Beiträge der Kategorie 'Februar'

Schalttag

Dass ein Schaltjahr dem Volksglauben nach nicht Gutes bedeuten kann ist ja klar. Alles was von der Norm und dem Geregelten abweicht ist suspekt und bringt Unheil. Wichtige Vorhaben gelingen nicht, die Saat geht nicht auf usw. usf. … na lassen wir uns überraschen ;-)

Der Februar hat in einem Schaltjahr also 29 Tage. Interessant ist dass eigentlich nicht der 29. der Schalttag ist, sondern dass der 24. doppelt gezählt wird. Diese Vorgangsweise bezeugt jedenfalls der Julianische Kalender. Notwendig ist dieser Schalttag, damit unser Kalender, der auf ganze Zahlen aufgebaut ist, sich den unrunden astronomischen Größen angleicht. Sonst passt irgendwann gar nichts mehr zusammen.
Unser gregorianischer Kalender wurde im 16. Jhdt. entwickelt und im Laufe der Zeit von den meisten Staaten übernommen (in China z.B. erst 1946), davor war der Julianische Kalender in Gebrauch, der schon Schalttage kannte. Immerhin wurde er etwa 50 v.Chr. berechnet. J. Cäsar beauftragte einen ägyptischen Astronomen damit, wobei die Ägypter schon lange vorher ihre Mond- und Sonnenkalender hatten.
Schon enorm, was die Menschen damals ohne großes technisches Hilfsmittel zu deuten wussten.

Viel Grund zum Feiern haben heute wohl die Geburtstagskinder. Für die Jahre dazwischen empfehlen sich die Trostgründe für die Unglücklichen, die am 29sten Februar geboren sind.

Fastenzeit

Zeit der Einkehr und Besinnung. Das Fasten ist in fast allen Kulturkreisen bekannt und wird auch weitreichend praktiziert. Meist befristet sich dieser tiefsinnige Brauch auf eine bestimmte Zeit. Im Christentum sind dies vor allem die Freitage, bestimmte Tage vor hohen kirchlichen Festen und vor allem die Karwoche vor den Osterfeierlichkeiten. Streng genommen auch die 40 Tage von Aschermittwoch bis Ostersonntag. Falls wer nachrechnet: 40 Tage, weil die Sonntage nicht als Fastentage zählen.

Streng genommen müsste heute also der zweite Fastentag überwunden sein. Ohne mich! Ich verschiebe meine Fastenzeit ein wenig und fange erst ma 18. Februar damit an - aber dann richtig. Ich ziehe wieder mein F.X. Mayr Fasten durch … weniger aus spirituellen Gründen als aus Wohlfühl- und Gesundheitsgründen. Es stimmt, Fasten reinigt Körper und Geist, das gönne ich mir einmal im Jahr!

Neuerdings gibt es auch Schlagworte wie Autofasten, Computerfasten usw. Ja - auch eine Möglichkeit, die Körper und Geist gut tut.

Fasching

Ich bleibe am Faschingdienstag lieber (alleine) zu Hause, deshalb habe ich auch Zeit in volkskundlichen Büchern zu schmökern ;-)

Die Zeit nach Dreikönig und Aschermittwoch wird im bayrischen und österreichischen als Fasching - anderenorts als Fastnacht (u.a.) bezeichnet. Geprägt sind diese Wochen vor allem durch buntes Treiben, Masken und Verkleidungen, Narrenfreiheit, rauschende Feste mit Tanz und ausschweifende Gelage. Zurückzuführen ist dieser Brauch wohl auf das Verlangen von Lebensfreude vor der Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch eingeleitet wird. An diesem Tag wird der Fasching üblicherweise symbolisch begraben oder verbrannt.
Die früheste Erwähnung dieses Begriffes stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der eigentliche Sinn des Faschings bezog sich allerdings lediglich auf die letzten drei Tage vor dem Aschermittwoch.

Die Historik der Masken ist nicht völlig nachvollziehbar und begründet sich etwa zur Zeit der Gegenreformation. Nachvollziehbar ist, dass der Fasching in die Zeit der Frühlingsrituale fällt, die ebenfalls ihre rit. Verkleidungen kennen. Wahrscheinlich haben sich hier verschiedene Bräuche im Laufe der Zeit vermischt.

Die Faschingszeit war früher auch bevorzugter Heiratstermin, lediglich am Faschingdienstag durfte nicht geheiratet werden, denn da war der Teufel unterwegs. Andererseits sollte nicht gesponnen werden, denn sonst lahmt das Vieh oder die Spinnware wird von Mäusen gefressen.
Aus dem Mittelalter dokumentiert und volkskundlich relevant ist auch das Großreinemachen und die Vertreibung von Ungeziefer von Haus und Hof.
Ebenfalls heute noch bekannt sind Wetterorakel, ein Lostag ist z.B. der Rosenmontag.
Schließlich ist die Faschingszeit auch die Zeit der Hexen und der Geister. Wilde Gestalten ziehen um und unter diese Masken mischen sich oftmals auch wirklich fremde Unheimliche. Die überall auflodernden Feuer haben in diesem Sinne Abwehrcharakter, so wie der vorherrschende Lärm durch Glocken oder Geschrei. Viele Spiele stellen den Streit zwischen Winter und Sommer dar und die häufig anzutreffenden Schwerttänze haben ebenfalls Abwehrsymbolik. Vor allem weibliche Wesen schlagen mit Ruten aus eben diesem Grund und weiters soll dadurch die Fruchtbarkeit gefördert werden.

In der Faschingszeit soll reichlich gegessen und getrunken werden, um das ganze Jahr hindurch Wohlstand zu sichern. Die Reste wurden seinerzeit für Engel, Fuchs oder Marder geopfert. Und übrigens, wer am Faschingdienstag nüchtern einen Schnaps trinkt, den werden das ganze Jahr über die Mücken nicht stechen.
Brezeln, bestimmte Kuchen und Krapfen haben sich bis heute erhalten und werden auch reichlich verzehrt.

Der Fasching wird vielerorts am Aschermittwoch durch eine Puppe oder ähnlichem verkörpert und unter großer Heulerei angezündet. Voraus geht oftmals eine gespielte Gerichtsverhandlung und hinterher gibt es auch ein Begräbnis. Mit dieser Verbrennung wird das Ende der närrischen Zeit symbolisiert. Verbunden ist damit aber auch der Gedanke an die gefährlichen Mächte des Winters, die nun durch den Frühling besiegt werden.

Naja - die Zeiten haben sich geändert, aber ein bisserl Aberglaube steckt immer noch in den meisten von uns.

Faschingskrapfen

xxx
lecker ;-)

DAS Schmankerl zum Fasching sind die Krapfen, vorzugsweise mit Marillenmarmelade gefüllt und mit viel, sehr viel Staubzucker oben drauf. Das halbflüssige Innenleben und der feine Zucker machen das Essen sowieso zur Kunst und zu einem besonderen Faschingsvergnügen ;-)
Nicht nur in Österreich, auch in Deutschland zum Beispiel. Von Berliner Ballen ist hier die Rede, wie ich bei Luckilucki erfahren konnte. Ihre Geschichte hat er ausführlich beschrieben, ebenso Links zu Rezepten gesetzt.
In Österreich schreibt man die Krapfen der Wiener Kuchenbäckerin Cäcilia Krapf zu, die im 17. Jahrhundert in ihrer Backstube wirkte. Angeblich bereitete sie ein Hefegebäck zu als sie ein Lehrling über Gebühr ärgerte. Sie warf ein Stück Teig nach ihm, das allerdings im heißen Schmalztopf landete - der Krapfen war “geboren”.
Am Wiener Kongresses im Jahr 1815 sollen über zehn Millionen Krapfen verspeist worden sein. Zu dieser Zeit war es auch Brauch, dass junge Mädchen den Krapfen auseinander brachen und ihren Kavalieren eine Hälfte davon reichten. Nahmen sie an galt die Verlogung als besiegelt.
Soweit reicht die Bedeutung heute nicht mehr, aber schmecken lassen wir sie uns gerne.

Fastenzeit

Zeit der Einkehr und Besinnung. Das Fasten ist in fast allen Kulturkreisen bekannt und wird auch weitreichend praktiziert. Meist befristet sich dieser tiefsinnige Brauch auf eine bestimmte Zeit. Im Christentum sind dies vor allem die Freitage, bestimmte Tage vor hohen kirchlichen Festen und vor allem die Karwoche vor den Osterfeierlichkeiten. Streng genommen auch die 40 Tage von Aschermittwoch bis Ostersonntag. An manchen Tagen wurde oder wird auch nur auf gewisse Speisen - meist Fleisch - verzichtet. In manchen Regionen muss auch das Vieh mitfasten.
In der mittelalterlichen Zeit wurde die Fastenzeit streng eingehalten und bestenfalls durch eine Sättigung am Tag unterbrochen. In vielen Haushalten, vor allem bei den reicheren Schichten, entwickelten sich dafür eigene Fastenspeisen. Ursprünglich bestanden diese nur aus Wasser und Mehl, doch die Hausfrauen waren auch damals schon sehr kreativ. Typische Fastenspeisen waren oder sind Laugengebäck, Beugel oder etwa Salzgebäck. Nennenswert sind hier auch die Klosterküchen, die schon auch aus eigenen Teichen Fische zubereiteten. In Klöstern wurde übrigens auch das bekannte Klosterbier gebraut, wodurch diese Einrichtungen hohe Gewinne erzielten.
Neben dem Fasten und dem damit verbundenen Essverbot, bestand jedoch das Gebot vermehrt zu beten. Spirituell gesehen kann übermäßig langes Fasten psychische Ausnahmezustände verursachen. So waren Visionen oder hellseherische Fähigkeiten nicht selten. In diesem Zusammenhang war Nüchternheit auch Vorbedingung für magische Handlungen. So gesehen war die Fastenzeit auch Geisterzeit - es wird vom Schimmelreiter, vom Feuermann und der weißen Frau erzählt.
So streng wie seinerzeit wird die Fastenzeit heute nicht mehr gesehen, doch man besinnt sich gerne auf diese. Heute auch im Hinblick darauf, nach Zeiten der Völlerei seiner Figur etwas Gutes zu tun. Mystiker und Esoteriker schwören im Zusammenspiel mit spirituellen Riten auf die Reinigung der Seele, die durch die selbst auferlegte Nahrungsverweigerung erreicht werden soll.

Ich faste heuer auch wieder einmal recht streng, mehr oder weniger aus gesundheitlichen Gründen… zur Zeit geht es noch recht locker zu, doch gerade dabei ist die Versuchung ein Feind. Ich freue mich schon richtig auf meine Hauptkur (nach F.X. Mayr - mehr dazu im letzten Beitrag). Ich bin davon überzeugt, dass gänzlicher Verzicht wesentlich leichter ist als eine Einschränkung.

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