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Beiträge der Kategorie 'Volksglaube'

An die Mütter dieser Zeit …

Muttertag - von den einen fast gehasst und von den meisten geliebt.
Ich als Mutter und Tochter bin in der glücken Lage, diesen Tag zu lieben. Meine Familie gibt mir dieses Gefühl und dafür muss ich dankbar genug sein. Doch jede Familie funktioniert anders, jede Struktur wird im kleinen Rahmen aufgebaut und setzt sich somit selbst ihre Grenzen.

Der Fall “Horrorhaus Amstetten” beschäftigt mich gerade in diesen Gedanken. Wie kann eine Mutter so wenig von ihrer eigenen Familie wissen? Wie kann es möglich sein, dass man als Hausfrau das eigene Terrain nicht kennt? Wie kann eine Ehefrau so wenig von ihrem Ehemann wissen? Wie ist es heutzutage möglich, dass ein Familienmitglied so totalitär, so regimmäßig agieren darf und kann?

Das generelle Obrigkeitsdenken hat in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Dinge des Alltagslebens, der gesellschaftlichen Struktur haben sich zur Gleichberechtigung aller hin geändert - mag man meinen. Und dennoch - betrachtet man nur den Verbund “Familie”, so hinken doch viele ihrer Zeit hinterher. Vor allem Hausfrauen und Mütter, also Frauen, die in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis zu ihren Ehemännern stehen, betrachten ihre Einkommensbeschaffer als Oberhäupter, die das Geschehen bestimmen dürfen oder gar müssen. Hier wird vieles akzeptiert, toleriert und als gegeben hingenommen. Ein Hinterfragen würde möglicherweise Unannehmlichkeiten bringen.

ABER: liebe Mütter und Frauen, diese möglichen Unannehmlichkeiten stellen sich am Ende doch als der bessere Weg heraus. Nur Mut und Konsequenz! Schlimmer kann es kaum werden … niemand ist in seinem Schicksal gefangen, es liegt immer in der eigenen Hand.

Jedes Familienmitglied - aus Ehen, Partnerschaften … und Kinder - ist gleichberechtigt und muss am Familiengeschehen teilnehmen (dürfen). Jede Meinung führt zu einem gemeinsamen, harmonischen Alltag. Jedes Mitglied der Familie muss seinen Freiraum haben, aber dieser darf nicht hinter Stahltüren verschlossen sein … das wäre eine untolerierbare, mehr als hinterfragungswürdige Ausgrenzung.

Wenn alles in diesem Rahmen abläuft - dann ist es ein gelungener, ehrlicher Muttertag. Nicht ein Tag, an dem die Mutter einmal, weil es denn sein muss, beachtet und geehrt wird, sondern ein Tag, an dem der Mutter eine besondere Freude bereitet wird - eben nur ein klitzekleines Bisschen mehr als sonst.

Die Mutter und Frau in ihrer verantwortungsvollen Rolle als gleichberechtigtes Familienmitglied muss an sich selbst glauben - gerade an einem Tag wie heute!

Mai

Mai
Maiglöckchen

Der Wonnemonat Mai steht volkskundlich für die Fruchtbarkeit und die Liebe. Oder doch nicht? Bei meinen Recherchen las ich recht widersprüchliches. So durfte bei den alten Römern in diesem Monat nicht geheiratet werden: “Hochzeit im Mai ruft den Tod herbei”. Und dennoch ist es der Monat der frisch erwachten Liebe. Naja, vielleicht doch nicht so widersprüchlich? Jedenfalls fand durch Jahrhunderte in vielen Gegenden Europas ein Ritual für Mädchen statt, bei dem sie einen Schlag mit der Lebensrute erhalten und mit Fruchtbarkeitswasser übergossen wurden.

Am ersten Mai wurde während des Mittelalters in ganz Europa der Frühling begrüßt. Auf diese Zeit geht das Aufstellen eines Maibaumes zurück. Um diesen geschmückten Baum wurde getanzt und gefeiert.

Zu seinem Namen kam der Mai wahrscheinlich durch den altitalischen Gott Maius, der als Beschützer des Wachstums gilt.

Der erste Mai steht im Zeichen des “Tages der Arbeit“.
Heuer - 40 Tage nach Ostern - wird “Christi Himmelfahrt” gedacht.
Außerdem ist in Deutschland Vatertag.

Der göttliche Plan

mittelalter
Thema Mittelalter

In der Vorstellung der mittelalterlichen Denkweise war nichts dem Zufall überlassen und kein Ablauf der Natur ließ sich - zumindest mit bekannten Mitteln - manipulieren. Der göttliche Plan stand im Vordergrund.

Das menschliche Dasein reihte sich zwischen Himmel und Erde. Der Mensch als Ebenbild Gottes - verdammt durch Erbsünden und Laster. Ziel war es, die Gnade Gottes wieder zu erlangen. Das Leben des Menschen war also durch rituelle Vorkehrungen bestimmt, um letztendlich das Seelenheil zu erlangen. So lebte man in ständiger Angst, Fehler zu begehen oder fehlerhaften Ritualen zu verfallen. Gemeint ist hier z.B. Taufe, Teufelaustreibung, die Abwehr böser Geister, die richtigen Priester zu wählen, die Kommunion im richtigen Moment zu erhalten o.ä. - die Lebensführung war durch solche Ängste ständig in Gefahr.

Nach dem Werk von Papst Innozenz III (1198 - 1216) “Über das Elend des menschlichen Daseins” wurde bereits die Geburt eines Menschen als höchst beklagenswert empfunden. Dieses Werk war viele Jahrhunderte sehr bedeutend und drückt im Wesentlichen die Hoffnungslosigkeit und Trostlosigkeit des menschlichen Lebens bis hin zum Tode aus. Glanz und Elend, krasse Standesunterschiede, aber vor allem Naturkatastrophen trugen die Menschen.
Diese seelische Plage begleitete alle Menschen aller Stände durch das ganze Leben. Doch der mittelalterliche Mensch nahm jede Pein auf sich und ertrug die schlimmsten Leiden, ein Freitod war der verwerflichste Abgang aus dem Leben …

Die Alraune

Die Alraune ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich um eine Pflanze eine geheimnisvolle Aura bilden kann. Um sie ranken sich fantasievolle, schauerliche und abenteuerliche Geschichten, die im Volks- bzw. Aberglauben noch heute ihre Wirkung zeigen. Liegt eigentlich auf der Hand, dass sich um diese Pflanze Horrorbuch- und auch Filminhalte drehen, die auf diese alte Legende beruhen.

Heute ist die Alraune für viele Menschen ein lästiges Unkraut, unerkannt und unbeachtet, für andere jedoch liegt der Zauber noch immer greifbar. Die Inhaltstoffe der Alraune sind einerseits heilwirkend und andererseits todbringend. In früheren Zeiten, als Pflanzen im täglichen Leben eine große Rolle spielten, war sie unbezahlbar wertvoll und heiß begehrt. Sie war (oder ist?) eine der mächtigsten Zauberpflanzen.

Archäologen fanden in ägyptischen Pyramiden Teile der Alraune als Grabbeigabe. Schon in dieser Kultur war diese Pflanze besonders als Aphrodisiakum sehr geschätzt. Sogar in der Bibel ist sie beschrieben und der griechische Arzt Theophrast erklärte sie im 4. Jahrhundert vor Christus zu einer ganz besonderen Pflanze, die sowohl in Liebesangelegenheiten, als Fruchtbarkeitszauber als auch als Schlafmittel eingesetzt wurde.
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Zauberpflanzen

Hexe sein ist heute “in” - so erfährt altes Heilwissen einen wahren Boom. Letzteres ist das Gute daran.
Es hat sie immer gegeben - die Hexen mit guten und bösen Absichten, mit hilfreichen, wohltätigen oder mit schädlichen, unheilbringendem Wissen bewandert in weiser oder schwarzer Magie. Ihre Kräfte schöpfen die Hexen aus den Kräften der Natur, in der Hauptsache gibt ihnen die Pflanzenwelt das nötige Rüstzeug zur Ausübung ihrer Zunft.

Seit Anbeginn der Menschheit werden Pflanzen als Nahrungs- und Heilmittel, für Bau- und Brennmaterial oder zum Schutz der Wohnstätten vor allem von Frauen gesammelt und erprobt. Im Lauf der Zeit sammelte sich unschätzbares Wissen - auch über psychoaktive Wirkungen.
In griechischen oder germanischen Mythen, in der Bibel, bei den Gebrüdern Grimm oder Goethe waren Zauberpflanzen selbstverständlicher Bestandteil des Geschehens. Sehr oft waren berühmte historische oder mythische Persönlichkeiten Zauberer oder Heilkundige. Unter dem Einfluss des Christentums wurde im Zuge der Hexenverfolgungen in über 300 Jahren wertvolles Volkswissen auf grausame Art ausgelöscht.
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Volksfeste

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Volks- und Glaubensfeste - siehe auch “Jahreskeis”

Deutliche Spuren vorchristlicher Gottheiten sind außerordentlich selten auszumachen. Mittelalterliche Priester waren schnell bereit, einen Brauch als verdammenswert und vom Teufel inspiriert zu betrachten, weil er ein Ausdruck der Sexualität war, Trunkenheit förderte oder zur Gesetzlosigkeit führte oder weil sich dabei Männer als Frauen verkleideten, entgegen den Geboten der Bibel. All dies mochte ihnen teuflisch erscheinen, wenngleich auch der Teufel nicht direkt verehrt wurde.

Viele Bräuche gehen auf Sonnenverehrung oder Fruchtbarkeitskulte zurück. Wenn Festlichkeiten zu Ehren alter Gottheiten tatsächlich überleben, so werden sie bis zur Unkenntlichkeit verändert. Gottheiten werden mit Heiligen ausgetauscht – das Rituelle hat sich erhalten. Tänze, mit dem Geister ausgetrieben werden, lassen sich oft „verchristlichen“ und behielten somit Bestand.

In katholischen Ländern, wo kirchliche Feiertage sowohl mit Lustbarkeit als auch mit Kirchgang begangen werden, vermischen sich religiöse Riten und weltliche Bräuche oft zu umfangreichen Festlichkeiten, die von den Teilnehmern als unteilbares Ganzes erlebt werden, während Besucher, die nicht der Gemeinde angehören, auf einige bizarre Elemente bei diesen Feiern unter Umständen mit Verwunderung oder sogar Missbilligung reagieren können.

kurze Arbeitswoche - Mittwoch

Ein Lichtblick ist es ja schon, wenn die Arbeitswoche am Mittwoch beginnt. Nur noch drei Tage und ab ins Wochenende.

Gott hat den Mittwoch geschaffen, um uns daran zu erinnern, dass wir Dienstag in Verwirrung waren.
Eduard Douwes Dekker, 1820 - 1887
niederländischer Kolonialbeamter und Schriftsteller

In Verwirrung war ich gestern keineswegs! Im Gegenteil, der Urlaubstag nach den Osterfeiertagen war notwendig und wurde dementsprechend genutzt.

Im 10. Jhdt. ist in deutschen Gebieten der Begriff mittewoche entstanden. Im heidnischen Volksglauben ist der Mittwoch ein Glückstag. Allerdings wurde er vom christlichen Gedankengut her zu einem Unglückstag. Judas hat Christus bekanntlich an einem Mittwoch verraten. Der allgemeine Volksglaube hielt daran fest und so entstanden einige Unanehmlichenkeiten zu diesem Tag: Angeblich bekomme man Kopfschmerzen, wenn man sich an diesem Tag den Kopf wäscht … geborene Kinder haben wenig Glück im Leben und sterben bald … Kinder soll man nicht das erste Mal in die Schule schicken, weil sie in weiterer Folge nichts lernen … keine Taufen oder Hochzeiten an diesem Wochentag, weil … !

Ich halte mich in diesem Fall eindeutig an das Heidentum! ;-)

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07
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Aus den Trümmern unserer Verzweiflung bauen wir unseren Charakter.
Ralph Waldo Emerson
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