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Beiträge mit dem Schlagwort 'Frühling'

Mai

Mai
Maiglöckchen

Der Wonnemonat Mai steht volkskundlich für die Fruchtbarkeit und die Liebe. Oder doch nicht? Bei meinen Recherchen las ich recht widersprüchliches. So durfte bei den alten Römern in diesem Monat nicht geheiratet werden: “Hochzeit im Mai ruft den Tod herbei”. Und dennoch ist es der Monat der frisch erwachten Liebe. Naja, vielleicht doch nicht so widersprüchlich? Jedenfalls fand durch Jahrhunderte in vielen Gegenden Europas ein Ritual für Mädchen statt, bei dem sie einen Schlag mit der Lebensrute erhalten und mit Fruchtbarkeitswasser übergossen wurden.

Am ersten Mai wurde während des Mittelalters in ganz Europa der Frühling begrüßt. Auf diese Zeit geht das Aufstellen eines Maibaumes zurück. Um diesen geschmückten Baum wurde getanzt und gefeiert.

Zu seinem Namen kam der Mai wahrscheinlich durch den altitalischen Gott Maius, der als Beschützer des Wachstums gilt.

Der erste Mai steht im Zeichen des “Tages der Arbeit“.
Heuer - 40 Tage nach Ostern - wird “Christi Himmelfahrt” gedacht.
Außerdem ist in Deutschland Vatertag.

Sommerzeit

Dieses Wochenende ist es wieder so weit! Uns wird doch glatt eine Nachtstunde unterschlagen - wie jeden letzten Sonntag im März beginnt die Sommerzeit. Zum Glück bekommt man die Stunde aber am letzten Sonntag im Oktober wieder zurück.
Dennoch könnten die Hormone verrückt spielen …

Die Sommerzeit wurde in den 80er Jahren in unseren Ländern wieder eingeführt. Energiesparmöglichkeiten wurden gesucht, um der Ölkrise entgegen zu wirken und in ihr wieder gefunden. Der Einfall der Sommerzeit wird einem gar nicht so ernst zu nehmenden Aufsatz von Benjamin Franklin aus dem Jahre 1784 zugeschrieben und wurde bis zu Zeiten des ersten Weltkrieges in einigen europäischen Ländern und in den USA praktiziert. Der Einwand der Bauern, dass sich die Nutztiere auf diese Zeitkorrektur bzw. -verschiebung nicht einstellen werden können, hat sich als haltlos erwiesen.

Was wären wir ohne Uhr? Kaum vorstellbar dieses Richtmaß nicht zu haben - Chaos pur. Wie machten das nur unsere Ahnen?
Früher war die Sonnenuhr, die schon mehr als Tausend Jahre bekannt ist, das einzige Mittel zur Zeitangabe. Sie war an Rathäusern oder Kirchtürmen angebracht, sodass sie von den Einwohnern gut wahrgenommen werden konnte. Zeit spielte damals jedoch noch eine untergeordnete Rolle im Tagesablauf. Man orientierte sich eher am Tageslicht im allgemeinen. Der Brauch des täglichen “Ave-Läutens” der Kirchenglocken um Punkt Zwölf Uhr mittags begründet sich wohl im 15. Jahrhundert daraus, dass auch die am Feld arbeitenden Menschen diesen markanten Zeitpunkt des Tages aufmerksam gemacht wurden. Auch heute läuten die Glocken zu dieser Tageszeit und läuten andererseits auch andere Ereignisse ein, wie Messen, Begräbnisse, Taufen, Katastrophen o.ä.

In Zeiten mobilen Verkehrs - etwa seit der Erfindung der Eisenbahn - kamen die Menschen jedoch dahinter, dass die Sonne nicht als einheitliches Messgerät der Uhrzeit zur Verfügung steht, da sie in nur wenige hundert Kilometer Entfernung schon um einige Minuten differiert. Die Länder der Welt einigten sich so vor mehr als hundert Jahren auf eine Zeitzoneneinteilung und wies unseren Breiten die “Mitteleuropäische Zeit” zu.

Und damit begann dann wohl der Stress - mit den Terminen, dem Zuspätkommen, dem Tagesablauf nach dem Minutenzeiger…

Maria Verkündigung

… eines der ältesten Marienfesten, das bis ins 6. Jahrhundert zurückreicht, ist die Verkündigung des Herrn und zugleich die ursprüngliche Version des christlichen Frühlingsanfanges.
So soll der Erzengel Gabriel Maria die Geburt des Erlösers verkündet haben.
Auch wenn dieser Tag nahe dem Osterfest ist, so hat er doch weihnachtlichen Charakter (9 Monate vor dem 25. Dezember).

Im Brauchtum ist es der Tag an dem man die erste Schwalbe erwartet, ihr die Fenster öffnet und sie zum Nisten animiert, damit das Gebäude und seine Bewohner vor Blitzschlag geschützt sind. Schönes Wetter vorher ist weniger gut, weil es danach umso kürzer anhält. Ein klarer Verkündigungstag verspricht laut den alten Bauernregeln allerdings ein gutes Erntejahr und somit auch gute Witterungen.

Osterfeuer

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Das Feuer ist den Menschen seit der Entdeckung heilig. Feuerbräuche gibt es sehr viele. Das Osterfeuer lässt sich von einem heidnischen Brauch ableiten, wonach die Frühlingssonne beim ersten Frühlingsvollmond mit einem Feuer begrüßt wurde. Das Feuer sollte die Sonne zur Erde herabziehen und ihre energetischen Kräfte auffangen bzw. empfangen.
Im christlichen Sinne entstand das Osterfeuer etwa um 700 in Frankreich. Die Symbolik des Feuers wird auf Gott, die Auferstehung und die Erscheinung Christus übertragen. Am Osterfeuer wird auch üblicherweise die Osterkerze angezündet und mit ins Haus genommen.
Vielerorts ist es auch heute noch Brauch, einen großen Reisighaufen anzuzünden. Die Menschen aus dem ganzen Ort treffen sich dort um zu beten, zu gedenken und letztendlich auch einige Rituale, die aus dem Feuer-Sonnenkult zu bewahren. Letzteres wahrscheinlich eher unbewusst. So springen mutige Burschen über das Feuer, tanzen Menschen um das Feuer herum oder lassen Ratschen lärmen.

Tulpen

045.jpgDie Tulpe stammt ursprünglich aus Mittelasien und wurde im 16. Jhdt. in Europa kultiviert. Im Mittelalter war es eine sehr wertvolle Pflanze, vergleichbar mit Edelsteinen. Sie kommt in einigen Sagen vor.
Ihren Reiz hat die Tulpe bis heute ja nicht verloren.
Über 150 Arten soll es von dieser Lilienart geben. Die meisten Zuchttulpen stammen aus Holland, wild wachsende habe ich noch nie gesehen oder nicht bemerkt.

Tulpen

ihr werdet gescholten
von sentimentalischen Kennern.
Aber ein lustiger Sinn wünscht
auch ein lustiges Blatt.

Im März

Es ist mir eben angethan,
Zwei schöne Augen sahn mich an,
Und in den süßen feuchten Schein
Blickt’ ich zu tief, zu tief hinein.
Mir schwirrt der Kopf, mir glühn die Wangen,
Und nun kommt draußen der Lenz gegangen
Ueber die Hügel, über den Fluß,
Die Schwalbe zwitschert ihren Gruß,
Die Wolken ziehn und zwischendrein
Fließet der lichte Sonnenschein,
Und aus dem klar vertieften Blau
Säuselt es linde, weht es lau,
Man meint, die Veilchen sind schon da.
Das ist ein sehnsuchtsvolles Weben,
Ein heimlich Locken und Leben
Allüberall, fern und nah.
Und du, mein Herz, wirst nie gescheidt,
Lässest so willig dich verführen,
Öffnest der Sehnsucht Thor und Thüren;
Von Liebes-Freud und Leid
Singest du Lieder,
Und bist so froh, bist ganz so thöricht wieder,
Als wie in deiner jungen Zeit.
Emanuel Geibel (1815-1884)

März

Der Monatsname März leitet sich vom römischen Kriegsgott Mars ab und war im Julianischen Kalender der erste Monat des Jahres. So finden sich in diesem Frühlingsmonat viele Neujahrsbräuche wieder. Der alte Jahresgott wurde durch Peitschenknallen und Schläge vertrieben und der Frühlingsbote begrüßt. Heute werden diese Riten durch Faschingsbräuche, die in den vorgehenden Monaten beginnen, ersetzt. Der Kampf zwischen Winter und Sommer oder die Dämonenbekämpfung erinnert jedenfalls daran. Erhalten haben sich vielerorts das Märzfeuer und das Ausrufen der Lenzpaare.

Bis zu Beginn der Neuzeit gab es noch keine vier Jahreszeiten, sondern lediglich Sommer und Winter. Älter als der Begriff Frühling ist das Wort Lenz. In den Frühlingsfeiern werden die bekannten Frühlingsboten begrüßt. Seien es die Blumen und Blüten, das Maiengrün, die erste Schwalbe oder etwa der Kuckuck. Neben vielen Frühlingsliedern und Frühlingsfeiern ist der Sonntag Lätare (der dritte Sonntag vor Ostern), das Osterfest selbst und der erste Mai zu den alten Bräuchen zu zählen. Von diesen Festen wird jedoch in nächsten Monaten mehr zu berichten sein, da sie kalendermäßig auch dort hin zuzuordnen sind.

Der März ist ein Monat voller Aberglaube. So wird erzählt, dass der Märzschnee und das Märzwasser unrein ist uns somit bestenfalls als Waschwasser oder zum Auswaschen von eitrigen Wunden! verwendbar sei. Wirksam sind auch Bäder im Märzwasser gegen Wurmbefall, also alles “unreine, ekelige” soll damit vom Leib gehalten werden. So schließt sich daraus, dass es ein Schönheitsmittelchen ist, bekämpft es Sommersprossen - die auch Märzflecken genannt werden -, verhilft zu reinster und hellster Haut und lässt Flechten und Schuppen verschwinden. Heilkraft wurde diesem Wasser auch bei Augenleiden nachgesagt.
Die Märzsonne sollte man hingegen meiden, da sie dem Volksglauben nach weder gut für die Augen noch für die Gesundheit im allgemeinen sein soll.

Botanisch gesehen ist die Frühlingsknotenblume der erste Bote. Sie wird auch Märzglöckchen genannt. Die Zwiebeln dieser Blume oder des Schneeglöckchens werden bzw. wurden ausgegraben und den Kühen zum Futter gemischt, damit ihnen nicht durch Zauber die Milch genommen werden könne.

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Gewohnheit, Sitte und Brauch sind stärker als die Wahrheit.
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