Nach dem Spieltag am Sonntag, an dem sich viele Tausend ausländische Fans in Klagenfurt eingefunden haben, um ihre Mannschaft zu unterstützen, klagen die Verantwortlichen - sprich Politiker und Veranstalter - sowie die Wirte und Geschäftsleute über eine gewisse Flaute. Die eingefleischten Fans zogen weiter, die Einheimischen zeigen nicht das “gewünschte” Interesse. Hier hat man sich wohl verrechnet, obwohl es eigentlich klar ist, dass wir weder eine Fußballnation sind, noch die für uns ungewöhnlich ungemütliche Fanzonen/Fanmeilenatmosphäre in die Stadt lockt. Bierbänke statt dem schönen Mobilar der Gastgärten, Essen und Getränke auf und in Plastikgeschirr, horrende Preise für einen ungewohnten Biergeschmack (wobei Preise sowie Biermarke vorgeschrieben wurden). Zudem zeichneten die Medien im Vorfeld kriegsähnliche Zustände, die sich zum Glück nicht ergaben. Bis auf wenige - vorwiegend deutsche Hooligans, die dann ohnehin im Vorfeld gestoppt werden konnten - kamen keine Besucher, die auf Gewalt oder Auseinandersetzungen stehen. Sie wollen einfach ihr Fußballfest feiern … auf eine Weise, die nicht jedem gefallen muss.
Ich selbst lasse mich ebenfalls eher auf einen Spaziergang in der Stadt ein, als dass ich ein Spiel in der Fanzone/meile verfolge. Fußball war noch nie mein Ding und wird es auch jetzt nicht sein oder werden. Freude zu einer Sportart kommt nicht auf Befehl oder weil es gerade so passt. Das “Fest” an sich hat dennoch viele Hingucker zu bieten - auch für mich selbstverständlich.
Übrigens, wer nun denkt, dass dieses Bild für Klagenfurt als “kleines nettes Provinzstädtchen” stehen muss, der irrt. Auch in den anderen drei Austragsungsorten in Österreich (Wien, Salzburg, Innsbruck) sieht es ähnlich aus.
Aber gut, nun wird seitens der Politik nachjustiert und korrigiert, was im Vorfeld falsch eingeschätzt wurde. Im Großen und Ganzen eh alles nicht so dramatisch, ein starkes Wochenende liegt vor uns.
Andererseits sollte man auch die gute Organisation und Arbeit der Klagenfurter sehen. Es gab bisher nicht das geringste Chaos - weder in den Zonen in der Innenstadt, um das Stadion, am See noch mit dem Verkehr, der Sicherheit oder der Sauberkeit des Stadtbildes.
Morgen wird wieder ein Spiel in Klagenfurt ausgetragen. Die ersten bunt bemalten und gröhlenden (besser: gut gelaunten
) Fans habe ich heute schon gesichtet und gehört - alles deutet also wieder darauf hin, dass die Klagenfurter Fanzonen spätestens morgen gut belebt sein werden, wie am Sonntag.