch Erbsünden und Laster. Ziel war es, die Gnade Gottes wieder zu erlangen. Das Leben des Menschen war also durch rituelle Vorkehrungen bestimmt, um letztendlich das Seelenheil zu erlangen. So lebte man in ständiger Angst, Fehler zu begehen oder fehlerhaften Ritualen zu verfallen. Gemeint ist hier z.B. Taufe, Teufelaustreibung, die Abwehr böser Geister, die richtigen Priester zu wählen, die Kommunion im richtigen Moment zu erhalten o.ä. - die Lebensführung war durch solche Ängste ständig in Gefahr.

Nach dem Werk von Papst Innozenz III (1198 - 1216) “Über das Elend des menschlichen Daseins” wurde bereits die Geburt eines Menschen als höchst beklagenswert empfunden. Dieses Werk war viele Jahrhunderte sehr bedeutend und drückt im Wesentlichen die Hoffnungslosigkeit und Trostlosigkeit des menschlichen Lebens bis hin zum Tode aus. Glanz und Elend, krasse Standesunterschiede, aber vor allem Naturkatastrophen trugen die Menschen.
Diese seelische Plage begleitete alle Menschen aller Stände durch das ganze Leben. Doch der mittelalterliche Mensch nahm jede Pein auf sich und ertrug die schlimmsten Leiden, ein Freitod war der verwerflichste Abgang aus dem Leben …

Volksfeste

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Volks- und Glaubensfeste - siehe auch “Jahreskeis”

Deutliche Spuren vorchristlicher Gottheiten sind außerordentlich selten auszumachen. Mittelalterliche Priester waren schnell bereit, einen Brauch als verdammenswert und vom Teufel inspiriert zu betrachten, weil er ein Ausdruck der Sexualität war, Trunkenheit förderte oder zur Gesetzlosigkeit führte oder weil sich dabei Männer als Frauen verkleideten, entgegen den Geboten der Bibel. All dies mochte ihnen teuflisch erscheinen, wenngleich auch der Teufel nicht direkt verehrt wurde.

Viele Bräuche gehen auf Sonnenverehrung oder Fruchtbarkeitskulte zurück. Wenn Festlichkeiten zu Ehren alter Gottheiten tatsächlich überleben, so werden sie bis zur Unkenntlichkeit verändert. Gottheiten werden mit Heiligen ausgetauscht – das Rituelle hat sich erhalten. Tänze, mit dem Geister ausgetrieben werden, lassen sich oft „verchristlichen“ und behielten somit Bestand.

In katholischen Ländern, wo kirchliche Feiertage sowohl mit Lustbarkeit als auch mit Kirchgang begangen werden, vermischen sich religiöse Riten und weltliche Bräuche oft zu umfangreichen Festlichkeiten, die von den Teilnehmern als unteilbares Ganzes erlebt werden, während Besucher, die nicht der Gemeinde angehören, auf einige bizarre Elemente bei diesen Feiern unter Umständen mit Verwunderung oder sogar Missbilligung reagieren können.

4 Bergelauf

Alljährlich am Nagelfreitag, also heute, finden/fanden (ist schon spät ;-) ) sich zahlreiche Menschen in Klagenfurt ein und begehen eine traditionsreiche Wallfahrt über vier Berge.

Pünktlich um Mitternacht wird am Magdalensberg die Messe gelesen. Die “Vier-Bergler” haben nun einen langen Marsch vor sich, der sie nach 12 - 15 Stunden bzw. rund 60 km über den Ulrichsberg, Magdalensberg und Veitsberg zum Lorenziberg führt. An die 15 Kreuzträger und ihre Vorbeter schreiten - in vielerlei Hinsicht - zielstrebig den Weg entlang. Eine Markierung oder besondere Vorbereitung braucht es nicht, jeder kennt “instinktiv” den Weg. Die Gläubigen halten sich an die 29 Rosenkränze, die bis zur Schlussmesse gebetet werden sollen.
Kinder säumen in den Dörfern die Strecke und werden dafür von den “Vier-Berglern” mit Zuckerln belohnt….

Diese Wallfahrt geht auf keltischen Ursprung zurück und gilt seit dem Mittelalter als christliche Rite. Historisch gesehen waren diese Berge das Gebiet von vier Keltenstämmen, die sich friedlich vereint haben. Einmal im Jahr haben sie gegenseitig ihre Berge besucht. Das Mysterium seit dieser Zeit besteht in der Wiederholung. Durch Jahrhunderte folgen Menschen ohne besondere Aufforderung diesen Kreuzweg.
Ihren Kreuzweg, für die es weder Markierung noch Organisation braucht. Der Zeitgeist liegt wohl in der Motivation des Einzelnen.
Manche finden sie im Glauben, manche in der Besinnung, manche im Schmerz und Opfer und viele auch in einer “sportlichen Leistung”.

Ich war noch nie mit dabei, obwohl ich es mir schon oft vorgenommen habe. Viele meiner Bekannten, die zu den “Vier-Berglern” zählen, haben mich schon darauf angesprochen. Entweder kommt etwas dazwischen oder ich bin nicht wirklich vorbereitet.
Darin liegt auch mein persönlicher Haken an dieser Sache. Es bräuchte keine Vorbereitung, wenn ich den wahren Sinn einer Wallfahrt verinnerlicht hätte. Die älteren Menschen, die jährlich mitgehen beweisen ihre Fitness ja auch nicht im Vorfeld. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Nonnen und Kreuzträger ihren Körper auf dieses Ereignis hin trainieren.
Genau das hält mich wohl unbewusst davon ab, genau das zieht mir immer wieder andere Ereignisse gegen den Strich. In den letzten Jahren, als ich es mir “fest” vorgenommen habe, wurden zweimal meine Kinder krank, einmal ich selber und einmal habe ich mir beim “Training” den Knöchel böse verstaucht. Das sind wohl Zeichen, dass ich für diese Wallfahrt gar nicht bereit bin. Mir ginge es auch eher ums Durchhalten. Ich denke schon, dass in diesen Stunden der Strapazen spirituelle Gedanken aufkämen… aber erstrangig sehe ich es hier für mich (noch) nicht. So gesehen könnte ich jedoch auch bei einem Marathon mitlaufen - der Zeitrahmen wäre wohl annähernd der gleiche ;-))

Übrigens: auf der Homepage von Anton Wieser kann man sich Bildmaterial der Vorjahre und bald aktuelles ansehen.

kurze Arbeitswoche - Mittwoch

Ein Lichtblick ist es ja schon, wenn die Arbeitswoche am Mittwoch beginnt. Nur noch drei Tage und ab ins Wochenende.

Gott hat den Mittwoch geschaffen, um uns daran zu erinnern, dass wir Dienstag in Verwirrung waren.
Eduard Douwes Dekker, 1820 - 1887
niederländischer Kolonialbeamter und Schriftsteller

In Verwirrung war ich gestern keineswegs! Im Gegenteil, der Urlaubstag nach den Osterfeiertagen war notwendig und wurde dementsprechend genutzt.

Im 10. Jhdt. ist in deutschen Gebieten der Begriff mittewoche entstanden. Im heidnischen Volksglauben ist der Mittwoch ein Glückstag. Allerdings wurde er vom christlichen Gedankengut her zu einem Unglückstag. Judas hat Christus bekanntlich an einem Mittwoch verraten. Der allgemeine Volksglaube hielt daran fest und so entstanden einige Unanehmlichenkeiten zu diesem Tag: Angeblich bekomme man Kopfschmerzen, wenn man sich an diesem Tag den Kopf wäscht … geborene Kinder haben wenig Glück im Leben und sterben bald … Kinder soll man nicht das erste Mal in die Schule schicken, weil sie in weiterer Folge nichts lernen … keine Taufen oder Hochzeiten an diesem Wochentag, weil … !

Ich halte mich in diesem Fall eindeutig an das Heidentum! ;-)

Maria Verkündigung

… eines der ältesten Marienfesten, das bis ins 6. Jahrhundert zurückreicht, ist die Verkündigung des Herrn und zugleich die ursprüngliche Version des christlichen Frühlingsanfanges.
So soll der Erzengel Gabriel Maria die Geburt des Erlösers verkündet haben.
Auch wenn dieser Tag nahe dem Osterfest ist, so hat er doch weihnachtlichen Charakter (9 Monate vor dem 25. Dezember).

Im Brauchtum ist es der Tag an dem man die erste Schwalbe erwartet, ihr die Fenster öffnet und sie zum Nisten animiert, damit das Gebäude und seine Bewohner vor Blitzschlag geschützt sind. Schönes Wetter vorher ist weniger gut, weil es danach umso kürzer anhält. Ein klarer Verkündigungstag verspricht laut den alten Bauernregeln allerdings ein gutes Erntejahr und somit auch gute Witterungen.

Karsamstag - Speisenweihe

Der Karsamstag markiert das Ende der Fastenzeit. Es ist aber auch ein Tag, an dem man alle möglichen Reinigungsarbeiten vornehmen soll - Haus und Hof, Haare und Körper, außerdem soll man an diesem Tag dem Aberglaube nach besondere Kraft besitzen, die einem beim Verrichten harter Arbeit entgegenkommt.

Osterkorb
Osterkorb

Doch der Karsamstag, wie ich ihn kenne, hat eigentlich nichts mit Arbeit zu tun. Vielmehr werden an diesem Tag die Osterspeisen geweiht und danach genussvoll - nach der langen Fastenzeit - verzehrt. Hier gibt es regionale Unterschiede: in der kärntner Gegend verpackt man in den Osterkorb gekochten Beinschinken, geselchte Würste, gekochte Zunge, eine große Krenwurzel, eigens gebackenes Osterbrot, Reindling und gefärbte Ostereier. Über diesen Korb wird eine handgestickte Osterweihdecke geworfen, die jede Hausfrau parat hat. In der Kirche oder bei einem Kreuz versammeln sich die Leute, um nach einer Osteransprache bzw. Ostermesse die Speisen durch den Pfarrer weihen und segnen zu lassen. Nachdem der Inhalt dieses Osterkorbes regional verschieden ist, kommt es weniger auf die Zutaten als auf die Symbolik an. Man sagt auch, dass alle Geister in der Hölle an diesem Tag diese Predigten hören können.

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