Blättern: zurück - 1 2 3 4 5 - weiter

Beiträge mit dem Schlagwort 'Brauchtum'

Palmsonntag

Nicht die Geburt Jesu Christi (Weihnachten) sondern die Auferstehung bildet den eigentlichen Kern der christlichen Religion. Deshalb ist Ostern das Hauptfest und zugleich auch das älteste Fest der christlichen Kirchen. Viele regionale religiöse Bräuche haben sich bis heute erhalten.
Auch im übertragenen Sinne lässt sich die Botschaft dieses Festes erkennen: die Auferstehung (das Erwachen) der im Winter scheinbar abgestorbenen Natur. Im Volksglauben fehlen zu dieser Zeit auch Liebes- und Wetterorakel nicht. Zudem gibt man sich nach der langen Fastenzeit wieder gerne der Völlerei hin.

Ostern
Palmstrauß

Am Palmsonntag wird ein Palmstrauß, meist grüne Zweige, Palmkätzchen, Haselzweige, Weidenruten oder je nach Region und Brauch ähnliches gebunden und mit Schleifen, bunten Ostereiern und Brezeln geschmückt, zur Erinnerung an Christi Einzug in Jerusalem geweiht. Den Strauß hält man in der Hand oder - je nach Region - bindet ihn an einen oft mehrere Meter langen Stab.
Mancherorts ist es üblich einen Esel zu schmücken und mit einer darauf sitzenden Christusstatue durch das Dorf zu führen. Wer den Esel ein Stückchen zieht, dem werden alle Sünden genommen. In der Kirche selbst werden Leidensgeschichten erzählt und die Heilige Messe zum Palmsonntag gelesen.
Nach der Messe geht man mit dem Palmstrauß drei Mal um das Haus, um Unglück abzuwenden.
Der Palmzweig wird das ganze Jahr über aufbewahrt. Er schützt vor Blitzschlag und Hexen. Ein paar Palmkätzchen werden auch gerne unter das Saatgut gemischt oder man schluckt sie als vorbeugende Maßnahme gegen Fieber und Halsschmerzen. Sie sollen auch ein Mittel gegen Warzen sein und orakeln Tod oder Krankheit.

März

Der Monatsname März leitet sich vom römischen Kriegsgott Mars ab und war im Julianischen Kalender der erste Monat des Jahres. So finden sich in diesem Frühlingsmonat viele Neujahrsbräuche wieder. Der alte Jahresgott wurde durch Peitschenknallen und Schläge vertrieben und der Frühlingsbote begrüßt. Heute werden diese Riten durch Faschingsbräuche, die in den vorgehenden Monaten beginnen, ersetzt. Der Kampf zwischen Winter und Sommer oder die Dämonenbekämpfung erinnert jedenfalls daran. Erhalten haben sich vielerorts das Märzfeuer und das Ausrufen der Lenzpaare.

Bis zu Beginn der Neuzeit gab es noch keine vier Jahreszeiten, sondern lediglich Sommer und Winter. Älter als der Begriff Frühling ist das Wort Lenz. In den Frühlingsfeiern werden die bekannten Frühlingsboten begrüßt. Seien es die Blumen und Blüten, das Maiengrün, die erste Schwalbe oder etwa der Kuckuck. Neben vielen Frühlingsliedern und Frühlingsfeiern ist der Sonntag Lätare (der dritte Sonntag vor Ostern), das Osterfest selbst und der erste Mai zu den alten Bräuchen zu zählen. Von diesen Festen wird jedoch in nächsten Monaten mehr zu berichten sein, da sie kalendermäßig auch dort hin zuzuordnen sind.

Der März ist ein Monat voller Aberglaube. So wird erzählt, dass der Märzschnee und das Märzwasser unrein ist uns somit bestenfalls als Waschwasser oder zum Auswaschen von eitrigen Wunden! verwendbar sei. Wirksam sind auch Bäder im Märzwasser gegen Wurmbefall, also alles “unreine, ekelige” soll damit vom Leib gehalten werden. So schließt sich daraus, dass es ein Schönheitsmittelchen ist, bekämpft es Sommersprossen - die auch Märzflecken genannt werden -, verhilft zu reinster und hellster Haut und lässt Flechten und Schuppen verschwinden. Heilkraft wurde diesem Wasser auch bei Augenleiden nachgesagt.
Die Märzsonne sollte man hingegen meiden, da sie dem Volksglauben nach weder gut für die Augen noch für die Gesundheit im allgemeinen sein soll.

Botanisch gesehen ist die Frühlingsknotenblume der erste Bote. Sie wird auch Märzglöckchen genannt. Die Zwiebeln dieser Blume oder des Schneeglöckchens werden bzw. wurden ausgegraben und den Kühen zum Futter gemischt, damit ihnen nicht durch Zauber die Milch genommen werden könne.

Fastenzeit

Zeit der Einkehr und Besinnung. Das Fasten ist in fast allen Kulturkreisen bekannt und wird auch weitreichend praktiziert. Meist befristet sich dieser tiefsinnige Brauch auf eine bestimmte Zeit. Im Christentum sind dies vor allem die Freitage, bestimmte Tage vor hohen kirchlichen Festen und vor allem die Karwoche vor den Osterfeierlichkeiten. Streng genommen auch die 40 Tage von Aschermittwoch bis Ostersonntag. Falls wer nachrechnet: 40 Tage, weil die Sonntage nicht als Fastentage zählen.

Streng genommen müsste heute also der zweite Fastentag überwunden sein. Ohne mich! Ich verschiebe meine Fastenzeit ein wenig und fange erst ma 18. Februar damit an - aber dann richtig. Ich ziehe wieder mein F.X. Mayr Fasten durch … weniger aus spirituellen Gründen als aus Wohlfühl- und Gesundheitsgründen. Es stimmt, Fasten reinigt Körper und Geist, das gönne ich mir einmal im Jahr!

Neuerdings gibt es auch Schlagworte wie Autofasten, Computerfasten usw. Ja - auch eine Möglichkeit, die Körper und Geist gut tut.

Fasching

Ich bleibe am Faschingdienstag lieber (alleine) zu Hause, deshalb habe ich auch Zeit in volkskundlichen Büchern zu schmökern ;-)

Die Zeit nach Dreikönig und Aschermittwoch wird im bayrischen und österreichischen als Fasching - anderenorts als Fastnacht (u.a.) bezeichnet. Geprägt sind diese Wochen vor allem durch buntes Treiben, Masken und Verkleidungen, Narrenfreiheit, rauschende Feste mit Tanz und ausschweifende Gelage. Zurückzuführen ist dieser Brauch wohl auf das Verlangen von Lebensfreude vor der Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch eingeleitet wird. An diesem Tag wird der Fasching üblicherweise symbolisch begraben oder verbrannt.
Die früheste Erwähnung dieses Begriffes stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der eigentliche Sinn des Faschings bezog sich allerdings lediglich auf die letzten drei Tage vor dem Aschermittwoch.

Die Historik der Masken ist nicht völlig nachvollziehbar und begründet sich etwa zur Zeit der Gegenreformation. Nachvollziehbar ist, dass der Fasching in die Zeit der Frühlingsrituale fällt, die ebenfalls ihre rit. Verkleidungen kennen. Wahrscheinlich haben sich hier verschiedene Bräuche im Laufe der Zeit vermischt.

Die Faschingszeit war früher auch bevorzugter Heiratstermin, lediglich am Faschingdienstag durfte nicht geheiratet werden, denn da war der Teufel unterwegs. Andererseits sollte nicht gesponnen werden, denn sonst lahmt das Vieh oder die Spinnware wird von Mäusen gefressen.
Aus dem Mittelalter dokumentiert und volkskundlich relevant ist auch das Großreinemachen und die Vertreibung von Ungeziefer von Haus und Hof.
Ebenfalls heute noch bekannt sind Wetterorakel, ein Lostag ist z.B. der Rosenmontag.
Schließlich ist die Faschingszeit auch die Zeit der Hexen und der Geister. Wilde Gestalten ziehen um und unter diese Masken mischen sich oftmals auch wirklich fremde Unheimliche. Die überall auflodernden Feuer haben in diesem Sinne Abwehrcharakter, so wie der vorherrschende Lärm durch Glocken oder Geschrei. Viele Spiele stellen den Streit zwischen Winter und Sommer dar und die häufig anzutreffenden Schwerttänze haben ebenfalls Abwehrsymbolik. Vor allem weibliche Wesen schlagen mit Ruten aus eben diesem Grund und weiters soll dadurch die Fruchtbarkeit gefördert werden.

In der Faschingszeit soll reichlich gegessen und getrunken werden, um das ganze Jahr hindurch Wohlstand zu sichern. Die Reste wurden seinerzeit für Engel, Fuchs oder Marder geopfert. Und übrigens, wer am Faschingdienstag nüchtern einen Schnaps trinkt, den werden das ganze Jahr über die Mücken nicht stechen.
Brezeln, bestimmte Kuchen und Krapfen haben sich bis heute erhalten und werden auch reichlich verzehrt.

Der Fasching wird vielerorts am Aschermittwoch durch eine Puppe oder ähnlichem verkörpert und unter großer Heulerei angezündet. Voraus geht oftmals eine gespielte Gerichtsverhandlung und hinterher gibt es auch ein Begräbnis. Mit dieser Verbrennung wird das Ende der närrischen Zeit symbolisiert. Verbunden ist damit aber auch der Gedanke an die gefährlichen Mächte des Winters, die nun durch den Frühling besiegt werden.

Naja - die Zeiten haben sich geändert, aber ein bisserl Aberglaube steckt immer noch in den meisten von uns.

Faschingskrapfen

xxx
lecker ;-)

DAS Schmankerl zum Fasching sind die Krapfen, vorzugsweise mit Marillenmarmelade gefüllt und mit viel, sehr viel Staubzucker oben drauf. Das halbflüssige Innenleben und der feine Zucker machen das Essen sowieso zur Kunst und zu einem besonderen Faschingsvergnügen ;-)
Nicht nur in Österreich, auch in Deutschland zum Beispiel. Von Berliner Ballen ist hier die Rede, wie ich bei Luckilucki erfahren konnte. Ihre Geschichte hat er ausführlich beschrieben, ebenso Links zu Rezepten gesetzt.
In Österreich schreibt man die Krapfen der Wiener Kuchenbäckerin Cäcilia Krapf zu, die im 17. Jahrhundert in ihrer Backstube wirkte. Angeblich bereitete sie ein Hefegebäck zu als sie ein Lehrling über Gebühr ärgerte. Sie warf ein Stück Teig nach ihm, das allerdings im heißen Schmalztopf landete - der Krapfen war “geboren”.
Am Wiener Kongresses im Jahr 1815 sollen über zehn Millionen Krapfen verspeist worden sein. Zu dieser Zeit war es auch Brauch, dass junge Mädchen den Krapfen auseinander brachen und ihren Kavalieren eine Hälfte davon reichten. Nahmen sie an galt die Verlogung als besiegelt.
Soweit reicht die Bedeutung heute nicht mehr, aber schmecken lassen wir sie uns gerne.

Heiligen Drei Könige

Mit diesem kirchlichen Festtag ist die Weihnachtszeit beendet. Heute wird der Weihnachtsbaum aus der Wohnung entfernt und sonstige Dekoration wieder sorgfältig verpackt…

Ob es nun wirklich Könige waren oder wieviel “Weise” das Fest der Erscheinung Christi begründen ist unklar. Auf die Zahl “drei” kommt man, wenn man sich an den Geschenken an das Christuskind orientiert - Gold, Weihrauch und Myrrhe. Die Namen leiten sich vom christlichen Segensspruch “Christus mansionem benedicat” ab - Caspar, Melchior und Balthasar.
Mehr Wissenswertes dazu gibt es auf den Seiten von Wikipedia zu lesen.

Die ganze Woche über waren die Sternsinger unterwegs. Sie verbreiten die Botschaft im Sinnbild der Heiligen Drei Könige und sammeln Spenden für einen guten Zweck bzw. für die Unterstützung der Entwicklungshilfe. Der Brauch des Sternsingens geht übrigens bereits auf das 16. Jahrhundert zurück.
Diesen Besuch versäume ich ungerne. Zum einen, weil ich lebendige Bräuche - nicht nur im kirchlichen Bereich - schön finde und zum anderen, weil mir das Jahr über der Segensschriftzug - 20*C+M+B+08 - an der Türe fehlen würde… der Stern von Bethlehem und die drei Kreuze für die Dreifaltigkeit.

Einen guten Rutsch!

… wünsche ich allseits!

Dieser Ausspruch ist nicht überall bekannt - er leitet sich vom jiddischen “Gut Rosch” ab, was soviel wie “Guter Anfang” bedeutet. (hebräisch Rosch = Anfang, Beginn).

Für den letzten Tag des Jahres ist ein Papst Namensgeber. Silvester starb am 31.12.335 und wird als Heiliger verehrt.

Wie dem auch sei, heute wird ordentlich gefeiert - das neue Jahr eingeläutet. Mit einem Glas Sekt auf die Zukunft angestoßen - Prost! - leitet sich vom lateinischen “prosit” ab, das “es möge nützen” bedeutet.

Mögen also all die Wünsche, all die Glücksbringer, all die Bräuche und Sitten rund um den Jahresbeginn ihren Nutzen nicht verfehlen!

Neujahr

Blättern: zurück - 1 2 3 4 5 - weiter

05
  • Zufallszitat

  • Der Aberglaube ist überall eine notwendige Folge außergewöhnlicher Naturerscheinungen, deren Gründe unbekannt sind
    Denis Diderot
    » alle Zitate «
  • A dabei

  • TopBlogs.de
  • bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis
  • Austria Blog Verzeichnis
  • Blog Verzeichnis und Blog Webkatalog
  • Blog Button
  • Bloggernetz - der deutschsprachige Pingdienst
  • Blogverzeichnis
  • Bloggeramt.de
  • blogoscoop
  • BlogPingR.de - Blog Ping-Dienst, Blogmonitor
  • Nachlese

  • Weblog FAQ
  • Wordpress Community
  • Wikipedia
  • Empfehlung

  • Webhosting all-inkl.com
  • Anzeigen

  • Besucher

Du kannst derzeit
577 Beiträge und 925 Kommentare in 27 Kategorien finden.
Viel Spaß beim Stöbern!

  • ... und