Palmsonntag
Nicht die Geburt Jesu Christi (Weihnachten) sondern die Auferstehung bildet den eigentlichen Kern der christlichen Religion. Deshalb ist Ostern das Hauptfest und zugleich auch das älteste Fest der christlichen Kirchen. Viele regionale religiöse Bräuche haben sich bis heute erhalten.
Auch im übertragenen Sinne lässt sich die Botschaft dieses Festes erkennen: die Auferstehung (das Erwachen) der im Winter scheinbar abgestorbenen Natur. Im Volksglauben fehlen zu dieser Zeit auch Liebes- und Wetterorakel nicht. Zudem gibt man sich nach der langen Fastenzeit wieder gerne der Völlerei hin.
Am Palmsonntag wird ein Palmstrauß, meist grüne Zweige, Palmkätzchen, Haselzweige, Weidenruten oder je nach Region und Brauch ähnliches gebunden und mit Schleifen, bunten Ostereiern und Brezeln geschmückt, zur Erinnerung an Christi Einzug in Jerusalem geweiht. Den Strauß hält man in der Hand oder - je nach Region - bindet ihn an einen oft mehrere Meter langen Stab.
Mancherorts ist es üblich einen Esel zu schmücken und mit einer darauf sitzenden Christusstatue durch das Dorf zu führen. Wer den Esel ein Stückchen zieht, dem werden alle Sünden genommen. In der Kirche selbst werden Leidensgeschichten erzählt und die Heilige Messe zum Palmsonntag gelesen.
Nach der Messe geht man mit dem Palmstrauß drei Mal um das Haus, um Unglück abzuwenden.
Der Palmzweig wird das ganze Jahr über aufbewahrt. Er schützt vor Blitzschlag und Hexen. Ein paar Palmkätzchen werden auch gerne unter das Saatgut gemischt oder man schluckt sie als vorbeugende Maßnahme gegen Fieber und Halsschmerzen. Sie sollen auch ein Mittel gegen Warzen sein und orakeln Tod oder Krankheit.








