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Beiträge mit dem Schlagwort 'Aberglaube'

Der göttliche Plan

mittelalter
Thema Mittelalter

In der Vorstellung der mittelalterlichen Denkweise war nichts dem Zufall überlassen und kein Ablauf der Natur ließ sich - zumindest mit bekannten Mitteln - manipulieren. Der göttliche Plan stand im Vordergrund.

Das menschliche Dasein reihte sich zwischen Himmel und Erde. Der Mensch als Ebenbild Gottes - verdammt durch Erbsünden und Laster. Ziel war es, die Gnade Gottes wieder zu erlangen. Das Leben des Menschen war also durch rituelle Vorkehrungen bestimmt, um letztendlich das Seelenheil zu erlangen. So lebte man in ständiger Angst, Fehler zu begehen oder fehlerhaften Ritualen zu verfallen. Gemeint ist hier z.B. Taufe, Teufelaustreibung, die Abwehr böser Geister, die richtigen Priester zu wählen, die Kommunion im richtigen Moment zu erhalten o.ä. - die Lebensführung war durch solche Ängste ständig in Gefahr.

Nach dem Werk von Papst Innozenz III (1198 - 1216) “Über das Elend des menschlichen Daseins” wurde bereits die Geburt eines Menschen als höchst beklagenswert empfunden. Dieses Werk war viele Jahrhunderte sehr bedeutend und drückt im Wesentlichen die Hoffnungslosigkeit und Trostlosigkeit des menschlichen Lebens bis hin zum Tode aus. Glanz und Elend, krasse Standesunterschiede, aber vor allem Naturkatastrophen trugen die Menschen.
Diese seelische Plage begleitete alle Menschen aller Stände durch das ganze Leben. Doch der mittelalterliche Mensch nahm jede Pein auf sich und ertrug die schlimmsten Leiden, ein Freitod war der verwerflichste Abgang aus dem Leben …

Die Alraune

Die Alraune ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich um eine Pflanze eine geheimnisvolle Aura bilden kann. Um sie ranken sich fantasievolle, schauerliche und abenteuerliche Geschichten, die im Volks- bzw. Aberglauben noch heute ihre Wirkung zeigen. Liegt eigentlich auf der Hand, dass sich um diese Pflanze Horrorbuch- und auch Filminhalte drehen, die auf diese alte Legende beruhen.

Heute ist die Alraune für viele Menschen ein lästiges Unkraut, unerkannt und unbeachtet, für andere jedoch liegt der Zauber noch immer greifbar. Die Inhaltstoffe der Alraune sind einerseits heilwirkend und andererseits todbringend. In früheren Zeiten, als Pflanzen im täglichen Leben eine große Rolle spielten, war sie unbezahlbar wertvoll und heiß begehrt. Sie war (oder ist?) eine der mächtigsten Zauberpflanzen.

Archäologen fanden in ägyptischen Pyramiden Teile der Alraune als Grabbeigabe. Schon in dieser Kultur war diese Pflanze besonders als Aphrodisiakum sehr geschätzt. Sogar in der Bibel ist sie beschrieben und der griechische Arzt Theophrast erklärte sie im 4. Jahrhundert vor Christus zu einer ganz besonderen Pflanze, die sowohl in Liebesangelegenheiten, als Fruchtbarkeitszauber als auch als Schlafmittel eingesetzt wurde.
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Heilkunde im Mittelalter

mittelalter
Thema Mittelalter

Der Mensch im Mittelalter lebte noch im besonderen Maße von den Ressourcen, die die Natur bot. So nutzte er selbstverständlich die Heilkraft und Vorbeugung der allgegenwärtigen, unberührten Pflanzenwelt.

Klöster hatten bei der Bewahrung von antiken Pflanzenwissen eine zentrale Bedeutung. Die Mönche und Ordensbrüder schrieben bereits Bücher und fassten ihr Wissen sehr anschaulich zusammen. Einer der ersten Medizinpraktiker war Benedikt von Nursia, der um 529 in Montecassino wirkte. Sein Klosterleben war im Zeichen der Krankenpflege für Arme und Fremde ausgerichtet.
Bereits im Jahre 560 entstand unter der Leitung vom Benediktiner Cassiodor eine Schule für Ordensbründer, in der Heilwissen vermittelt wurde.

Von Kaiser Karl des Großen wurde per “Capitulare de villis” 812 genau festgelegt, wie das Klosterleben gestaltet sein soll. Die Gartengestaltung war dabei ein fixer Punkt. Rückblickend ergab sich der Begriff “Karlsgarten”. Es war vorgegeben, welche Obst-, Gemüse- und eben vor allem Kräutersorten angebaut werden müssen. Darunter befanden sich viele Heilpflanzen wie Anis, Eibisch, Ringelblume, Minze, Knoblauch oder Kerbel. Die Ordensbrüder sammelten auch Erfahrungen auf ihren zahlreichen ausgedehnten Reisen und brachten so neue Kräuter mit, die von Karl dem Großen in die Liste mit aufgenommen wurden. Die Ordensbrüder waren angehalten, die Pflanzen und deren Wirkung in Bezug auf Heilung, Linderung, Speisenzubereitung aber auch Konservierung zu studieren.
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Volksfeste

008
Volks- und Glaubensfeste - siehe auch “Jahreskeis”

Deutliche Spuren vorchristlicher Gottheiten sind außerordentlich selten auszumachen. Mittelalterliche Priester waren schnell bereit, einen Brauch als verdammenswert und vom Teufel inspiriert zu betrachten, weil er ein Ausdruck der Sexualität war, Trunkenheit förderte oder zur Gesetzlosigkeit führte oder weil sich dabei Männer als Frauen verkleideten, entgegen den Geboten der Bibel. All dies mochte ihnen teuflisch erscheinen, wenngleich auch der Teufel nicht direkt verehrt wurde.

Viele Bräuche gehen auf Sonnenverehrung oder Fruchtbarkeitskulte zurück. Wenn Festlichkeiten zu Ehren alter Gottheiten tatsächlich überleben, so werden sie bis zur Unkenntlichkeit verändert. Gottheiten werden mit Heiligen ausgetauscht – das Rituelle hat sich erhalten. Tänze, mit dem Geister ausgetrieben werden, lassen sich oft „verchristlichen“ und behielten somit Bestand.

In katholischen Ländern, wo kirchliche Feiertage sowohl mit Lustbarkeit als auch mit Kirchgang begangen werden, vermischen sich religiöse Riten und weltliche Bräuche oft zu umfangreichen Festlichkeiten, die von den Teilnehmern als unteilbares Ganzes erlebt werden, während Besucher, die nicht der Gemeinde angehören, auf einige bizarre Elemente bei diesen Feiern unter Umständen mit Verwunderung oder sogar Missbilligung reagieren können.

kurze Arbeitswoche - Mittwoch

Ein Lichtblick ist es ja schon, wenn die Arbeitswoche am Mittwoch beginnt. Nur noch drei Tage und ab ins Wochenende.

Gott hat den Mittwoch geschaffen, um uns daran zu erinnern, dass wir Dienstag in Verwirrung waren.
Eduard Douwes Dekker, 1820 - 1887
niederländischer Kolonialbeamter und Schriftsteller

In Verwirrung war ich gestern keineswegs! Im Gegenteil, der Urlaubstag nach den Osterfeiertagen war notwendig und wurde dementsprechend genutzt.

Im 10. Jhdt. ist in deutschen Gebieten der Begriff mittewoche entstanden. Im heidnischen Volksglauben ist der Mittwoch ein Glückstag. Allerdings wurde er vom christlichen Gedankengut her zu einem Unglückstag. Judas hat Christus bekanntlich an einem Mittwoch verraten. Der allgemeine Volksglaube hielt daran fest und so entstanden einige Unanehmlichenkeiten zu diesem Tag: Angeblich bekomme man Kopfschmerzen, wenn man sich an diesem Tag den Kopf wäscht … geborene Kinder haben wenig Glück im Leben und sterben bald … Kinder soll man nicht das erste Mal in die Schule schicken, weil sie in weiterer Folge nichts lernen … keine Taufen oder Hochzeiten an diesem Wochentag, weil … !

Ich halte mich in diesem Fall eindeutig an das Heidentum! ;-)

Maria Verkündigung

… eines der ältesten Marienfesten, das bis ins 6. Jahrhundert zurückreicht, ist die Verkündigung des Herrn und zugleich die ursprüngliche Version des christlichen Frühlingsanfanges.
So soll der Erzengel Gabriel Maria die Geburt des Erlösers verkündet haben.
Auch wenn dieser Tag nahe dem Osterfest ist, so hat er doch weihnachtlichen Charakter (9 Monate vor dem 25. Dezember).

Im Brauchtum ist es der Tag an dem man die erste Schwalbe erwartet, ihr die Fenster öffnet und sie zum Nisten animiert, damit das Gebäude und seine Bewohner vor Blitzschlag geschützt sind. Schönes Wetter vorher ist weniger gut, weil es danach umso kürzer anhält. Ein klarer Verkündigungstag verspricht laut den alten Bauernregeln allerdings ein gutes Erntejahr und somit auch gute Witterungen.

Karsamstag - Speisenweihe

Der Karsamstag markiert das Ende der Fastenzeit. Es ist aber auch ein Tag, an dem man alle möglichen Reinigungsarbeiten vornehmen soll - Haus und Hof, Haare und Körper, außerdem soll man an diesem Tag dem Aberglaube nach besondere Kraft besitzen, die einem beim Verrichten harter Arbeit entgegenkommt.

Osterkorb
Osterkorb

Doch der Karsamstag, wie ich ihn kenne, hat eigentlich nichts mit Arbeit zu tun. Vielmehr werden an diesem Tag die Osterspeisen geweiht und danach genussvoll - nach der langen Fastenzeit - verzehrt. Hier gibt es regionale Unterschiede: in der kärntner Gegend verpackt man in den Osterkorb gekochten Beinschinken, geselchte Würste, gekochte Zunge, eine große Krenwurzel, eigens gebackenes Osterbrot, Reindling und gefärbte Ostereier. Über diesen Korb wird eine handgestickte Osterweihdecke geworfen, die jede Hausfrau parat hat. In der Kirche oder bei einem Kreuz versammeln sich die Leute, um nach einer Osteransprache bzw. Ostermesse die Speisen durch den Pfarrer weihen und segnen zu lassen. Nachdem der Inhalt dieses Osterkorbes regional verschieden ist, kommt es weniger auf die Zutaten als auf die Symbolik an. Man sagt auch, dass alle Geister in der Hölle an diesem Tag diese Predigten hören können.

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  • Zufallszitat

Sobald der Geist auf ein Ziel gerichtet ist, kommt ihm vieles entgegen.
Goethe
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