Beiträge der Kategorie 'November'

Elisabeth - Bauernregel

Heute ist der Gedenktag der Hlg. Elisabeth. Gemeint ist Elisabeth von Thüringen, die von 1207 - 1231 wirkte. Näheres z.B. per o.a. Link nach Wikipedia. Das ist eine interessante Geschichte zur damaligen Zeit, deshalb wohl die frühe Heiligsprechung …

Zu vielen Gedenktagen oder Lostagen wurden Bauernregeln bzw. Wetterorakel gesprochen. Diese Bauernregeln ergaben sich aus Beobachtungen. Sie wurden von Generation zu Generation weitergegeben. Ende des 20 Jhdts. begann man diese Bauernregeln durch statistische Gegenüberstellungen zu analysieren - und stellte fest, dass sie ziemlich zuverlässig sind! Erst vor ein paar Jahren wurde diese Feststellung wiederum bestätigt.

Es kündet St. Elisabeth
was für ein Winter vor uns steht.
Bauernregel

Es hatte heute morgen frostige Grade unter Null, am Tag war es zwar nicht warm aber klar. So soll der Winter sein. Da hätte ich nix dagegen. Zwischen diesen Sonnentagen dürfte es auch mal schneien …

Auf der anderen Seite des Weges

Engel

Der Tod ist nichts, ich bin nur in das Zimmer
nebenan gegangen. Ich bin ich, ihr seid ihr.
Das, was ich für Euch war, bin ich immer noch.
Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.
Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
Gebraucht nicht eine andere Redensweise,
seid nicht feierlich oder traurig.
Lacht weiterhin über das, worüber wir gemeinsam
gelacht haben.
Betet, lacht, denkt an mich, betet für mich
damit mein Name im Hause gesprochen wird,
so wie es immer war,
ohne besondere Betonung, ohne die Spur des Schattens.
Das Leben bedeutet das, was es immer war.
Der Faden ist nicht durchschnitten.
Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
Ich bin nicht weit weg,
nur auf der anderen Seite des Weges.

Charles Pierre Péguy

Hlg. Wolfgang

Wolfgang lebte von 924 bis 994. Geboren wurde er in Baden Würtenberg, gestorben ist er am 31. Oktober im österr. Eferding. Dazwischen liegt ein bewegtes Glaubensleben.

Seine Stationen in Stichwörtern:
Klosterschule - Studien in Würzburg - Bischof von Trier, Leiter der do. Domschule - Benediktinermönch - Priester in Augsburg - Glaubensbote im Noricum - St. Wolfgang/Salzburg - Bischof von Regensburg.

Es gibt einige Legenden um seine heilenden Kräfte, die Besessene, Blinde und Aussätzige gesunden ließ. Wolfgang war auch für seine Fürsorge bekannt, z.B. indem er Getreide verteilte.
Er reformierte das Klosterleben zur Strenge und Zucht. Auch zu sich selber hielt er diese Strenge, so war er als jahrelanger Einsiedler bekannt.

Wolfgangsee
St. Wolfgang

Eine dieser gewählten Einsiedeleien befand sich über dem Abersee in Salzburg (später Wolfgangsee).
Dort bewohnte er eine Höhle - war jedoch nicht immer alleine: Als ein Durstender vorbei kam, ließ er eine Quelle entspringen. Dieser Quelle sagt man heute noch Heilkräfte nach.
Ein weiterer Besucher war der Teufel, der desöfteren nach seinem Leben trachtete. Wolfgang beschloss, die Höhle zu verlassen. Er warf eine Axt ins Tal und ließ sich dort nieder, wo er sie wieder fand. Sofort begann er mit dem Bau einer neuen Unterkunft und einer Kirche. In dieser Wildnis kam er selbst jedoch nicht recht voran. Der Teufel bot ihm seine Hilfe unter der Bedingung an, dass der erste Kirchenbesucher ihm gehöre. Nach der Fertigstellung war es ein Wolf, der die Kirche betrat. Der Teufel kochte vor Wut und fuhr durch in Loch in der Kirchendecke mit dem Wolf davon.
Die Kirche in St. Wolfgang war im späten Mittelalter ein beliebter Wahlfahrtsort. Auch heute finden sich Gläubige und Touristen gerne dort ein …

Zudem gibt es heute “Süßes oder Saures”: Halloween

Halloween

.. reizt mich überhaupt nicht - oder doch? Ich mag diesen übergeschwappten Brauch nicht sonderlich, ich finde keinen Weg zum Sinn - obwohl es - das Fest? - angeblich tiefe Wurzeln hat. Ich bemühe mich um Bräuche und Brauchtum, aber ich bin bodenständig. Wie alte Leute eben sind - sagen meine Kinder!

Hätte ich keine Kinder, die halloweeninfiziert sind - ginge der morgige Abend spurlos an Gruseleien und “Bettelei um Süßes” vorüber. Ist aber nicht so. Meine Racker schleppten mich heute in einige Geschäfte, wo sie sich für morgen rüsteten. Grausige Masken, schwarze Umhänge, Luftschlangenspray - alles furchterregendes Zeugs - kurz vor der Kasse hätte ich am liebsten eine (unsinne) vergebliche Diskussion über Sinn und Unsinn von Brauchtum gehalten - aber dann wäre wohl ich das Gruseligste für die Kinder gewesen.
Mit Süßem decke ich mich morgen ein - nicht dass mir noch ein Gruselmonster einen Streich spielt, den ich ja wirklich nicht verdiene!

Nein - ich denke, auch Kinder müssen ihre Feste mit ihren Freunden feiern können. Hätten meine Eltern gewisse Bräuche unterbunden oder nicht ins Bewusstsein gebracht, würde ich mich heute wohl nicht dafür interessieren….

Hlg. Martin / Fasching

Am 11.11. sind zwei Ereignisse volkstümlich relevant - Martinsbräuche, Faschingseinläuten

Zum einen wird dem Heiligen Martin gedacht. Martin wurde etwa 316 in Pannonien als Sohn eines Römers geboren und wurde in weiterer Folge Soldat und Offizier, diente unter Kaiser Constantius und Julianus Apostata. In diese Zeit fällt die “Mantelteilung” Stadttor von Amiens. An diese symbolträchtige Geste erinnern wir uns heute in Form der Martinispiele, vorzugsweise von Kindern im Rahmen der Laternenumzüge nachgestellt.
Bald darauf trat Martin aus der Armee aus und widmete sein Leben der Mission bin hin zur Donau. 371 wurde er Bischof von Tours.

Martin ist nicht nur Patron unzähliger Kirchen, vieler Berge und Quellen, sondern auch der Bettler und Winzer. Früher wurden ihm Hühner und Hafer geopfert, die man tags darauf im Gasthaus verzehrte.

Neben den Laternenumzügen hat sich der Verzehr der Martinigans am ehestens bis heute als Brauch gehalten. Man sagt, dass sich dem Heiligen Martin Gänse bei der Mantelteilung mit lautem Geschnatter in den Weg gestellt haben - dafür wurden sie gebraten…
Bei uns gibt es heuer keine Martinigans. Gäbe es Gänsebraten, dann mit Rotkraut, Kartoffelknödel und Kastanien. Dazu gibt es einen feinen Ganserlwein. Zu den Gänsen ist es mir noch wichtig anzumerken: Wenn schon Gänsebraten, dann eine, die ein gutes Leben hatte. Auch heute ist es noch üblich, Gänse zu mästen, zu stopfen und ihnen brutal die Federn zu rupfen. Das muss nicht sein und das muss nicht unterstützt werden. Lieber ein paar Euro mehr ausgeben, beim Metzger des Vertrauens einkaufen und so mit besserem Gewissen genießen können.
Man sagt dem Volksglauben nach, dass ihr Blut gegen Fieber helfen soll, ihr Fett gegen Gicht, eine Feder vom linken Flügel verbrannt und in Wein gemengt wird gegen Epilepsie eingesetzt!

Weniger bekannt ist die “Baumgeschichte”. Die Föhre wurde seinerzeit von Heiden als Sitz eines Dämons verehrt. Martin - wie gesagt als Missionar unterwegs - zerstörte einen heidnischen Tempel und wollte der Vollständigkeit halber nun auch diesen Götzenbaum schlagen. Sozusagen als Probe, ob denn nun der Dämon oder Christus der Stärkere sei, forderten die Heiden Martin auf, er solle sich auf die Seite des Baumes stellen, auf die er geneigt war. Die Heiden begannen den Baum umzuhauen. Dem Naturgesetz zur Folge müsste die Föhre Martin unter sich begraben. Das Gottesurteil entschied sich jedoch für Martin. Wie durch einen Wirbelwind gesteuert, fiel der Baum in die andere Richtung. Die erstaunten Heiden wandelten ihre Glauben…

Dem Volksglauben und altem Brauch nach endet das alte Wirtschaftsjahr und gilt zugleich als Winterbote. Das Vieh kommt in den Stall, im Kamin wird das erste Feuer angezündet. In der Martininacht werden (wurden?) allerlei Liebeszauber und -orakel durchgeführt. Wer in dieser Nacht etwas träumt, wird ein sehr glücklicher Mensch.
An Martini zieht allerdings auch die wilde Jagd umher, so soll man sich vor bösen Mächten mit Peitschenknall und Glockenläuten vorsehen.

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Heute - also vor gut einer halben Stunde - wurde der Fasching eingeläutet. 11.11., 11:11 Uhr.
Eingeleitet wird diese Zeit vielerorts ebefalls durch lautes Peitschenknallen und Glockenläuten. Hier findet man also eine Gemeinsamkeit mit den Martinibräuchen. Die Burschenschaften oder Faschingsverbände bzw. Gilden bereiten gewöhnlich entsprechende Veranstaltungen vor und wahren auch das Brauchtum dieser Zeit.
Die Narren haben nun für die nächsten 101 Tage das Sagen. Lei - Lei … oder wie auch immer!

Obwohl ich das Gefühl habe, dass unser österr. Fasching heuer schon früher begann - nämlich kurz nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses zur Regierungsbildung….

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Na dann - schönen Samstag, mit oder ohne Gänsebraten, mit oder ohne dem Einläuten der närrischen Zeit!

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  • Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling, Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muß man auch haben.
    H.C. Andersen
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