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Beiträge der Kategorie 'Volksglaube'

Sonntag

… ich hoffe, Ihr hattet einen schönen!

Im germanischen Sprachstamm leitet sich der Sonntag vom lateinischen “dies solis” ab, was soviel wie Tag der Sonne oder des Sonnengottes bedeutet. Die romanischen Sprachen dagegen gehen mit “domenica, dimanche, domingo” (italienisch, französisch, spanisch) auf das christlich lateinische “dies dominicus) = Tag des Herrn zurück.
Im althochdeutschen war es der “sunnun tag”.
Seit dem 1.1.1976 ist der Sonntag nach “deutscher” Zählung der siebente Wochentag, nach christlich jüdischer Zählung der erste.

Dass das auch mal hier festgehalten wird ;-)
Zum Sonntag gäbe es wohl noch mehr zu recherchieren, aber das überlasse ich jetzt schlichtweg den Interessierten.

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Buchstabensalat

Gimme 5

Wir geben im folgenden fünf Buchstaben vor. Schreib ein Wort auf, dass dir spontan dazu einfällt, und erkläre, wieso es dir einfiel, was es bedeutet, etc.

1. G - Glas - steht vor mir, gefüllt mit frischem Leitungswasser

2. W - www - ohne gehts heutzutage nimmer

3. N - nichts - Nichts ist gut für die Augen. Kürzlich habe ich in einem volksgeschichtlichen Buch gelesen, dass “Nichts” Augentropfen aus Zinksulfat genannt wurden. Zu Zeiten der Alchimisten war der lateinische Ausdruck für oxytiertes Zink “nix alba”. Über die Mundart entwickelte sich im Laufe der Zeit aus diesem der Begriff “nichts”. Das wiederum übersetzten Apotheker ins lateinische “nihil” (unguentum nihili)… und so entstand auch die eingangs erwähnte Redensart.

4. P - Philipp - mein Kleinerer - liest neben mir ein Buch

5. R - Rom - da will ich demnächst hin

Neujahr

Der Abschied vom Alten und die Begrüßung des Neuen.
Das neue Jahr zu begrüßen ist eher ein weltliches als ein kirchliches Fest. Schon im antiken Rom wurden hier pompöse Feste gefeiert, die von der Kirche als heidnisch verpönt waren. Der Neujahrstag war bis zum 7. Jahrhundert dem Hochfest der Gottesmutter Maria gewidmet. Die Bevölkerung ließ es sich nicht nehmen, an diesem Brauchtum festzuhalten. Im kirchlichen Sinne wurde das neue Jahr am 6. Jänner eingeleitet.
Bis heute ist Neujahr jedoch auch ein Anlass, Messen zu lesen, Glocken zu läuten oder Turmbläser ihres Amtes walten zu lassen.

Am Neujahrstag, der bekanntlich um Mitternacht beginnt!, werden Glücksbringer ausgetauscht und “der gute Rutsch” (= leitet sich wahrscheinlich vom hebräischen Namen des jüdischen Neujahrsfestes “Rosch Hashana” ab. Der Ausdruck bedeutet soviel wie “Kopf oder Anfang des Jahres”) gewünscht. Umrahmt zumindest in Österreich gewöhnlich mit den Glocken der Pummerin in Wien, mit dem Donauwalzer, den Versprechen von guten Vorsätzen, die jedoch selten eingehalten werden und jede Menge Pöller und Raketen, Bleigießen und Orakeln ist natürlich auch beliebt. Der Ursprung all dieser Bräuche liegt wohl dem Lärm nach zu schließen darin, böse Geister zu vertreiben und der Zukunft zu orakeln. Im Mittelalter ist dieses Fest als “Fest der Narren” bekannt.
Verschiedene Glückssymbole versprechen Wohlstand und ein friedvolles Jahr. … das Schwein, der vierblättrige Klee, der Rauchfangkehrer und der Marienkäfer zum Beispiel.
Am Neujahrstag sollte unbedingt Schweinefleisch verzehrt werden. Das Schwein bringt Glück. Es heißt ja nicht umsonst “Schwein gehabt” ;-) Früher war übrigens in Kartenspielen das Schwein auf dem Ass abgebildet. Wer die “Sau” hatte, hat meist auch schon gewonnen. Isst man hingegen Geflügel, so fliegt das Glück davon.

Ich wünsche ein gutes Neues Jahr, mögen sich alle Vorhaben erfüllen lassen!

Glück ins Haus

… bringen heute vormittag die “Schapper” in manchen Teilen Österreichs. Heute - am unschuldigen Kindertag - ziehen die Kinder mit ihren Weidenruten von Haus zu Haus und bringen ihre Glücks- und Segenswünsche verbunden mit leichten Schlägen und bestimmten Sprüchen. Dafür gibts Süßigkeiten oder Geld.

Je nach Region sind die Sprüche verschieden, bei uns sind diese zwei bekannt:

Schapp, schapp
frisch und g´sund,
long leb´n, g´sund bleiben,
nix kluntzn, nix klog´n,
bis i wieder kum schlog´n.

oder

Frisch und g´sund,
frisch und g´sund,
beißt di ka Floh,
beißt di ka Hund
beißt di ka Wolf, ka Bär,
gib nua gnua Schappenguat her.

Der Brauch geht im Christentum auf den Kindsmord zu Herodeszeiten in Betlehem zurück und in den heidnischen Wurzeln wird die Sehnsucht nach dem Frühling gesehen. Ruten stehen als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit.

Heutzutage wird der Brauch - zumindest bei uns in der Stadt - nicht mehr so wahr genommen. Ehrlich gesagt, hatte ich als Kind damit auch keine Freude und meine eigenen schicke ich auch nicht los. Nur die engeren Verwandten werden ordentlich geschappt…. übrigens, wer nach 12.00 Uhr kommt, bekommt keinen Lohn, sondern wird ins Ofenloch gesteckt!

Who is who?

Nikolaus, Krampus, Percht, Knecht Ruprecht, Weihnachtsmann, Coca-Cola-Werbeträger, Christkind. Im Laufe der Zeit sind nicht nur Kinder verwirrt, wer denn nun wann und warum Geschenke bringt.

Die Guten:

Nikolaus in MyraMorgen wird der Hlg. Nikolaus verehrt. Seine Geschichte geht auf die Wikung in der ersten Hälfte des 4. Jahrhundert als Bischof in Myra/Demre in der Türkei zurück.
Schon zu Beginn des ersten Jahrtausend wurde er im griechischen Osten verehrt, wobei die Kaisertochter Theophanu dafür mehr oder weniger Sorge trug.
Das Brauchtum bekundet die Nikolausbescherung im Mittelalter. In Klosterschulen wurde ein (Kinder)Bischof aus dem Kreise der Schüler gewählt. Seine Aufgabe war es, die braven Kinder zu beschenken und die unartigen zu bestrafen.
Lange Zeit hielt sich auch der 6. Dezember Bescherungstag in der Weihnachtszeit.
Der Nikolaus trägt Bischofsgewandung, wichtig demnach die Mitra. Das Bild zeigt den Hlg. Nikolaus vor der Kirche in Myra, die ich vor zwei Jahren besichtigte.

Zu Reformationszeiten Luthers wurde das Christkind erfunden, weil die Protestaten katholische Heilige im Allgemeinen ablehnten - und gleichzeitig der Bescherungstag auf den 24. bzw. 25. Dezember verlegt.
Im 19. Jahrhundert übernahmen immer mehr Katholiken diesen Brauch und fügten den Adventkranz und den Christbaum hinzu.

Naja - die Protestanten grenzten sich wiederum ab und verbreiteten die Vorstellung des Weihnachtsmannes. Erwähnt ist hier das bekannte Lied von Hoffmann von Fallersleben aus dem Jahr 1835 “Morgen kommt der Weihnachsmann”. Einige Jahre später stellte Moritz von Schwind ihn erstmals - wohl an die Nikolausfigur angepasst - malerisch dar. Ein alter bärtiger Mann mit rotem Mantel. Der Auswanderer Thomas Nast “erschuf” 1863 den amerikanischen Santa Claus mit seinem Rentierschlitten. Der Name leitet sich vom holländischen Sinterklaas ab.
Und dann kreierte der Grafiker Sunblom in den 20iger Jahren den Coca-Cola-Mann, der sich in populärster Weise in die Kinderherzen einschlich.

Die Bösen mit Charme:

PerchtAls bestrafender Begleiter des Nikolaus wurde im 17. Jahrhundert der Krampus aus der Perchtenschar herausgelöst. Krallen (crampa), Hörner, langer Schwanz und eine Rute sind seine Merkmale - dennoch ein Untergebener des Nikolaus, der ihn fest im Griff hat. Mit dem Teufel haben übrigens weder die Percht noch der Krampus etwas gemein. Beide stehen trotz ihrer bösartigen Rolle im Endeffekt für das Gute.
In verschiedenen Gegenden entwickelten sich ähnliche Spezialperchten - in Österreich, Norditalien und Süddeutschland hat sich dieser Brauch bis heute erhalten.

Luther - der ja katholische “Erfindungen” nicht akzeptierte und heidnische schon gar nicht - schickte den Knecht Ruprecht in Deutschland mit Geschenken los. Er vereint den Nikolaus und den Krampus mehr oder weniger, verteilt Geschenke, hat aber auch eine Rute im Gepäck. Verwandt sind sie jedoch keinesfalls.

Die Hässlichen und Schönen:

Die Perchten sind vom Ursprung her zwischen den Jahren unterwegs. Sie entstanden bereits in der Antike. “peraht” bedeutet prunksüchtiges Weib. Oft sind sie auch doppelgesichtig und wenige spezielle Perchten (z.B. eben der Krampus) sind von den Katholiken aus dem heidnischen Glauben abgewandelt.
Perchten wachen über die Feiertags- und Arbeitsruhe und vertreiben dunkle Mächte. Hinter der Dunkelheit vermutete man böse, finstere Dämonen, die man mit ebenso Hässlichen bekämpfen könnte. Bis in die Frühlingsmonate sollten sie es dann auch endlich geschafft haben, die frühe Dunkelheit dieser Tage zu verscheuchen - dann tritt die Schönpercht in Aktion und sorgt für Fruchtbarkeit.

Percht Percht

Heute nimmt man das wohl alles nicht mehr so genau, das Bauchtum, der Volksglaube wird dennoch weitgehend erhalten… interessant ist es allemal.

Barbara

Seit dem 15. Jahrhundert wird am 4. Dezember - so sagt der Brauch - ein Obstbaumzweig, vornehmlich ein Kirschzweig, geschnitten und in eine Vase im geheizten Zimmer zu stellen. Blüht nun dieser Zweig genau zum Weihnachtstag ist das als gutes Zeichen für die Zukunft zu sehen. Manchmal schneidet auch jedes Familienmitglied einen eigenen Zweig mit Zetteln versehen ab. Derjenige, dessen Zweig nun blüht, dessen Wünsche gehen in Erfüllung.

BarbarazweigeDie Barbarazweige halten mancherorts auch als Liebesorakel her. Mädchen schneiden mehrere Zweige eines Kirschbaumes und versehen diese mit Namenszettel von potentiellen Verehrern. Derjenige, dessen Zweig nun blüht ist der Auserwählte. Die Blüten müssen allerdings bis zum Weihnachtstag aufgegangen sein, sonst gilt das Mädchen als unkeusch und unrein.

Rein theoretisch betrachtet ist die Zeitspanne vom 4. bis 24. Dezember genau darauf ausgerichtet, bei angemessener Temperatur die Zweige blühen zu lassen. Geht diese Rechnung nicht auf - wird wohl was dran sein, an den Gerüchten. Oder die Zimmertemperatur hat diesmal einfach nicht gepasst! ;-)

Zur heiligen Barbara:
Sie ist die Schutzpatronin der Architekten, Gefangenen, Feuerwehrleute, Bauarbeiter, Verwundeten, für das Wetter und für Bergleute. (Aufzählung nicht vollständig!). Sie lebte im 3. Jahrhundert in Kleinasien nördlich von Istanbul (Izmit). Eine Legende besagt, dass der Vater die überaus schöne Barbara in einen Turm einsperrte, wenn er verreiste, um sie am heiraten zu hindern. Sie war sehr unglücklich über dieses Misstrauen des Vaters und suchte ihr Glück im christlichen Leben, ließ sich heimlich taufen. Als der Vater nun einmal von einer Reise zurückkehrte, sah er, dass im Turm nun drei statt zwei Fenster eingebaut waren. Barbara gestand ihm ihren Glauben und erklärte, dass die drei Fenster das Symbol für die Dreifaltigkeit wären. In Zeiten der Christenverfolgung reagierte ihr Vater mit einem Verrat an der eigenen Tochter. Sie musste für ihren Glauben sterben, den Vater erschlug unmittelbar nach ihrem Tode der Blitz.

Das Brauchtum der Barbarazweige wird in ihrer Gefangenschaft begründet. In ihrer Zelle soll sie einen Kirschzweig mit Wasser befeuchtet haben, um ihn zum Erblühen zu bringen, was ihr in den letzten Tagen vor ihrem Todesurteil Trost spendete.

1. Advent

Die erste Adventwoche bricht an - kaum zu glauben.

Der erste Advent bedeutet im christlichen Glauben Wiederkunft Christe am Jüngsten Tag.

Historisch bekannt ist es, dass die Adventzeit zum ersten Mal im 5. Jahrhundert bewusst und dokumentierbar zelebriert wurde. Der Ursprung scheint im Gebiet rund ums italienische Ravenna zu liegen.

Früher galt die die Zeit zwischen dem viertletzten Sonntag vor dem Christtag und demselbigen als Fasten- und Bußzeit, in der nicht weltlich gefeiert werden durfte. Der Tanz sowie das Heiraten beispielsweise waren strengstens untersagt. Es war und ist die Zeit der inneren Einkehr. Adventkalender und Adventkranz gab es in der mittelalterlichen Zeit noch keinen. Diese wurden erst im 19. bzw. 20. Jahrhundert erfunden, um die Vorfreude auf Weihnachten zu steigern.
Diese Zeit fällt in unseren Breiten in die dunkle Jahreszeit mit den langen Nächten. Es ist also nicht verwunderlich, dass heidnische Bräuche durch die Kirche nicht verbannt, sondern nur abgewandelt wurden. Stellte man früher Lichter auf, um gute Geister einzuladen, so sah man es nun als Licht Christus, das Hoffnung geben soll.
Auch das Aufstellen von Krippen hat seinen Ursprung bereits in der mittelalterlichen Zeit. Franz von Assisi ist hier vielleicht einer der Begründer dieses Brauches. Er stellte eine Stallszene in einer Höhle nach, um damit dieses Geschehnis den Gläubigen nahe zu bringen. Da die Menschen nicht nach Bethlehem reisen konnten, bauten sie sich dieses Ereignis nach.

Seit langen Zeiten sind Frauen damit beschäftigt Gebäck zuzubereiten. Gewürze wie Anis oder Pfeffer waren in der mitteralterlichen Zeit sehr teuer und begehrt. Bis heute ist der Duft von Anisplätzchen oder Pfefferkuchen nicht mehr wegzudenken.
Es waren doch auch Wochen voller unheilbringener Mythen, die die Dunkelheit der langen Nächte, die eisigen Schneestürme und der tiefe Winter mit sich brachten. So wurden einerseits der Glaube und die Vorfreude jedes Jahr aufs Neuerliche durch zahlreiche Riten, die sich bis heute erhalten haben, bekundet - andererseits die Riten, die das Böse abwehren und das Gute anziehen soll beibehalten.

Advent

Lied im Advent

Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
daß er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!

Matthias Claudius (1740 - 1815)

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  • Manche Leute sind gerade noch aufgeklärt genug, um an Gespenster nicht zu glauben, aber immerhin in Zweifel, ob nicht vor hundert Jahren noch welche existiert haben.
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