April
Der April steht hier besonders im Zeichen des Osterfestes mit einigen Bräuchen und Entstehungsgeschichten. Kalendermäßig fallen diese Feste auch oftmals in den Monat März, da Ostern im kirchlichem Sinne kein fixes Datum umreißt.
Zu seinem Namen kam der April wahrscheinlich vom lateinischen Wort “aperire”, was “öffnen” bedeutet. Das hängt wohl mit dem Frühling zusammen, der in der Natur “alles öffnet”. Der April wird auch als Ostermond bezeichnet und ist aufgrund des Wetters das Sinnbild der (Wetter-) Wendigkeit.
Der erste April ist der Geburtstag des Judas, deshalb wird er für einen Unglückstag gehalten. Aus diesem Anlass wurde das “In-den-April-schicken” üblich, wobei einfältige Leute oder Kinder scherzhaft vergaugelt wurden. Der Brauch mag auch auf das Fest der Quirinalia der Römer zurückgehen. Durch scherzhafte Aufgaben unausführlicher Aufträge an Bekannte oder Freunde oder auch durch ein gewisses Veräppeln wird in den April geschickt. In England zum Beispielt nennt sich dieser Tag auch “all-fools-day, wobei hier den Leuten Papierpuppen an die Kleider gehängt werden. Verbreitet ist dieses Treiben jedenfalls in ganz Europa. In Italien als “pesche d´avrile” bekannt, was soviel wie Aprilfischen bedeutet, woraus sich der Sinn ebenfalls assoziieren lässt. Ebenso werden Briefe mit scherzhaften Inhalt versandt.
Wegen der großen Freude und Heiterkeit dieses Brauches wird von manchen Volkskundlern auch angenommen, dass es Restbestände von alten Frühlingsbräuchen sind.
Als Unglückstag hat der erste April auch andere Bedeutung. An diesem Tag sollte man keinesfalls in den Wald gehen, auch Feldarbeit wirkt sich ungünstig aus. Säen und Pflanzen ist verpönt und bedeutet eine schlechte Ernte. Letzteres erscheint mir jedoch weniger abergläubisch als logisch, folgen doch in Kürze die Eisheiligen, die die Saat beschädigen könnten.
Als erfreulich anzusehen ist es, wenn es am ersten April regnet, das spricht für ein gutes Wirtschaftsjahr.
Es hat geregnet - das “In den April schicken” habe ich heuer verschlafen ;-))
Die Barbarazweige halten mancherorts auch als Liebesorakel her. Mädchen schneiden mehrere Zweige eines Kirschbaumes und versehen diese mit Namenszettel von potentiellen Verehrern. Derjenige, dessen Zweig nun blüht ist der Auserwählte. Die Blüten müssen allerdings bis zum Weihnachtstag aufgegangen sein, sonst gilt das Mädchen als unkeusch und unrein.



Der Glaube (welcher auch immer) ist demnach so alt wie die Menschheit selbst. In Zeiten als man noch nichts - oder später nicht viel - über Wissenschaften wusste und herrschende Kreise versucht haben, sie gewissenhaft zu unterbinden, war man förmlich gezwungen, auf anderen Wegen Erklärungen für Gegebenheiten und Geschehnisse zu suchen. Mythologie und Volksglaube übernahmen eine wichtige Funktion, die bis heute noch nicht ganz verdrängt ist. Der Unterschied zwischen Mythen und Volksglaube liegt darin, dass erstere von Göttern und götterähnlichen Helden handeln, während Volkssagen sich hauptsächlich mit gewöhnlichen Sterblichen, wenn auch meist mit übernatürlichen Kräften ausgestattet, beschäftigen. Mythen sind meist systematischer und geschlossener, sie sind ihren Erzählern heilig und manchmal mit einer Art Ritual verbunden - Volkssagen fragmentarischer, diesseitig ausgerichtet, von profaner Natur. Vor allem aber sind Mythen Gemeingut der führenden Schichten (Priester, Herrscher o.ä.), während Volkssagen einer Subkultur zugerechnet werden, die unabhängig davon existiert oder sogar im Gegensatz zur Kultur der höheren Gesellschaftsschichten steht. Der Unterschied wird am deutlichsten, wenn man sieht, dass Volkserzählungen oft im Genre “Märchen” zu finden sind, das großteils nur noch Kindern erzählt wird und Mythen durchaus noch echte offizielle Glaubensinhalte darstellen.









