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Beiträge der Kategorie 'Volksglaube'

Halloween

.. reizt mich überhaupt nicht - oder doch? Ich mag diesen übergeschwappten Brauch nicht sonderlich, ich finde keinen Weg zum Sinn - obwohl es - das Fest? - angeblich tiefe Wurzeln hat. Ich bemühe mich um Bräuche und Brauchtum, aber ich bin bodenständig. Wie alte Leute eben sind - sagen meine Kinder!

Hätte ich keine Kinder, die halloweeninfiziert sind - ginge der morgige Abend spurlos an Gruseleien und “Bettelei um Süßes” vorüber. Ist aber nicht so. Meine Racker schleppten mich heute in einige Geschäfte, wo sie sich für morgen rüsteten. Grausige Masken, schwarze Umhänge, Luftschlangenspray - alles furchterregendes Zeugs - kurz vor der Kasse hätte ich am liebsten eine (unsinne) vergebliche Diskussion über Sinn und Unsinn von Brauchtum gehalten - aber dann wäre wohl ich das Gruseligste für die Kinder gewesen.
Mit Süßem decke ich mich morgen ein - nicht dass mir noch ein Gruselmonster einen Streich spielt, den ich ja wirklich nicht verdiene!

Nein - ich denke, auch Kinder müssen ihre Feste mit ihren Freunden feiern können. Hätten meine Eltern gewisse Bräuche unterbunden oder nicht ins Bewusstsein gebracht, würde ich mich heute wohl nicht dafür interessieren….

Spinnennetz

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Manche sind so kunstvoll gebaut, dass man fasziniert stehen bleibt und sich das Werk genau betrachtet. Manche sieht man gar nicht sofort. Dieses war so eines. Erst die Kamera, besser gesagt die Nahlinse bringt es in den Vordergrund. In der Natur tarnt es sich zwischen den Ästen mit seinen feinen Fäden.
Es ist übrigens das Raumnetz einer Kugelspinne. Allerdings war sie nicht “zu Hause” ;-)

Wenn ich mir in den Finger schneide, werd´ich mir die Freiheit nehmen Euch zu benutzen.
- sagte der Weber zum Alten Spinngewebe -
Shakespears Sommernachtstraum

In der Volksmedizin wurden (oder werden?) Spinnennetze gerne genutzt. Man stillte beispielsweise Nasenbluten oder legte es auf schmerzende Glieder und Brandwunden oder eben auf frische Wunden… zur Hand hat man dieses Mittel jedenfalls immer. Manchmal sogar griffbereit im Wohnzimmer.

Laurentius

… nicht vergessen! Heute bzw. die nächsten Tage den Blick nach oben richten - es könnte sich die ein oder andere Sternschnuppe oder gar ein beachtlicher Sternschnuppenregen zeigen!
Einen möglichen Hintergrund gibt uns Laurentius.

Über Kärnten soll es - laut einem Zeitungsbericht - in der Nacht auf Sonntag besonders viele “leuchtende Tränen” zu beobachten geben. Die Sternwarte in Klagenfurt bietet ab 21.00 Uhr entsprechende Programme an.

August

0807
klick mich!

Es ist schon August!

Den Namen hat dieser Monat übrigens vom Kaiser Augustus, weil er in diesem Monat sein Amt angetreten hat. Diese Umbenennung zu seinen Ehren und auch die Verschiebung des ersten Monats im Jahr auf den Januar machten einige Anpassungen nötig.

Ursprünglich hatte der August lt. römischen Kalender 29 Tage. Nun lag es im Sinne der Gleichberechtigung, dass er ebenso wie der Juli, der ja nach Julius Caesar benannt ist, 31 Tage haben soll. Hat er nun auch - auf Kosten den Februars. Dadurch ergab sich allerdings eine Folge mit 3 Monaten mit 31 Tagen hintereinander. Ergo wurde von Dezember bis September eine Anpassung vorgenommen und ist kalendermäßig wieder alles im Lot.

Hexensabbat

Gerede aus ferner Vergangenheit oder auch eine Sitte, die heute noch Bestand hat - wer weiß das schon. Der Volksglaube entstand ja aus Erklärungsversuchen und nicht aus belegbaren Fakten.

In der Nacht vom 31.07. zum 01.08. versammelten sich alle Hexen zu einem opulenten Fest. Es wurde ausgiebig gegessen, ekstatisch getanzt und sich dem sexuellen Vergnügen hingegeben, wobei die Vereinigung mit dem Teufel wohl der Höhepunkt des Festes darstellt.

Angereist wurde auf die absonderlichsten Weisen. Man nahm Hexenbesen oder gar behexte Menschen als Beförderungsmittel und vergaß die Hausgeister nicht. So wurden weite Strecken in Kürze bewältigt. Treffpunkt waren abgelegene Stellen wie Höhlen, Waldlichtungen oder besondere Orte wie natürliche Steinkreise etc.
Der Ort selbst war festlich ausgerichtet und mit Kerzen umsäumt, in der Mitte brannte ein großes Feuer. Nun konnte das Fest beginnen, wobei der Teufel gewöhnlich in Gestalt eines Ziegenbockes den Vorsitz übernahm. Oftmals wurde er von der Göttin Artemis begleitet.
Im Zuge des Festes selbst sollte es möglichst obszön und schaurig zugehen, um den Vorstellungen des Bösen im Angesicht des Teufels gerecht zu werden. Gegessen wurde zumeist Verfaultes oder Ekeliges - sagt man. Besonders gefragt waren demnach Spinnen, Käfer oder Ratten. So wurde wohl die Fantasie weiter gesponnen, dass auch kleine Kinder verspeist wurden.
Junghexen wurde ihr Werkzeug übergeben und sie wurden in geheime Rituale eingeweiht. Nach dem Mahl wurde über Gebühr und wild getanzt, was letztendlich in sexuellen Ausschweifungen und unüberschaubaren Orgien geendet haben soll.

Weitere bevorzugte Termine für einen Hexxensabbat sind:
Thomastag, 21. Dezember (die längste Nacht des Jahres)
Maria Lichtmeß, 2. Februar
Walpurgisnacht, 30. April (Treffpunkt Blocksberg)
Johannistag, 24. Juni (Sommersonnenwende)
Allerheiligen, 1. November

Juli

Der Juli ist nach Julius Caesar benannt und steht im Germanischen im Zeichen des Heumonats. Im allgemeinen ist die Witterung nun trocken und heiß, oftmals auch unerträglich heiß, sodass Wetterorakel eine wichtige Rolle spielen. Demnach gibt es jede Menge Lostage, wonach sich das zukünftige Wetter richtet. Für Bauern ist der 1. Juli wichtig, da nun geschnittenes Heu zu Weihnachten an die Tiere verfüttert werden muss, will man ihnen Gesundheit schenken.

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Im Juli gibt es einige regionale Bräuche, die vor allem Burschenschaften auch heute noch traditionell aufnehmen. Hauptsächlich dreht es sich dabei um “Werberituale” junger Männer an ihre auserwählten weiblichen Favoritinnen oder es werden Wettkämpfe ausgetragen, wie zum Beispiel das Volksschießen, Bewerbe zu Pferd oder anderem Vieh, Kufenstechen etc. Auch hier war der Hintergrund den Frauen zu gefallen und sich mit all seinen guten Fähigkeiten zu präsentieren. Mancherorts werden auch Kinderprozessionen oder Wasserprozessionen abgehalten. Es werden viele Kirchtage und Stadtfeste oder Zunftfeste abgehalten - viel “Action” also in diesem Monat, mal sehen, was er mir beschert.

Siebenschläfer

Es regnet heute schon den ganzen Tag, kalt und unfreundlich ist es. Siebenschläfer - also heute - ist ein wichtiger Lostag nach den alten Bauernweisheiten.

Wie es die sieben Brüder treiben, so soll es sieben Wochen bleiben.

Na, hoffentlich nicht. Obwohl die Statistik 1 : 3 stehen soll, wie ich in einer Radiosendung gehört habe.
Der Lostag bezieht sich allerdings nicht auf einen Tag, sondern bis in die erste Juliwoche hinein. Also gibt es noch einen Lichtblick… immerhin könnte es sich jetzt ebenso um die Schafskälte handeln - durchaus normal ;-)

075Die sieben Brüder, auf die sich die Siebenschläferlegende bezieht, lebten laut christlichem und islamischen Glauben um 250 nChr. in der Stadt Ephesus in der heutigen Türkei. Aufgrund ihres Glaubens wurden sie in eine Höhle eingemauert. Als man sie gute 200 Jahre später durch einen Zufall wieder befreite, waren sie frisch und munter. Zwischenzeitlich war die Gegend dem christlichen Glauben wohlgesonnen und die Brüder Dionysius, Malchus, Martinian, Serapion, Maximian und Constantin wurden zu Märtyrer erklärt.

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