Beiträge mit dem Schlagwort 'Familie'

Schlemmereien

Feiertage, Festtage bedeuten oft genug, dass ich es mir ZU gut gehen lasse und feststellen muss, dass es eigentlich das Gegenteil bewirkt - kein gutes Gefühl am Tag danach.
Solche Tage bedeuten nämlich auch “gut gehen lassen” im Sinne von Schlemmen - vor allem im Kreise unserer Verwandtschaft.
Es wird zum Essen eingeladen, reichlich aufgetischt, Kuchen und Torten konkurrieren aufs Verführerischste miteinander. … ich fände es unhöflich (so bin ich erzogen worden), nein zu sagen, oder ausgerechnet an solchen Tagen, Kalorien zu zählen - ich fände es ebenso unverständlich, wenn ich stundenlang in der Küche Köstlichkeiten zubereite aber ein Gast es vorzieht, an Salatblättern zu knabbern. Treffen wir uns in einem Restaurant, so werden natürlich auch gerne Schmankerln gewählt, nicht die Fastenspeisen.
Nachdem wir gerne lange Zeit miteinander verbringen, kommt es vor, dass so ein Festtag - absichtlich weniger elegant ausgedrückt - zu einem echten “Fresstag” verkommt.

Um das Gewissen zu beruhigen gibt es vielleicht - vielleicht - ein “Spaziergangerl”. Die Uromas können ja nicht mehr so gut .. wie praktisch für alle.

Hinterher kommt vor allem innerhalb der weiblichen Verwandtschaft das große Jammern. Die Röcke zwicken, die Blusen spannen - immerhin hatten wir drei Festtage hintereinander zu begehen!
Ich frage mich immer wieder - und heute besonders, wie man so unkontrolliert sein kann und sich nicht gegenseitig etwas wirklich Gutes tut, indem man sich weniger in der Küche bemüht.

Abgesehen davon waren die heurigen Pfingstfeiertage und der Muttertag wunderschön.

An die Mütter dieser Zeit …

Muttertag - von den einen fast gehasst und von den meisten geliebt.
Ich als Mutter und Tochter bin in der glücken Lage, diesen Tag zu lieben. Meine Familie gibt mir dieses Gefühl und dafür muss ich dankbar genug sein. Doch jede Familie funktioniert anders, jede Struktur wird im kleinen Rahmen aufgebaut und setzt sich somit selbst ihre Grenzen.

Der Fall “Horrorhaus Amstetten” beschäftigt mich gerade in diesen Gedanken. Wie kann eine Mutter so wenig von ihrer eigenen Familie wissen? Wie kann es möglich sein, dass man als Hausfrau das eigene Terrain nicht kennt? Wie kann eine Ehefrau so wenig von ihrem Ehemann wissen? Wie ist es heutzutage möglich, dass ein Familienmitglied so totalitär, so regimmäßig agieren darf und kann?

Das generelle Obrigkeitsdenken hat in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Dinge des Alltagslebens, der gesellschaftlichen Struktur haben sich zur Gleichberechtigung aller hin geändert - mag man meinen. Und dennoch - betrachtet man nur den Verbund “Familie”, so hinken doch viele ihrer Zeit hinterher. Vor allem Hausfrauen und Mütter, also Frauen, die in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis zu ihren Ehemännern stehen, betrachten ihre Einkommensbeschaffer als Oberhäupter, die das Geschehen bestimmen dürfen oder gar müssen. Hier wird vieles akzeptiert, toleriert und als gegeben hingenommen. Ein Hinterfragen würde möglicherweise Unannehmlichkeiten bringen.

ABER: liebe Mütter und Frauen, diese möglichen Unannehmlichkeiten stellen sich am Ende doch als der bessere Weg heraus. Nur Mut und Konsequenz! Schlimmer kann es kaum werden … niemand ist in seinem Schicksal gefangen, es liegt immer in der eigenen Hand.

Jedes Familienmitglied - aus Ehen, Partnerschaften … und Kinder - ist gleichberechtigt und muss am Familiengeschehen teilnehmen (dürfen). Jede Meinung führt zu einem gemeinsamen, harmonischen Alltag. Jedes Mitglied der Familie muss seinen Freiraum haben, aber dieser darf nicht hinter Stahltüren verschlossen sein … das wäre eine untolerierbare, mehr als hinterfragungswürdige Ausgrenzung.

Wenn alles in diesem Rahmen abläuft - dann ist es ein gelungener, ehrlicher Muttertag. Nicht ein Tag, an dem die Mutter einmal, weil es denn sein muss, beachtet und geehrt wird, sondern ein Tag, an dem der Mutter eine besondere Freude bereitet wird - eben nur ein klitzekleines Bisschen mehr als sonst.

Die Mutter und Frau in ihrer verantwortungsvollen Rolle als gleichberechtigtes Familienmitglied muss an sich selbst glauben - gerade an einem Tag wie heute!

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  • Zufallszitat

Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt.
Mark Twain
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