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Beiträge der Kategorie 'Volksglaube'

Hexensabbat

Gerede aus ferner Vergangenheit oder auch eine Sitte, die heute noch Bestand hat - wer weiß das schon. Der Volksglaube entstand ja aus Erklärungsversuchen und nicht aus belegbaren Fakten.

In der Nacht vom 31.07. zum 01.08. versammelten sich alle Hexen zu einem opulenten Fest. Es wurde ausgiebig gegessen, ekstatisch getanzt und sich dem sexuellen Vergnügen hingegeben, wobei die Vereinigung mit dem Teufel wohl der Höhepunkt des Festes darstellt.

Angereist wurde auf die absonderlichsten Weisen. Man nahm Hexenbesen oder gar behexte Menschen als Beförderungsmittel und vergaß die Hausgeister nicht. So wurden weite Strecken in Kürze bewältigt. Treffpunkt waren abgelegene Stellen wie Höhlen, Waldlichtungen oder besondere Orte wie natürliche Steinkreise etc.
Der Ort selbst war festlich ausgerichtet und mit Kerzen umsäumt, in der Mitte brannte ein großes Feuer. Nun konnte das Fest beginnen, wobei der Teufel gewöhnlich in Gestalt eines Ziegenbockes den Vorsitz übernahm. Oftmals wurde er von der Göttin Artemis begleitet.
Im Zuge des Festes selbst sollte es möglichst obszön und schaurig zugehen, um den Vorstellungen des Bösen im Angesicht des Teufels gerecht zu werden. Gegessen wurde zumeist Verfaultes oder Ekeliges - sagt man. Besonders gefragt waren demnach Spinnen, Käfer oder Ratten. So wurde wohl die Fantasie weiter gesponnen, dass auch kleine Kinder verspeist wurden.
Junghexen wurde ihr Werkzeug übergeben und sie wurden in geheime Rituale eingeweiht. Nach dem Mahl wurde über Gebühr und wild getanzt, was letztendlich in sexuellen Ausschweifungen und unüberschaubaren Orgien geendet haben soll.

Weitere bevorzugte Termine für einen Hexxensabbat sind:
Thomastag, 21. Dezember (die längste Nacht des Jahres)
Maria Lichtmeß, 2. Februar
Walpurgisnacht, 30. April (Treffpunkt Blocksberg)
Johannistag, 24. Juni (Sommersonnenwende)
Allerheiligen, 1. November

Juli

Der Juli ist nach Julius Caesar benannt und steht im Germanischen im Zeichen des Heumonats. Im allgemeinen ist die Witterung nun trocken und heiß, oftmals auch unerträglich heiß, sodass Wetterorakel eine wichtige Rolle spielen. Demnach gibt es jede Menge Lostage, wonach sich das zukünftige Wetter richtet. Für Bauern ist der 1. Juli wichtig, da nun geschnittenes Heu zu Weihnachten an die Tiere verfüttert werden muss, will man ihnen Gesundheit schenken.

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Im Juli gibt es einige regionale Bräuche, die vor allem Burschenschaften auch heute noch traditionell aufnehmen. Hauptsächlich dreht es sich dabei um “Werberituale” junger Männer an ihre auserwählten weiblichen Favoritinnen oder es werden Wettkämpfe ausgetragen, wie zum Beispiel das Volksschießen, Bewerbe zu Pferd oder anderem Vieh, Kufenstechen etc. Auch hier war der Hintergrund den Frauen zu gefallen und sich mit all seinen guten Fähigkeiten zu präsentieren. Mancherorts werden auch Kinderprozessionen oder Wasserprozessionen abgehalten. Es werden viele Kirchtage und Stadtfeste oder Zunftfeste abgehalten - viel “Action” also in diesem Monat, mal sehen, was er mir beschert.

Siebenschläfer

Es regnet heute schon den ganzen Tag, kalt und unfreundlich ist es. Siebenschläfer - also heute - ist ein wichtiger Lostag nach den alten Bauernweisheiten.

Wie es die sieben Brüder treiben, so soll es sieben Wochen bleiben.

Na, hoffentlich nicht. Obwohl die Statistik 1 : 3 stehen soll, wie ich in einer Radiosendung gehört habe.
Der Lostag bezieht sich allerdings nicht auf einen Tag, sondern bis in die erste Juliwoche hinein. Also gibt es noch einen Lichtblick… immerhin könnte es sich jetzt ebenso um die Schafskälte handeln - durchaus normal ;-)

075Die sieben Brüder, auf die sich die Siebenschläferlegende bezieht, lebten laut christlichem und islamischen Glauben um 250 nChr. in der Stadt Ephesus in der heutigen Türkei. Aufgrund ihres Glaubens wurden sie in eine Höhle eingemauert. Als man sie gute 200 Jahre später durch einen Zufall wieder befreite, waren sie frisch und munter. Zwischenzeitlich war die Gegend dem christlichen Glauben wohlgesonnen und die Brüder Dionysius, Malchus, Martinian, Serapion, Maximian und Constantin wurden zu Märtyrer erklärt.

Sonnenwende

Ich hinke zwar schon einen Tag hinterher, aber die schöne Zeit ist nicht die Zeit, die ich vor dem Bildschirm vergeuden will. Der Sommer ist meine Zeit - je heißer, desto lieber.

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Gestern war der Zeitpunkt der Sonnenwende. Die Sonne kehrt also ihre durch die Schiefe der Ekliptik bewirkte Bewegung um und nähert sich wieder dem Himmelsäquator. Im Sommer erreicht sie somit die höchste nördliche Koordinate oder Deklination.
Das ist in den meisten Ländern Europas und der USA gleichzeitig der Sommeranfang. Heuer wurde er, der Sommer, ja gebührend in Empfang genommen. Tropische Temperaturen und leider auch heftige Unwetter. Unsere Gegend blieb Gott sei Dank weitgehend davon verschont. Der Hagel und Sturm hat Klagenfurt nur gestreift.

Dem Volksglauben nach begeht man zur Sonnenwende Reinigungs- und Fruchtbarkeitsriten, die sich vornehmlich an die Zunkunft richten. Dazu gehört das Abbrennen von Holzstößen und das Überbringen des Feuers. In nördlicheren Ländern hat die Sommersonnenwende größere Bedeutung als weiter südlich. Hier spricht man von den “Weißen Nächten” und man feiert den Mittsommer.

Das Wort “Sommer”an sich gehört zu Sanskrit (sama), was soviel wie Jahreshälfte bedeutet. Früher gab es ja lediglich eine Zweiteilung des Jahres -Frühling und Herbst sind spätmittelalterliche bzw. neuzeitliche Erscheinungen.
In vielen alten Frühlingsbräuchen findet sich jedoch bereits eine immer wieder anzutreffende Personifizierung des Sommers. Mit einigen abergläubischen Überlieferungen steht der Sommer doch auch für sich alleine eindeutig in Verbindung.

Wie dem auch sei, ich hoffe, der Sommer bleibt ein Sommer. Ein erträglicher für alle Hitzeempfindlichen und ein schöner für alle Sonnenanbeter.

Hundstage

… ja, das sind sie - 32 Grad - im Schatten! Wer nicht das Privileg hat, sich nach der Arbeit in einem kühlen See Erfrischung zu gönnen, der hat es diese Tage nicht leicht.
Ich schon - das Strandbad am Wörthersee ist nicht weit ;-)) .. und hier verbringe ich dann natürlich meine Nachmittage. Heute war es allerdings um 20.00 Uhr der Temperatur nach schönster Nachmittag.

Wer nicht in der Hitze arbeiten will, muß in der Kälte Hunger leiden.
(deutsches Sprichwort)

Diese Worte zum Trost für alle, die es nicht so einfach haben, der Hitze zu entkommen. Aber den Sternen nach, kommt es demnächst noch heißer!

Im Sternbild des Hundes erleuchtet ein Stern von bedeutender Größe und dieser ist der hellste Stern der Sphäre. In unseren Breiten liegt der Aufgang des Hundssternes in der heißesten Jahreszeit, deshalb werden die heißen Sommertage auch Hundstage genannt. Diese Tage galten als Unglückstage. Schädliche Auswirkung hatte im besonderen Maße die Mittagssonne, sodass man sie zu meiden hatte. Das Trinken von kaltem Wasser an Hundstagen wurde für eine Reihe von Erkrankungen verantwortlich gemacht und war somit sehr bedenklich. So galt auch die Ansicht, dass man an Hundstagen nicht baden darf, da das Wasser vergiftet sei. In machen Gegenden wurden auch Gottesdienste eingestellt, das Aderlassen unterblieb, denn man fürchtete das Blut nicht stillen zu können. Viele weitere Sorgen galten diesen Tagen: so wurde nicht geheiratet, weil man eine unglückliche Ehe fürchtete oder kein Holz geschnitten, weil dieses nicht gut brennen würde.
Im alten Rom galten Menschen, die an diesen Tagen geboren wurden, als besondere Unglücksraben. Allerdings waren sie vor dem Ertrinkungstod weitgehend geschützt.
Viele weitere Wetterorakel und andere im Volksglauben entstandene Weisheiten spinnen sich um die Hundstage, die heute kaum noch wahrgenommen oder besser gesagt für wahr genommen werden.

Wundersame Plätze in Österreich

… nicht nur für Österreicher.

Wundersame Plätze in ÖsterreichWundersame Plätze in Österreich von Reinhard Habeck beschreibt rätselhafte Begebenheiten, merkwürdige Vorfälle, geheimnisvolle Reliquien und Götteshäuser und kuriose Funde. Erstaunlich, was sich in unmittelbarer Nähe finden lässt und welche Orte unglaubliche Mysterien zu bieten haben. Habeck schreibt locker und leicht verständlich und ist somit vom trockenen Sachbuch weit entfernt. Das Buch ist somit eine Lektüre für alle Interessierten zu diesen Themen, die sich leicht “Zwischendurch” lesen lässt.

Den ein oder anderen Ort dieser “Entdeckungsreise nach Habeck” werde ich sicher in nächster Zeit besuchen - davon wird dann wohl ausgiebig berichtet werden.

Kräutergarten

Ich habe ein kränkeldens Kind zu versorgen! Nicht, dass ich DAS nicht will, aber nicht bei so einem Wetter! Ich will raus!
Ich hoffe, morgen geht es ihm wieder besser. Ein Magen- Darmvirus hat unsere Familie schon eine Weile fest im Griff. Es trifft jeden von uns … außer mich, weil ich ohnehin schon seit Wochen meinen Magen mit Medikamenten füttere. ;-)

Aus der Natur gibt es ebenfalls Hilfe für solche Beschwerden: Kamille zum Beispiel, aber auch Basilikum, Oregano, Rosmarin, Eibisch und bestimmt noch viele mehr. Wie gut, dass ich mich aus dem Kräutergarten bedienen kann.

071Die Kunde über die Heilkraft der Kräuter lässt sich bis in Urzeiten der Menschheit zurückführen. Jede Hausfrau, die Kräuter über Salate streut, mit Gewürzen und Kräutern exquisiten Speisen erst ihr unnachahmliches Credo verleiht, handelt demnach im Sinne jahrtausende alter Traditionen. Denn diese edlen Zutaten, die uns die Natur kostenlos zur Verfügung stellt, beinhalten weitaus mehr als Geschmacksverfeinerungen. Alle Kräuter sind gleichzeitig auch Heilkräuter. Archäologen fanden auf Pfahlbauten aus der Jungsteinzeit Reste von Mohn und Kümmel.
Mit sicherem Instinkt nutzten Naturvölker die Heilkräfte der Pflanzen. Dass sich um manche Pflanzen so Sagen und Geschichten ranken, verwundert wenig. Knoblauch soll etwa böse Geister abwehren oder die unzähligen Geschichten über Liebeszauber und das Erhalten ewiger Jungend sind nur zwei Beispiele dafür. Heute kann man wissenschaftlich erklären, dass manche Pflanzen eben aufgrund eines Schwefelgehaltes antibakteriell wirken oder gewisse Düfte bestimmte Gemütsstimmungen hervorrufen.

Die ältesten Heilkräuterkundler waren in China beheimatet. Um 3700 v.Chr. beschrieb der chinesische Kaiser Shin-Nong im ersten bekannten Heilpflanzenbuch mehr als 200 Kräuter. *Die Kraft deines Körpers liegt in den Säften der Kräuter* schloss er daraus. Die Assyrer, Chaldäer und Ägypter beschäftigten sich ebenfalls in hohem Maße mit Kräutern. Die große Zeit der Kräuterkundigen brach dann aber in der griechischen und römischen Antike an. Dieses Wissen war nahezu 2000 Jahre lang die Basis der abendländischen Medizin. Der berühmte Arzt Hippokrates (460 - 337 v.Chr. setzte nachweislich gezielt Pflanzen zur Unterstützung seiner Therapien ein. Der *Vater der Botanik* Theophrastus (372 - 287 v.Chr.) verfasste ebenso wie Aristoteles eine umfangreiche Heilpflanzenlehre. Die gesamte europäische Heilpflanzenkunde hat sich aus dieser Literatur entwickelt. Ein bedeutender Kräuterforscher des Altertums war auch der im kleinasiatischen Pergamon geborene Arzt und Philosoph Claudius Galenus, der durch seine Selbsterprobungen Aufsehen erregte. Es würde hier den Rahmen sprengen weitere historische Persönlichkeiten aufzuzählen.
Schließlich wurde vor allem durch Klostergärtner dieses Wissen über die Alpen in unseren Raum getragen.

Nicht nur die Medizin beschäftigte sich mit Kräutern. Von der griechischen Dichterin des klassischen Griechenland ist bekannt, dass sie ihr Haar mit Majoran salbte und die Kniekehlen mit Minze einrieb. Kleopatra soll den Duft von Nelken und Zimt bevorzugt haben. Wellness und Kosmetik standen auch damals schon hoch im Kurs.

Heute besteht die Möglichkeit, Kräuter in Labors chemisch zu analysieren und die Wirkstoffe zu extrahieren. So werden die wirkungsvollen Inhaltsstoffe bestätigt. Ätherische Öle, Bitterstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und viele andere Substanzen verbergen sich in nur einer Pflanze.

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