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Beiträge der Kategorie 'Volksglaube'

Juni

Ein paar Worte im Sinne des Volksglaubens zum Juni:

Der Monat Juni ist nach der römischen Göttin Juno benannt und wird im allgemeinen als Brachmonat bezeichnet - jetzt werden die sogenannten Brachfelder bewirtschaftet. Durch das Wetter im Juni lässt sich dem Volksglauben nach gut das Wetter im Dezember nachsagen. Ist der Juni heiß - wird der Dezember kalt…. ob das heutzutage in Zeiten des Klimawandels noch Gültigkeit hat?

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Wörthersee Mandl

Wenn man spätabends mit dem Boot den Wörthersee an der “Schwarzen Wand” durchstreift, hört man - so man will - leise Glocken läuten. Eine Sage gibt eine Erklärung dafür:

053.jpgSie erzählt, dass vor vielen Hunderten von Jahren eben an dieser Stelle prunkvolle Häuser standen. Die Bewohner waren reich, aber Reichtum erzeugt auch Übermut und Leichtsinn. Die strengen Sitten wurden missachtet, das Leben bestand allein aus Gelagen und Völlerei.
So geschah es, dass am Vorabend des Ostersonntags die ermahnenden Glocken nicht beachtet wurden. Die Menschen feierten ausgelassen weiter bis sich die Tür öffnete und ein kleines, ergrautes Männchen im Tanzsaal erschien: “Oh, ihr Schwelger, wisst ihr nicht, welche Feier wir morgen begehen? Kehret heim, ehe die Stunde der Buße verrinnt und die Strafe euch erreicht!”
Die Gesellschaft lachte ihn aus und füllte die Weinbecher erneut, sie tanzten ausgelassen durch den Saal.
Kurz vor Mitternacht erschien der Alte ein weiteres Mal. Unter seinem Arm hielt er ein kleines Fässchen. Seine Mahnung brachte im wieder nur Gelächter.
Da schlägt es Mitternacht, alle Lichter erlöschten, die Mauern erzitterten, Regen stürzte hernieder und ein furchtbares Gewitter brach los. Aus dem Fässchen des Alten entströmten endlose Wassermassen. Sie überfluteten die Räume, die ganze Stadt, die ganze Gegend und ertränkten deren Bewohner.
So entstand der Wörthersee.
In seinen Tiefen hausen von nun an furchterregende Wasserschlagen und große Fische in Palästen und Kirchen, deren Glocken nicht verstummen wollen.

Walpurgisnacht

Die Nacht gut überstanden? ;-)

In der Nacht vom 30. April zum 1. Mai wird einem besonderen Ritus gedacht - einem hexischen.

In der heutigen Zeit darf man sich dieser mystischen Nacht ohne Schande auf die eine oder andere Art hingeben, noch vor einiger Zeit5 wäre man dafür ohne Gnade am Scheiterhaufen gelandet.
Hexe sein ist heute wieder “in” - in all seinen guten wie bösen Facetten, wobei die modernen Hexen sich doch eher auf die Natur mit all ihren Kräften entsinnen, als dass sie ihren Zauber - so er denn funktioniert - in schlechter Absicht einsetzen.
Diese Nacht ist jene, in der die Hexen in Richtung “Blocksberg” im Harz unterwegs sind. Reitend auf ihren Besen - versteht sich. Dort treffen sich die bösen Mächte der Hexerei, um sich auszutoben. Da sie unterwegs alles verhexen sind allerlei Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Dem Vieh gibt man in dieser Nacht am besten neun verschiedene ausgewählte Kräuter, um es zu schützen. Vor die Türen wurden Besen oder Mistgabel über Kreuz gelegt, um den Hexen den Zugang zu verwehren. Trägt man neun verschiedene Holzarten bei sich, so kann man die Hexen gut erkennen und ist vor deren Zauber gut geschützt.
Die mutigen Männer bleiben draußen und versuchen durch Peitschenknallerei oder Schießerei, die Hexen fernzuhalten. Je größer der Lärm, desto größer die Wirkung.

Heutzutage gibt es mancherorts, aber eher selten, ein großes Feuer, in dem eine Strohhexe verbrannt wird. In diesem Zusammenhang fällt auch das Maifeuer, das am Vorabend zum 1. Mai die Funktion hatte, Menschen, Vieh und Felder durch das Vertreiben der Dämonen gesund zu erhalten.

Und was machen die modernen Hexen von heute wirklich in dieser Nacht? Tja - diese Frage lasse ich hier einfach mal offen stehen ….

Montag …

Neue Woche, neues Glück,
der Montag bringt den Schwung zurück.
sagt ein deutsches Sprichwort

Ich merke nix davon. Der Montag ist eindeutig nicht meins. Da nützt auch ein tolles Wochenende nix. Blau machen ist aber auch nicht drin.

Der Montag ist der Tag des Mondes.
Im Mittelalter wurden Sonntagsfeiern gerne bis zum Montag ausgedehnt, woraus dann eben der “blaue Montag” entstand - ursprünglich nach den blauen Altarumhängen in den Kirchen am Montag vor Aschermittwoch benannt. Weil aber nicht nur an einem Montag im Jahr “blau” gemacht werden kann, bleiben wir lieber bei den Sonntags- bis Montagsgelagen.

Der Aberglaube sagt außerdem: Montag ist - wie die meisten ungeraden Tage - ein Unglückstag, Montagskinder sind Pechkinder, Montagsarbeit gedeiht keinesfalls. Montags wird auch nicht geheiratet und von Taufen ist abzuraten.

Alles in allem - Montag eben.

Schöne Woche!

Freitag der 13.

Mir ist heute nix schlimmes passiert. Ehrlich gesagt, habe ich dieses Datum auch gar nicht wahr genommen, also nicht daran gedacht, dass der 13. ist und Freitag noch dazu. Ich habe ganz andere Gedanken im Kopferl ;-))

Volkskundliche Analyse in aller Kürze:

Freitag: Nach Übernahme der römischen Wochentage ins Deutsche wurde in Gleichsetzung der Göttin Venus mit der althochdeutschen Frija der 5. Wochentag zum Freitag. So gilt er demnach in manchen Gegenden als Glückstag, während er in Anlehnung an die christiliche Karfreitagstrauer in anderen Gegenden als Unglückstag gilt!
… ich stamme anscheinend aus der “anderen Gegend” ;-)

Dreizehn: Gilt als Unglückszahl, weil sie nach der segensbringenden Zwölf folgt, das babylonische Duodezimalsystem brach und zudem eine Primzahl ist.

Die Kombination daraus ist also besonders gefürchetet, sofern man abergläubig genug ist ;-)

Doch muss man abergläubisch sein, um Unglück anzuziehen? Sogar der ÖAMTC warnt heute morgen in einer Radiosendung davor, dass auf Straßen besondere Vorsicht geboten ist, weil erwiesenermaßen an solchen Tagen die meisten Unfälle provoziert werden.

Ich denke, wenn man ständig und fest genug daran glaubt, dass partou heute etwas Unglückvolles passieren wird, dann wird es auch so sein - in der ein oder anderen Form. Negative Gedanken führen doch meist genau dort hin….

Für den Abend ist ein Besuch bei Freunden geplant - also bleib ich noch ein bisserl positiv und schon klappt das auch mit Freitag, dem 13.

Gründonnerstag

Zu Gründonnerstag fällt Dir spontan Spinat ein? Mir auch, doch die Bedeutung grün kommt weder von der grünen Farbe des Spinates noch von der nun grün werdenden Natur. Vielmehr leitet sich der Begriff vom mittelhochdeutschen “grinen” ab, was soviel wie weinen bedeutet. Den christlichen Geschehnissen nach, wurden an diesem Tag die engsten Vertrauten Jesus zum Abendmahl gebeten. (Passahmahl)

Dennoch gilt dieser Tag heute als Fastentag, wobei eben vor allem grünes Gemüse erlaubt ist. Es verleiht Frische und Kraft. So bleibt es nicht aus, dass sich um Speisen auch Aberglaube rankt. Werden neun verschiedene Kräutersorten verspeist, beugt man Fieberanfällen vor. Honig, Linsen oder Hirse versprechen Geld, ein Apfel (mit Stiel und Gehäuse) verspricht Gesundheit. Ein Gründonnerstagsei soll gefährliche Tiere und Ungeziefer abwehren und stellen aufgehängt an Dachbalken einen Schutz vor Lawinen und Hochwasser dar. Pflanzen und Bäume wachsen an diesem Tag besonders gut an und auch Fensterblumen, die angesetzt werden, blühen besonders reich.
Mancherorts haben sich Bräuche mit lautem Krach erhalten, die Abwehrcharakter besitzen und auf den Frühlingsbeginn hinweisen. Die Dämonen des Winters werden endgültig vertrieben.

Aber zurück zum katholischen Glauben. In den Messen wird das Abendmahl mit Jesus gefeiert. Erinnert wird auch an das Waschen der Füße seiner Jünger. Füße waschen war Sklavenarbeit und symbolisiert somit Dienstbarkeit. Dieses Symbol hat sich bis heute erhalten. Schon 694 sind liturgische Fußwaschungen aus Spanien überliefert. Am Gründonnerstag wird das “Allerheiligste” aus den Kirchen getragen. Die Tabernakel bleiben leer und offen, die Altäre schmucklos.
Die Glocken bis zur Osternacht nicht mehr. Man glaubt, sie fliegen nach Rom… deshalb ist es vielerorts üblich, Gläubige mit Ratschen (Holzklappern) zur Messe zu rufen. Meist übernehmen das die Kinder der Gemeinden.

Der Fastentag kommt mir sowieso gelegen. Seit Montag schlage ich mich mit einer argen Magen-Darmverstimmung herum. Essen behalte ich kaum bei mir. Auch kein grünes Gemüse.

Wann ist Ostern?

Diese Frage stellt sich gleich oft, wie die, ob man nun die Uhr zur Sommerzeit eine Stunde vor oder eine Stunde zurück stellt.

Der Zeitpunkt des Osterfestes richtet sich nach dem ersten Frühlingsvollmond. Der Frühling beginnt entweder am 20. oder am 21. März. Das ist der Zeitpunkt, an dem die Sonne durch die Ekliptik in nördliche Richtung wandert.
Das Osterfest findet am Sonntag nach dem Vollmond statt. Rechnet man nun 40 (Werk)Tage zurück - so ergibt sich der 1. Fastentag (Aschermittwoch). Diese Berechnung geht auf das Konzil von Dionysius Exiguus im Jahre 525 zurück und leitet sich vom Passahfest ab (Metonischen Zyklus), wobei der Frühlingsanfang auf den 21.3., 00:00 Uhr festgelegt wird. Es kann also durchaus vorkommen, dass der Frühling am 20.3. beginnt und an diesem Tag auch Vollmond ist - deshalb der fix angenommene Frühlingsanfang. In diesem Fall verschiebt sich das Fest um einen Mondzyklus.
Der Frühlingsvollmond kann natürlich an jedem beliebigen Wochentag vorkommen, der erste Osterfeiertag ist jedoch immer ein Sonntag.
Dieser Termin gilt allerdings nur für die römisch-katholische Kirche. Andere Konfessionen unterscheiden sich - das Passahfest der Juden beispielsweise wird unabhängig vom Wochentag gefeiert. Ostkirchen richten sich nach dem Julianischen Kalender (im Gegensatz zum Gregorianischen), so variieren auch hier vergleichsweise die Feste.

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