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Beiträge mit dem Schlagwort 'Aberglaube'

Maria Verkündigung

… eines der ältesten Marienfesten, das bis ins 6. Jahrhundert zurückreicht, ist die Verkündigung des Herrn und zugleich die ursprüngliche Version des christlichen Frühlingsanfanges.
So soll der Erzengel Gabriel Maria die Geburt des Erlösers verkündet haben.
Auch wenn dieser Tag nahe dem Osterfest ist, so hat er doch weihnachtlichen Charakter (9 Monate vor dem 25. Dezember).

Im Brauchtum ist es der Tag an dem man die erste Schwalbe erwartet, ihr die Fenster öffnet und sie zum Nisten animiert, damit das Gebäude und seine Bewohner vor Blitzschlag geschützt sind. Schönes Wetter vorher ist weniger gut, weil es danach umso kürzer anhält. Ein klarer Verkündigungstag verspricht laut den alten Bauernregeln allerdings ein gutes Erntejahr und somit auch gute Witterungen.

Karsamstag - Speisenweihe

Der Karsamstag markiert das Ende der Fastenzeit. Es ist aber auch ein Tag, an dem man alle möglichen Reinigungsarbeiten vornehmen soll - Haus und Hof, Haare und Körper, außerdem soll man an diesem Tag dem Aberglaube nach besondere Kraft besitzen, die einem beim Verrichten harter Arbeit entgegenkommt.

Osterkorb
Osterkorb

Doch der Karsamstag, wie ich ihn kenne, hat eigentlich nichts mit Arbeit zu tun. Vielmehr werden an diesem Tag die Osterspeisen geweiht und danach genussvoll - nach der langen Fastenzeit - verzehrt. Hier gibt es regionale Unterschiede: in der kärntner Gegend verpackt man in den Osterkorb gekochten Beinschinken, geselchte Würste, gekochte Zunge, eine große Krenwurzel, eigens gebackenes Osterbrot, Reindling und gefärbte Ostereier. Über diesen Korb wird eine handgestickte Osterweihdecke geworfen, die jede Hausfrau parat hat. In der Kirche oder bei einem Kreuz versammeln sich die Leute, um nach einer Osteransprache bzw. Ostermesse die Speisen durch den Pfarrer weihen und segnen zu lassen. Nachdem der Inhalt dieses Osterkorbes regional verschieden ist, kommt es weniger auf die Zutaten als auf die Symbolik an. Man sagt auch, dass alle Geister in der Hölle an diesem Tag diese Predigten hören können.

Karfreitag

Der Karfreitag ist der Tag der Kreuzigung des Herrn. Abgesehen von den kirchlichen Zeremonien und seiner Bedeutung als strenger Fastentag wird dieser Tag als Unglückstag, an dem bei der Verrichtung der täglichen Arbeit besondere Vorsicht geboten ist, betrachtet. Und das obwohl dieser Tag für viele Tätigkeiten geeignet zu sein scheint: Bäume schlagen, reinigende Tätigkeiten, Säen, Nägel- und Haareschneiden sind besonders hervorzuheben.
Noch etwas haarsträubendes habe ich in einem alten Buch gelesen, das ich nicht vorenthalten möchte: Eine Frau die am Karfreitag Mehl, abgeriebenes Brot und ein ganzes Stück Brot isst, wird das ganze Jahr nicht schwanger.

März

Der Monatsname März leitet sich vom römischen Kriegsgott Mars ab und war im Julianischen Kalender der erste Monat des Jahres. So finden sich in diesem Frühlingsmonat viele Neujahrsbräuche wieder. Der alte Jahresgott wurde durch Peitschenknallen und Schläge vertrieben und der Frühlingsbote begrüßt. Heute werden diese Riten durch Faschingsbräuche, die in den vorgehenden Monaten beginnen, ersetzt. Der Kampf zwischen Winter und Sommer oder die Dämonenbekämpfung erinnert jedenfalls daran. Erhalten haben sich vielerorts das Märzfeuer und das Ausrufen der Lenzpaare.

Bis zu Beginn der Neuzeit gab es noch keine vier Jahreszeiten, sondern lediglich Sommer und Winter. Älter als der Begriff Frühling ist das Wort Lenz. In den Frühlingsfeiern werden die bekannten Frühlingsboten begrüßt. Seien es die Blumen und Blüten, das Maiengrün, die erste Schwalbe oder etwa der Kuckuck. Neben vielen Frühlingsliedern und Frühlingsfeiern ist der Sonntag Lätare (der dritte Sonntag vor Ostern), das Osterfest selbst und der erste Mai zu den alten Bräuchen zu zählen. Von diesen Festen wird jedoch in nächsten Monaten mehr zu berichten sein, da sie kalendermäßig auch dort hin zuzuordnen sind.

Der März ist ein Monat voller Aberglaube. So wird erzählt, dass der Märzschnee und das Märzwasser unrein ist uns somit bestenfalls als Waschwasser oder zum Auswaschen von eitrigen Wunden! verwendbar sei. Wirksam sind auch Bäder im Märzwasser gegen Wurmbefall, also alles “unreine, ekelige” soll damit vom Leib gehalten werden. So schließt sich daraus, dass es ein Schönheitsmittelchen ist, bekämpft es Sommersprossen - die auch Märzflecken genannt werden -, verhilft zu reinster und hellster Haut und lässt Flechten und Schuppen verschwinden. Heilkraft wurde diesem Wasser auch bei Augenleiden nachgesagt.
Die Märzsonne sollte man hingegen meiden, da sie dem Volksglauben nach weder gut für die Augen noch für die Gesundheit im allgemeinen sein soll.

Botanisch gesehen ist die Frühlingsknotenblume der erste Bote. Sie wird auch Märzglöckchen genannt. Die Zwiebeln dieser Blume oder des Schneeglöckchens werden bzw. wurden ausgegraben und den Kühen zum Futter gemischt, damit ihnen nicht durch Zauber die Milch genommen werden könne.

Schalttag

Dass ein Schaltjahr dem Volksglauben nach nicht Gutes bedeuten kann ist ja klar. Alles was von der Norm und dem Geregelten abweicht ist suspekt und bringt Unheil. Wichtige Vorhaben gelingen nicht, die Saat geht nicht auf usw. usf. … na lassen wir uns überraschen ;-)

Der Februar hat in einem Schaltjahr also 29 Tage. Interessant ist dass eigentlich nicht der 29. der Schalttag ist, sondern dass der 24. doppelt gezählt wird. Diese Vorgangsweise bezeugt jedenfalls der Julianische Kalender. Notwendig ist dieser Schalttag, damit unser Kalender, der auf ganze Zahlen aufgebaut ist, sich den unrunden astronomischen Größen angleicht. Sonst passt irgendwann gar nichts mehr zusammen.
Unser gregorianischer Kalender wurde im 16. Jhdt. entwickelt und im Laufe der Zeit von den meisten Staaten übernommen (in China z.B. erst 1946), davor war der Julianische Kalender in Gebrauch, der schon Schalttage kannte. Immerhin wurde er etwa 50 v.Chr. berechnet. J. Cäsar beauftragte einen ägyptischen Astronomen damit, wobei die Ägypter schon lange vorher ihre Mond- und Sonnenkalender hatten.
Schon enorm, was die Menschen damals ohne großes technisches Hilfsmittel zu deuten wussten.

Viel Grund zum Feiern haben heute wohl die Geburtstagskinder. Für die Jahre dazwischen empfehlen sich die Trostgründe für die Unglücklichen, die am 29sten Februar geboren sind.

Mondfinsternis

Soll ja romantisch gewesen sein, heute in den Morgenstunden. Aber wer tut sich das an? ;-)
Die extremen Frühaufsteher und die extremen Spätzubettgeher.
Ich nicht. Das sehe ich sowieso im Fernsehen - abgespult in ein paar Minuten, wenn überhaupt so lange.
Wie unromantisch ich doch bin. Der Mond, mit roter Seide umsponnen, was für ein Anblick, was für Emotionen - über Stunden. Herrliche Momente im Morgengrauen - und es nennt sich doch nur schlicht “Mondfinsternis”.

In sehr viel früheren Zeiten galt eine Verfinsterung von Mond oder Sonne als Unheil, als Gefahr. Dem Volksglauben nach nahm man an, dass Gift vom Himmel fällt und möglicherweise gar die Welt bedroht würde. Verursacher waren - neben dem Gestirne kraftraubende Hexen, Zauberer oder Dämonen - Sonne und Mond selber, als streitendes Paar. Astrologen des Spätmittelalters zogen Rückschlüsse auf die Witterung oder Krankheiten… als Abwehrzauber half wie so oft: Lärm.

Die nächste Mondfinsternis gibt es in sieben Jahren.

Fasching

Ich bleibe am Faschingdienstag lieber (alleine) zu Hause, deshalb habe ich auch Zeit in volkskundlichen Büchern zu schmökern ;-)

Die Zeit nach Dreikönig und Aschermittwoch wird im bayrischen und österreichischen als Fasching - anderenorts als Fastnacht (u.a.) bezeichnet. Geprägt sind diese Wochen vor allem durch buntes Treiben, Masken und Verkleidungen, Narrenfreiheit, rauschende Feste mit Tanz und ausschweifende Gelage. Zurückzuführen ist dieser Brauch wohl auf das Verlangen von Lebensfreude vor der Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch eingeleitet wird. An diesem Tag wird der Fasching üblicherweise symbolisch begraben oder verbrannt.
Die früheste Erwähnung dieses Begriffes stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der eigentliche Sinn des Faschings bezog sich allerdings lediglich auf die letzten drei Tage vor dem Aschermittwoch.

Die Historik der Masken ist nicht völlig nachvollziehbar und begründet sich etwa zur Zeit der Gegenreformation. Nachvollziehbar ist, dass der Fasching in die Zeit der Frühlingsrituale fällt, die ebenfalls ihre rit. Verkleidungen kennen. Wahrscheinlich haben sich hier verschiedene Bräuche im Laufe der Zeit vermischt.

Die Faschingszeit war früher auch bevorzugter Heiratstermin, lediglich am Faschingdienstag durfte nicht geheiratet werden, denn da war der Teufel unterwegs. Andererseits sollte nicht gesponnen werden, denn sonst lahmt das Vieh oder die Spinnware wird von Mäusen gefressen.
Aus dem Mittelalter dokumentiert und volkskundlich relevant ist auch das Großreinemachen und die Vertreibung von Ungeziefer von Haus und Hof.
Ebenfalls heute noch bekannt sind Wetterorakel, ein Lostag ist z.B. der Rosenmontag.
Schließlich ist die Faschingszeit auch die Zeit der Hexen und der Geister. Wilde Gestalten ziehen um und unter diese Masken mischen sich oftmals auch wirklich fremde Unheimliche. Die überall auflodernden Feuer haben in diesem Sinne Abwehrcharakter, so wie der vorherrschende Lärm durch Glocken oder Geschrei. Viele Spiele stellen den Streit zwischen Winter und Sommer dar und die häufig anzutreffenden Schwerttänze haben ebenfalls Abwehrsymbolik. Vor allem weibliche Wesen schlagen mit Ruten aus eben diesem Grund und weiters soll dadurch die Fruchtbarkeit gefördert werden.

In der Faschingszeit soll reichlich gegessen und getrunken werden, um das ganze Jahr hindurch Wohlstand zu sichern. Die Reste wurden seinerzeit für Engel, Fuchs oder Marder geopfert. Und übrigens, wer am Faschingdienstag nüchtern einen Schnaps trinkt, den werden das ganze Jahr über die Mücken nicht stechen.
Brezeln, bestimmte Kuchen und Krapfen haben sich bis heute erhalten und werden auch reichlich verzehrt.

Der Fasching wird vielerorts am Aschermittwoch durch eine Puppe oder ähnlichem verkörpert und unter großer Heulerei angezündet. Voraus geht oftmals eine gespielte Gerichtsverhandlung und hinterher gibt es auch ein Begräbnis. Mit dieser Verbrennung wird das Ende der närrischen Zeit symbolisiert. Verbunden ist damit aber auch der Gedanke an die gefährlichen Mächte des Winters, die nun durch den Frühling besiegt werden.

Naja - die Zeiten haben sich geändert, aber ein bisserl Aberglaube steckt immer noch in den meisten von uns.

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