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Beiträge der Kategorie 'Volksglaube'

Fastenzeit

Zeit der Einkehr und Besinnung. Das Fasten ist in fast allen Kulturkreisen bekannt und wird auch weitreichend praktiziert. Meist befristet sich dieser tiefsinnige Brauch auf eine bestimmte Zeit. Im Christentum sind dies vor allem die Freitage, bestimmte Tage vor hohen kirchlichen Festen und vor allem die Karwoche vor den Osterfeierlichkeiten. Streng genommen auch die 40 Tage von Aschermittwoch bis Ostersonntag. Falls wer nachrechnet: 40 Tage, weil die Sonntage nicht als Fastentage zählen.

Streng genommen müsste heute also der zweite Fastentag überwunden sein. Ohne mich! Ich verschiebe meine Fastenzeit ein wenig und fange erst ma 18. Februar damit an - aber dann richtig. Ich ziehe wieder mein F.X. Mayr Fasten durch … weniger aus spirituellen Gründen als aus Wohlfühl- und Gesundheitsgründen. Es stimmt, Fasten reinigt Körper und Geist, das gönne ich mir einmal im Jahr!

Neuerdings gibt es auch Schlagworte wie Autofasten, Computerfasten usw. Ja - auch eine Möglichkeit, die Körper und Geist gut tut.

Fasching

Ich bleibe am Faschingdienstag lieber (alleine) zu Hause, deshalb habe ich auch Zeit in volkskundlichen Büchern zu schmökern ;-)

Die Zeit nach Dreikönig und Aschermittwoch wird im bayrischen und österreichischen als Fasching - anderenorts als Fastnacht (u.a.) bezeichnet. Geprägt sind diese Wochen vor allem durch buntes Treiben, Masken und Verkleidungen, Narrenfreiheit, rauschende Feste mit Tanz und ausschweifende Gelage. Zurückzuführen ist dieser Brauch wohl auf das Verlangen von Lebensfreude vor der Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch eingeleitet wird. An diesem Tag wird der Fasching üblicherweise symbolisch begraben oder verbrannt.
Die früheste Erwähnung dieses Begriffes stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der eigentliche Sinn des Faschings bezog sich allerdings lediglich auf die letzten drei Tage vor dem Aschermittwoch.

Die Historik der Masken ist nicht völlig nachvollziehbar und begründet sich etwa zur Zeit der Gegenreformation. Nachvollziehbar ist, dass der Fasching in die Zeit der Frühlingsrituale fällt, die ebenfalls ihre rit. Verkleidungen kennen. Wahrscheinlich haben sich hier verschiedene Bräuche im Laufe der Zeit vermischt.

Die Faschingszeit war früher auch bevorzugter Heiratstermin, lediglich am Faschingdienstag durfte nicht geheiratet werden, denn da war der Teufel unterwegs. Andererseits sollte nicht gesponnen werden, denn sonst lahmt das Vieh oder die Spinnware wird von Mäusen gefressen.
Aus dem Mittelalter dokumentiert und volkskundlich relevant ist auch das Großreinemachen und die Vertreibung von Ungeziefer von Haus und Hof.
Ebenfalls heute noch bekannt sind Wetterorakel, ein Lostag ist z.B. der Rosenmontag.
Schließlich ist die Faschingszeit auch die Zeit der Hexen und der Geister. Wilde Gestalten ziehen um und unter diese Masken mischen sich oftmals auch wirklich fremde Unheimliche. Die überall auflodernden Feuer haben in diesem Sinne Abwehrcharakter, so wie der vorherrschende Lärm durch Glocken oder Geschrei. Viele Spiele stellen den Streit zwischen Winter und Sommer dar und die häufig anzutreffenden Schwerttänze haben ebenfalls Abwehrsymbolik. Vor allem weibliche Wesen schlagen mit Ruten aus eben diesem Grund und weiters soll dadurch die Fruchtbarkeit gefördert werden.

In der Faschingszeit soll reichlich gegessen und getrunken werden, um das ganze Jahr hindurch Wohlstand zu sichern. Die Reste wurden seinerzeit für Engel, Fuchs oder Marder geopfert. Und übrigens, wer am Faschingdienstag nüchtern einen Schnaps trinkt, den werden das ganze Jahr über die Mücken nicht stechen.
Brezeln, bestimmte Kuchen und Krapfen haben sich bis heute erhalten und werden auch reichlich verzehrt.

Der Fasching wird vielerorts am Aschermittwoch durch eine Puppe oder ähnlichem verkörpert und unter großer Heulerei angezündet. Voraus geht oftmals eine gespielte Gerichtsverhandlung und hinterher gibt es auch ein Begräbnis. Mit dieser Verbrennung wird das Ende der närrischen Zeit symbolisiert. Verbunden ist damit aber auch der Gedanke an die gefährlichen Mächte des Winters, die nun durch den Frühling besiegt werden.

Naja - die Zeiten haben sich geändert, aber ein bisserl Aberglaube steckt immer noch in den meisten von uns.

Faschingskrapfen

xxx
lecker ;-)

DAS Schmankerl zum Fasching sind die Krapfen, vorzugsweise mit Marillenmarmelade gefüllt und mit viel, sehr viel Staubzucker oben drauf. Das halbflüssige Innenleben und der feine Zucker machen das Essen sowieso zur Kunst und zu einem besonderen Faschingsvergnügen ;-)
Nicht nur in Österreich, auch in Deutschland zum Beispiel. Von Berliner Ballen ist hier die Rede, wie ich bei Luckilucki erfahren konnte. Ihre Geschichte hat er ausführlich beschrieben, ebenso Links zu Rezepten gesetzt.
In Österreich schreibt man die Krapfen der Wiener Kuchenbäckerin Cäcilia Krapf zu, die im 17. Jahrhundert in ihrer Backstube wirkte. Angeblich bereitete sie ein Hefegebäck zu als sie ein Lehrling über Gebühr ärgerte. Sie warf ein Stück Teig nach ihm, das allerdings im heißen Schmalztopf landete - der Krapfen war “geboren”.
Am Wiener Kongresses im Jahr 1815 sollen über zehn Millionen Krapfen verspeist worden sein. Zu dieser Zeit war es auch Brauch, dass junge Mädchen den Krapfen auseinander brachen und ihren Kavalieren eine Hälfte davon reichten. Nahmen sie an galt die Verlogung als besiegelt.
Soweit reicht die Bedeutung heute nicht mehr, aber schmecken lassen wir sie uns gerne.

Heiligen Drei Könige

Mit diesem kirchlichen Festtag ist die Weihnachtszeit beendet. Heute wird der Weihnachtsbaum aus der Wohnung entfernt und sonstige Dekoration wieder sorgfältig verpackt…

Ob es nun wirklich Könige waren oder wieviel “Weise” das Fest der Erscheinung Christi begründen ist unklar. Auf die Zahl “drei” kommt man, wenn man sich an den Geschenken an das Christuskind orientiert - Gold, Weihrauch und Myrrhe. Die Namen leiten sich vom christlichen Segensspruch “Christus mansionem benedicat” ab - Caspar, Melchior und Balthasar.
Mehr Wissenswertes dazu gibt es auf den Seiten von Wikipedia zu lesen.

Die ganze Woche über waren die Sternsinger unterwegs. Sie verbreiten die Botschaft im Sinnbild der Heiligen Drei Könige und sammeln Spenden für einen guten Zweck bzw. für die Unterstützung der Entwicklungshilfe. Der Brauch des Sternsingens geht übrigens bereits auf das 16. Jahrhundert zurück.
Diesen Besuch versäume ich ungerne. Zum einen, weil ich lebendige Bräuche - nicht nur im kirchlichen Bereich - schön finde und zum anderen, weil mir das Jahr über der Segensschriftzug - 20*C+M+B+08 - an der Türe fehlen würde… der Stern von Bethlehem und die drei Kreuze für die Dreifaltigkeit.

Einen guten Rutsch!

… wünsche ich allseits!

Dieser Ausspruch ist nicht überall bekannt - er leitet sich vom jiddischen “Gut Rosch” ab, was soviel wie “Guter Anfang” bedeutet. (hebräisch Rosch = Anfang, Beginn).

Für den letzten Tag des Jahres ist ein Papst Namensgeber. Silvester starb am 31.12.335 und wird als Heiliger verehrt.

Wie dem auch sei, heute wird ordentlich gefeiert - das neue Jahr eingeläutet. Mit einem Glas Sekt auf die Zukunft angestoßen - Prost! - leitet sich vom lateinischen “prosit” ab, das “es möge nützen” bedeutet.

Mögen also all die Wünsche, all die Glücksbringer, all die Bräuche und Sitten rund um den Jahresbeginn ihren Nutzen nicht verfehlen!

Neujahr

Zwischen den Jahren

Die zwölf Tage zwischen dem Christtag und Heiligen Dreikönige umgibt mancherlei Brauchtum und Aberglaube - zählen sie doch zu den dunkelsten Tagen im Jahr. Die “Zwölften” wurden beim Übergang vom Mondjahr mit 354 Tagen zum Sonnenjahr mit 366 Tagen eingefügt und somit der Christtag und die Erscheinung des Herrn getrennt. Die Kirche wusste somit die Weihnachtsfeiern auf diese Tage beschränkt.
Im Alltag herrscht Waschverbot (Körper und Wäsche) und Kehrverbot von Mist. Wer sich daran nicht hält bekommt Läuse!? Außerdem sollte man sich an das Spinnverbot halten, sonst erscheint die Percht (hier in der Form der Frau Holle).
Am besten ist es ohnehin, diese Zeit ruhig in den Häusern zu verbringen, treiben sich doch draußen Schimmelreiter und Werwölfe herum. Die wilde Jagd ist eröffnet…
Ansonsten ist es eine Zeit der Orakel, die heute noch gerne am Silvesterabend Bedeutung findet. Zum Beispiel in Form von Bleigießen oder ähnlichem.

Die Zwölften sind auch weitläufig als Rau(c)hnächte bekannt. Obwohl sich hier auch der 21. Dezember, der Thomastag, dazugesellt. Besonders an den Vorabenden hoher Feste - also Weihnachten, Dreikönig aber auch zu Neujahr - werden Wohnräume und Ställe geräuchert. Das Verbrennen von Harzen oder auch Heilpflanzen setzt deren Aromen frei und verscheucht Dämonen oder andere böse Geister.

Zur Feier des Ende der Zwölften werden mancherorts Perchtenumzüge abgehalten. Ansonsten geht man dazu über, sich auf den Frühling zu freuen. Der könnte heuer jedoch auf sich warten lassen. Es heißt doch “Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee”. Weiße Weihnachten hatten wir nicht.

Knecht Ruprecht

Von drauß´, vom Walde komm´ ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr.
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein blitzen.
Und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.
Und wie ich so strolcht´ durch den finstern Tann,
da rief´s mich mit heller Stimme an:

"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
Alte und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn:
und morgen flieg´ ich hinab zur Erden,
denn es soll wieder Weihnachten werden!"

Ich sprach: "O lieber Herre Christ,
meine Reise bald zu Ende ist.
Ich soll nur noch in diese Stadt,
wo´s eitel gute Kinder hat."

"Hast denn das Säcklein auch bei dir ?"
Ich sprach : "Das Säcklein, das ist hier;
denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
essen fromme Kinder gern."

"Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
doch für die Kinder, nur die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten."

Christkindlein sprach : "So ist es recht,
so geh mit Gott mein treuer Knecht."
Von drauß, vom Walde komm´ ich her;
ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr.
Nun sprecht, wie ich`s hierinnen find!
Sind`s gute Kind, sind´s böse Kind?

Theodor Storm

Der Nikolaus, wie er in unserer Gegend die Kinderherzen erfreut, kam traditionellerweise schon gestern - ohne Krampus versteht sich. Die sahen wir am Wochenende bei diversen Krampusläufen….

Die Bräuche sind von Region zu Region und christlichen Glaubensvorstellungen verschieden, einen kleinen Überblick gab es schon voriges Jahr in diesem Blog. Zur Nachlese Who is who.

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