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Beiträge der Kategorie 'Lyriks'

Schein und Sein (Busch)

Mein Kind, es sind allhier die Dinge,
Gleichwohl, ob große, ob geringe,
Im wesentlichen so verpackt,
Daß man sie nicht wie Nüsse knackt.

Wie wolltest du dich unterwinden,
Kurzweg die Menschen zu ergründen.
Du kennst sie nur von außenwärts.
Du siehst die Weste, nicht das Herz.

Wilhelm Busch, 1832 - 1908

Auf der anderen Seite des Weges

Engel

Der Tod ist nichts, ich bin nur in das Zimmer
nebenan gegangen. Ich bin ich, ihr seid ihr.
Das, was ich für Euch war, bin ich immer noch.
Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.
Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
Gebraucht nicht eine andere Redensweise,
seid nicht feierlich oder traurig.
Lacht weiterhin über das, worüber wir gemeinsam
gelacht haben.
Betet, lacht, denkt an mich, betet für mich
damit mein Name im Hause gesprochen wird,
so wie es immer war,
ohne besondere Betonung, ohne die Spur des Schattens.
Das Leben bedeutet das, was es immer war.
Der Faden ist nicht durchschnitten.
Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
Ich bin nicht weit weg,
nur auf der anderen Seite des Weges.

Charles Pierre Péguy

Herbst (Lenau)

Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
Ich liebe dieses milde Sterben.

Herbstblatt

Von hinnen geht die stille Reise,
Die Zeit der Liebe ist verklungen,
Die Vögel haben ausgesungen,
Und dürre Blätter sinken leise.

Die Vögel zogen nach dem Süden,
Aus dem Verfall des Laubes tauchen
Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,
Die Blätter fallen stets, die müden.

In dieses Waldes leisem Rauschen
Ist mir als hör’ ich Kunde wehen,
daß alles Sterben und Vergehen
Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.

Nikolaus Lenau, 1802 - 1850

An den Mond

Heute - genauer um 10.09 Uhr, also jetzt - ist Vollmond, las ich gestern bei Grye Owl Calluna, die über das Leben mit dem Mond gut Bescheid weiß.

Goethe fand schöne Worte an den Mond:

An den Mond

Füllest wieder Busch und Tal
Still mit Nebelglanz,
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz.

Breitest über mein Gefild
Lindernd deinen Blick,
Wie des Freundes Auge mild
Über mein Geschick.

Jeden Nachklang fühlt mein Herz
Froh- und trüber Zeit,
Wandle zwischen Freud’ und Schmerz
In der Einsamkeit.

Fliesse, fliesse, lieber Fluss!
Nimmer werd’ ich froh,
So verrauschte Scherz und Kuss,
Und die Treue so.

Ich besass es doch einmal,
Was so köstlich ist!
Dass man doch zu seiner Qual
Nimmer es vergisst!

Rausche, Fluss, das Tal entlang,
Ohne Rast und Ruh,
Rausche, flüstre meinem Sang
Melodien zu,

Wenn du in der Winternacht
Wütend ueberschwillst,
Oder um die Frühlingspracht
Junger Knospen quillst.

Selig, wer sich vor der Welt
Ohne Hass verschliesst,
Einen Freund am Busen hält
Und mit dem geniesst.

Was, von Menschen nicht gewusst
Oder nicht bedacht,
Durch das Labyrinth der Brust
Wandelt in der Nacht.

Johann Wolfgang von Goethe, 1749 - 1832

Blogparade - Ministeckbrief

Publicon.de

Wie lange ist das schon her, als ich für ein Forum “zum besseren Kennenlernen” mithilfe von Publicons.de einen bunten Steckbrief erstellt habe? … ein paar Jahre jedenfalls … Die Auswahl an Icons ist enorm, es macht sogar ein bisserl Spaß zu wählen - eine Spielerei ;-)

Shredder Blog ruft zu einer Blogparade auf.

Wähle die Publicons bitte mit Bedacht aus. Welche repräsentieren dich?
Limitiere die Anzahl der Publicons bitte genau auf 42 – schließlich ist 42 der Sinn des Lebens.
Bitte verlinkt euren Artikel auf diesen Artikel hier und hinterlasst anschließend ein Kommentar, damit ich euren Beitrag auch finde.
Ende der Blogparade soll der 08.10.08 sein.
Leute ohne Blog können einfach so teilnehmen und mir ihre URL zum Profil mailen oder per Kommentar hinterlassen.

Ja nun - das Ergebnis listet sich links! 42 Icons - sofern ich mich nicht verzählt habe - sind in diesem Sinne nicht die Antwort auf die Frage aller Fragen *grinsel*.

Nur damit es mir hier mit der langen Grafik nicht das Layout durcheinander bringt - ein Sonntagsgedichterl:

Ein Sonntag

So geht ein Sonntag still zu Ende,
auf den du lange dich gefreut…
ein müder Bettler steht am Weg,
am heimatlosen,
und spielt ein Leierkastenlied…
ein leises Abendrot verweint am Himmel…
und aus den Gärten her, sommermüd,
kommt’s wie einst ein Duft
von heimlich welkenden Rosen.

Cäsar O.H. Flaischlen, 1864 - 1920, deutscher Schriftsteller

Septembermorgen

Der Pechfreitag ist längst vergessen, das Wochenende war ereignisreich und wie immer viel zu kurz. Und morgen ist “schon wieder” September …

Im römischen Kalender bis 153 v.Chr. war der September der siebente Monat (= lat. septem). Deutsche Namen für diesen Monat wären: Holzmonat, Herbstmond, Engelmonat …

September

Der September soll viele Gewitter bringen, weil es dann eine gute Obsternte geben wird. Zur Ernte ist folgender Spruch bekannt: “Was der Juli und August nicht kocht, kann der September nicht braten.”
Übrigens: am 1. September ging Sodom und Gomorrha unter, was auf einen allgemeinen Unglückstag schließen lässt.

Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

Eduard Mörike, 1804-1875

Elfenlied (Goethe)

Jetzt wäre ich fast seinen 259. Geburtstag übergangen. Ich als Goethe-Fan!

Er ist ein außerordentlich großartiger Literat, Dichter, Dramatiker, Theaterleiter, Naturwissenschaftler, Kunsttheoretiker und Staatsmann gewesen, der auch in der heutigen Zeit nichts an seiner Faszination eingebüßt hat.
(Johann Wolfgang von Goethe, 28.08.1749 - 22.03.1832)

Elfenlied

Um Mitternacht,
wenn die Menschen erst schlafen,
dann scheinet uns der Mond,
dann leuchtet uns der Stern
Wir wandeln und singen
und tanzen erst gern.

Um Mitternacht,
wenn die Menschen erst schlafen,
auf Wiesen, an den Erlen,
wir suchen unsern Raum
und wandeln und singen
und tanzen einen Traum.

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  • Es gibt nur ein Problem, das schwieriger ist als Freunde zu gewinnen. Sie wieder loszuwerden.
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