Die letzten Tage waren von guter Laune, schönem Wetter und reichlichem Essen geprägt.
Es gab zwei Geburtstage in der Familie zu feiern und das schöne Wetter lockt hinaus, wobei da wiederum viele Gastgärten mit abwechslungsreichen Speisekarten locken.
Heute verzichte ich freiwillig auf Essen, weil erstens mein Magen streikt, zweitens der Zeiger der Waage ungnädig ist und drittens ich sowas von satt bin, dass mir einfach gar nix mehr schmeckt.
Ich - die meisten oder gar alle von uns, die hier lesen - bin in eine Welt geboren, in der ich nie Hunger leiden musste. Ich kenne das Gefühl überhaupt nicht. Immer war genug da, im Gegenteil ich hatte und habe die Wahl. Viele Mahlzeiten könnte ich getrost weglassen, weil sie unnötig sind.
In unseren Breiten stellt dieser Überfluss ein gesundheitliches Problem dar. Kinder leiden schon an Fettleibigkeit, falsche Lebensmittelzusammenstellung führt zu vielen Beschwerden.
Oftmals werden Lebensmittel in der Industrie zweckentfremdet, sodass sie keine Mägen mehr füllen, sondern anderen Branchen dienen, z.B. der Mobilität.
Schrecklich, wenn man bedenkt, dass im Gegensatz dazu alle fünf Sekunden! ein Kind an Unterernährung stirbt, wie ich heute wieder in der Zeitung lese. Neu ist das Problem ja nicht - Menschen, die sich weder Lebensmittel kaufen können, geschweige denn sonst in der Lage sind, diesen Umstand zu ändern, verhungern nicht im Geheimen. Eine Schande. Eine Umschichtung, ein Ausgleich, politische Korrekturen können doch nicht unmöglich sein.
Es wäre möglich, lese ich weiter,
“… die Zahl der Hungernden bis zum Jahr 2015 zu halbieren. Natürlich müssten sich alle Länder anstrengen. Schon aus wirtschaftlichen Gründen, Kinder, die genug zu essen haben, werden produktiv, werden Konsumenten, verringern die Gesundheitskosten und lassen die Staatseinnahmen auf längere Sicht steigen….” (James Morris, UN Welternährungsprogramm, Zitat sinngemäß aus der Kronen Zeitung vom 16.10.2006)
Na wenn schon nicht aus Menschlichkeit, dann wenigstens der Volkswirtschaft zuliebe …