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Beiträge der Kategorie 'März'

meteorologische Singularität

… das bedeutet, dass bestimmte Witterungen zu bestimmten Zeiten mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten. Dazu zählen der Märzwinter mit niedrigen Temperaturen sowie die Eisheiligen im Mai und die Schafskälte im Juni. Mit hohen Temperaturen ist gewöhnlich im August an den Hundstagen, Ende September im Altweibersommer und zu Weihnachten mit dem Weihnachtstauwetter zu rechnen.

Die Schafskälte macht sich diesmal wieder alle Ehre. Gerade noch 5 Grad C hatte es die letzte Nacht, zudem war der gestrige Tag verregnet. Heute stiegen die Temeraturen auch nicht besonders hoch an.
In Gegenden, wo Schafzucht betrieben wird, wurden sie bereits das erste Mal im Jahr geschoren. Auch den Schafen dürfte es nun zu kalt sein - so kam diese Wetterperiode zu ihrem Namen.

Schlechter Start für die Bäder, schlechtes Wetter für die Fußball-EM in Klagenfurt … gutes Wetter zum Fensterputzen oder für PC-Arbeiten. ;-)

Sommerzeit

Dieses Wochenende ist es wieder so weit! Uns wird doch glatt eine Nachtstunde unterschlagen - wie jeden letzten Sonntag im März beginnt die Sommerzeit. Zum Glück bekommt man die Stunde aber am letzten Sonntag im Oktober wieder zurück.
Dennoch könnten die Hormone verrückt spielen …

Die Sommerzeit wurde in den 80er Jahren in unseren Ländern wieder eingeführt. Energiesparmöglichkeiten wurden gesucht, um der Ölkrise entgegen zu wirken und in ihr wieder gefunden. Der Einfall der Sommerzeit wird einem gar nicht so ernst zu nehmenden Aufsatz von Benjamin Franklin aus dem Jahre 1784 zugeschrieben und wurde bis zu Zeiten des ersten Weltkrieges in einigen europäischen Ländern und in den USA praktiziert. Der Einwand der Bauern, dass sich die Nutztiere auf diese Zeitkorrektur bzw. -verschiebung nicht einstellen werden können, hat sich als haltlos erwiesen.

Was wären wir ohne Uhr? Kaum vorstellbar dieses Richtmaß nicht zu haben - Chaos pur. Wie machten das nur unsere Ahnen?
Früher war die Sonnenuhr, die schon mehr als Tausend Jahre bekannt ist, das einzige Mittel zur Zeitangabe. Sie war an Rathäusern oder Kirchtürmen angebracht, sodass sie von den Einwohnern gut wahrgenommen werden konnte. Zeit spielte damals jedoch noch eine untergeordnete Rolle im Tagesablauf. Man orientierte sich eher am Tageslicht im allgemeinen. Der Brauch des täglichen “Ave-Läutens” der Kirchenglocken um Punkt Zwölf Uhr mittags begründet sich wohl im 15. Jahrhundert daraus, dass auch die am Feld arbeitenden Menschen diesen markanten Zeitpunkt des Tages aufmerksam gemacht wurden. Auch heute läuten die Glocken zu dieser Tageszeit und läuten andererseits auch andere Ereignisse ein, wie Messen, Begräbnisse, Taufen, Katastrophen o.ä.

In Zeiten mobilen Verkehrs - etwa seit der Erfindung der Eisenbahn - kamen die Menschen jedoch dahinter, dass die Sonne nicht als einheitliches Messgerät der Uhrzeit zur Verfügung steht, da sie in nur wenige hundert Kilometer Entfernung schon um einige Minuten differiert. Die Länder der Welt einigten sich so vor mehr als hundert Jahren auf eine Zeitzoneneinteilung und wies unseren Breiten die “Mitteleuropäische Zeit” zu.

Und damit begann dann wohl der Stress - mit den Terminen, dem Zuspätkommen, dem Tagesablauf nach dem Minutenzeiger…

Maria Verkündigung

… eines der ältesten Marienfesten, das bis ins 6. Jahrhundert zurückreicht, ist die Verkündigung des Herrn und zugleich die ursprüngliche Version des christlichen Frühlingsanfanges.
So soll der Erzengel Gabriel Maria die Geburt des Erlösers verkündet haben.
Auch wenn dieser Tag nahe dem Osterfest ist, so hat er doch weihnachtlichen Charakter (9 Monate vor dem 25. Dezember).

Im Brauchtum ist es der Tag an dem man die erste Schwalbe erwartet, ihr die Fenster öffnet und sie zum Nisten animiert, damit das Gebäude und seine Bewohner vor Blitzschlag geschützt sind. Schönes Wetter vorher ist weniger gut, weil es danach umso kürzer anhält. Ein klarer Verkündigungstag verspricht laut den alten Bauernregeln allerdings ein gutes Erntejahr und somit auch gute Witterungen.

Am Ostermorgen

Am Ostermorgen schwang die Lerche
sich auf aus irdischem Gebiet
und, schwebend überm stillen Pferche
der Hirten, sang sie dieses Lied:
Erwacht! Die Nacht entflieht.
Das Licht zerbricht
die Macht der Nacht;
erwacht ihr Lämmer all, erwacht,
auf feuchtem Rasen kniet!

Es ward von einem Osterlamme
getan für alle Welt genug,
das blutend an dem Kreuzesstamme
die Schuld der ganzen Herde trug.
Des Sieges Stunde schlug!
Das Grab, es gab
den Raub vom Staub
zurück; nun weidet grünes Laub,
ihr Lämmer fromm und klug!

Der Baum des Lebens, fluchbeladen,
stand abgestorben, dürr und tot.
Des Lammes Blut ihn mußte baden;
nun wird es blühend rosenrot.
Gewendet ist die Not!
O seht, her geht
der Hirt, der wird
die Herde weiden unverirrt
im neuen Morgenrot.

Friedrich Rückert, 1788-1866

Osterhase

Er - der Osterhase - wird erstmals 1789 in einem Schweizer Kinderlied erwähnt, es gibt auch aus dem Jahre 1682 Hinweise durch den deutschen Protestanten Georg Franck von Franckenau aus Heidelberg auf ihn.
Es ist Brauch, dass der Osterhase den Kindern die bunt bemalten Eier bringt. Der Hase an sich ist (u.a. lt. mythologischen Aspekten) ein Symbol für die Fruchtbarkeit und Lebensfreude. Ein möglicher Zusammenhang besteht auch darin, dass der Hase ein “Mondtier” ist und das Osterfest am ersten Sonntag des Frühlingsvollmondes gefeiert wird. In der mittelalterlichen Zeit wurden Schulden auch oftmals durch Hasen und/oder Eier abgeglichen, was vielleicht auch eine Verbindung, zumindest zwischen Hase und Eier herstellt.
Berühmtheit und festen Bestand erhielt der Osterhase aber ganz bestimmt durch die Schokoladenindustrie, hier wäre er und seine Häsinnen wohl kaum wegzudenken.
Eines ist jedenfalls sicher, gesehen hat ihn noch niemand.

Karsamstag - Speisenweihe

Der Karsamstag markiert das Ende der Fastenzeit. Es ist aber auch ein Tag, an dem man alle möglichen Reinigungsarbeiten vornehmen soll - Haus und Hof, Haare und Körper, außerdem soll man an diesem Tag dem Aberglaube nach besondere Kraft besitzen, die einem beim Verrichten harter Arbeit entgegenkommt.

Osterkorb
Osterkorb

Doch der Karsamstag, wie ich ihn kenne, hat eigentlich nichts mit Arbeit zu tun. Vielmehr werden an diesem Tag die Osterspeisen geweiht und danach genussvoll - nach der langen Fastenzeit - verzehrt. Hier gibt es regionale Unterschiede: in der kärntner Gegend verpackt man in den Osterkorb gekochten Beinschinken, geselchte Würste, gekochte Zunge, eine große Krenwurzel, eigens gebackenes Osterbrot, Reindling und gefärbte Ostereier. Über diesen Korb wird eine handgestickte Osterweihdecke geworfen, die jede Hausfrau parat hat. In der Kirche oder bei einem Kreuz versammeln sich die Leute, um nach einer Osteransprache bzw. Ostermesse die Speisen durch den Pfarrer weihen und segnen zu lassen. Nachdem der Inhalt dieses Osterkorbes regional verschieden ist, kommt es weniger auf die Zutaten als auf die Symbolik an. Man sagt auch, dass alle Geister in der Hölle an diesem Tag diese Predigten hören können.

Karfreitag

Der Karfreitag ist der Tag der Kreuzigung des Herrn. Abgesehen von den kirchlichen Zeremonien und seiner Bedeutung als strenger Fastentag wird dieser Tag als Unglückstag, an dem bei der Verrichtung der täglichen Arbeit besondere Vorsicht geboten ist, betrachtet. Und das obwohl dieser Tag für viele Tätigkeiten geeignet zu sein scheint: Bäume schlagen, reinigende Tätigkeiten, Säen, Nägel- und Haareschneiden sind besonders hervorzuheben.
Noch etwas haarsträubendes habe ich in einem alten Buch gelesen, das ich nicht vorenthalten möchte: Eine Frau die am Karfreitag Mehl, abgeriebenes Brot und ein ganzes Stück Brot isst, wird das ganze Jahr nicht schwanger.

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08
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