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Beiträge der Kategorie 'Dezember'

meteorologische Singularität

… das bedeutet, dass bestimmte Witterungen zu bestimmten Zeiten mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten. Dazu zählen der Märzwinter mit niedrigen Temperaturen sowie die Eisheiligen im Mai und die Schafskälte im Juni. Mit hohen Temperaturen ist gewöhnlich im August an den Hundstagen, Ende September im Altweibersommer und zu Weihnachten mit dem Weihnachtstauwetter zu rechnen.

Die Schafskälte macht sich diesmal wieder alle Ehre. Gerade noch 5 Grad C hatte es die letzte Nacht, zudem war der gestrige Tag verregnet. Heute stiegen die Temeraturen auch nicht besonders hoch an.
In Gegenden, wo Schafzucht betrieben wird, wurden sie bereits das erste Mal im Jahr geschoren. Auch den Schafen dürfte es nun zu kalt sein - so kam diese Wetterperiode zu ihrem Namen.

Schlechter Start für die Bäder, schlechtes Wetter für die Fußball-EM in Klagenfurt … gutes Wetter zum Fensterputzen oder für PC-Arbeiten. ;-)

Einen guten Rutsch!

… wünsche ich allseits!

Dieser Ausspruch ist nicht überall bekannt - er leitet sich vom jiddischen “Gut Rosch” ab, was soviel wie “Guter Anfang” bedeutet. (hebräisch Rosch = Anfang, Beginn).

Für den letzten Tag des Jahres ist ein Papst Namensgeber. Silvester starb am 31.12.335 und wird als Heiliger verehrt.

Wie dem auch sei, heute wird ordentlich gefeiert - das neue Jahr eingeläutet. Mit einem Glas Sekt auf die Zukunft angestoßen - Prost! - leitet sich vom lateinischen “prosit” ab, das “es möge nützen” bedeutet.

Mögen also all die Wünsche, all die Glücksbringer, all die Bräuche und Sitten rund um den Jahresbeginn ihren Nutzen nicht verfehlen!

Neujahr

Zwischen den Jahren

Die zwölf Tage zwischen dem Christtag und Heiligen Dreikönige umgibt mancherlei Brauchtum und Aberglaube - zählen sie doch zu den dunkelsten Tagen im Jahr. Die “Zwölften” wurden beim Übergang vom Mondjahr mit 354 Tagen zum Sonnenjahr mit 366 Tagen eingefügt und somit der Christtag und die Erscheinung des Herrn getrennt. Die Kirche wusste somit die Weihnachtsfeiern auf diese Tage beschränkt.
Im Alltag herrscht Waschverbot (Körper und Wäsche) und Kehrverbot von Mist. Wer sich daran nicht hält bekommt Läuse!? Außerdem sollte man sich an das Spinnverbot halten, sonst erscheint die Percht (hier in der Form der Frau Holle).
Am besten ist es ohnehin, diese Zeit ruhig in den Häusern zu verbringen, treiben sich doch draußen Schimmelreiter und Werwölfe herum. Die wilde Jagd ist eröffnet…
Ansonsten ist es eine Zeit der Orakel, die heute noch gerne am Silvesterabend Bedeutung findet. Zum Beispiel in Form von Bleigießen oder ähnlichem.

Die Zwölften sind auch weitläufig als Rau(c)hnächte bekannt. Obwohl sich hier auch der 21. Dezember, der Thomastag, dazugesellt. Besonders an den Vorabenden hoher Feste - also Weihnachten, Dreikönig aber auch zu Neujahr - werden Wohnräume und Ställe geräuchert. Das Verbrennen von Harzen oder auch Heilpflanzen setzt deren Aromen frei und verscheucht Dämonen oder andere böse Geister.

Zur Feier des Ende der Zwölften werden mancherorts Perchtenumzüge abgehalten. Ansonsten geht man dazu über, sich auf den Frühling zu freuen. Der könnte heuer jedoch auf sich warten lassen. Es heißt doch “Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee”. Weiße Weihnachten hatten wir nicht.

Knecht Ruprecht

Von drauß´, vom Walde komm´ ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr.
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein blitzen.
Und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.
Und wie ich so strolcht´ durch den finstern Tann,
da rief´s mich mit heller Stimme an:

"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
Alte und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn:
und morgen flieg´ ich hinab zur Erden,
denn es soll wieder Weihnachten werden!"

Ich sprach: "O lieber Herre Christ,
meine Reise bald zu Ende ist.
Ich soll nur noch in diese Stadt,
wo´s eitel gute Kinder hat."

"Hast denn das Säcklein auch bei dir ?"
Ich sprach : "Das Säcklein, das ist hier;
denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
essen fromme Kinder gern."

"Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
doch für die Kinder, nur die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten."

Christkindlein sprach : "So ist es recht,
so geh mit Gott mein treuer Knecht."
Von drauß, vom Walde komm´ ich her;
ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr.
Nun sprecht, wie ich`s hierinnen find!
Sind`s gute Kind, sind´s böse Kind?

Theodor Storm

Der Nikolaus, wie er in unserer Gegend die Kinderherzen erfreut, kam traditionellerweise schon gestern - ohne Krampus versteht sich. Die sahen wir am Wochenende bei diversen Krampusläufen….

Die Bräuche sind von Region zu Region und christlichen Glaubensvorstellungen verschieden, einen kleinen Überblick gab es schon voriges Jahr in diesem Blog. Zur Nachlese Who is who.

Glück ins Haus

… bringen heute vormittag die “Schapper” in manchen Teilen Österreichs. Heute - am unschuldigen Kindertag - ziehen die Kinder mit ihren Weidenruten von Haus zu Haus und bringen ihre Glücks- und Segenswünsche verbunden mit leichten Schlägen und bestimmten Sprüchen. Dafür gibts Süßigkeiten oder Geld.

Je nach Region sind die Sprüche verschieden, bei uns sind diese zwei bekannt:

Schapp, schapp
frisch und g´sund,
long leb´n, g´sund bleiben,
nix kluntzn, nix klog´n,
bis i wieder kum schlog´n.

oder

Frisch und g´sund,
frisch und g´sund,
beißt di ka Floh,
beißt di ka Hund
beißt di ka Wolf, ka Bär,
gib nua gnua Schappenguat her.

Der Brauch geht im Christentum auf den Kindsmord zu Herodeszeiten in Betlehem zurück und in den heidnischen Wurzeln wird die Sehnsucht nach dem Frühling gesehen. Ruten stehen als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit.

Heutzutage wird der Brauch - zumindest bei uns in der Stadt - nicht mehr so wahr genommen. Ehrlich gesagt, hatte ich als Kind damit auch keine Freude und meine eigenen schicke ich auch nicht los. Nur die engeren Verwandten werden ordentlich geschappt…. übrigens, wer nach 12.00 Uhr kommt, bekommt keinen Lohn, sondern wird ins Ofenloch gesteckt!

Who is who?

Nikolaus, Krampus, Percht, Knecht Ruprecht, Weihnachtsmann, Coca-Cola-Werbeträger, Christkind. Im Laufe der Zeit sind nicht nur Kinder verwirrt, wer denn nun wann und warum Geschenke bringt.

Die Guten:

Nikolaus in MyraMorgen wird der Hlg. Nikolaus verehrt. Seine Geschichte geht auf die Wikung in der ersten Hälfte des 4. Jahrhundert als Bischof in Myra/Demre in der Türkei zurück.
Schon zu Beginn des ersten Jahrtausend wurde er im griechischen Osten verehrt, wobei die Kaisertochter Theophanu dafür mehr oder weniger Sorge trug.
Das Brauchtum bekundet die Nikolausbescherung im Mittelalter. In Klosterschulen wurde ein (Kinder)Bischof aus dem Kreise der Schüler gewählt. Seine Aufgabe war es, die braven Kinder zu beschenken und die unartigen zu bestrafen.
Lange Zeit hielt sich auch der 6. Dezember Bescherungstag in der Weihnachtszeit.
Der Nikolaus trägt Bischofsgewandung, wichtig demnach die Mitra. Das Bild zeigt den Hlg. Nikolaus vor der Kirche in Myra, die ich vor zwei Jahren besichtigte.

Zu Reformationszeiten Luthers wurde das Christkind erfunden, weil die Protestaten katholische Heilige im Allgemeinen ablehnten - und gleichzeitig der Bescherungstag auf den 24. bzw. 25. Dezember verlegt.
Im 19. Jahrhundert übernahmen immer mehr Katholiken diesen Brauch und fügten den Adventkranz und den Christbaum hinzu.

Naja - die Protestanten grenzten sich wiederum ab und verbreiteten die Vorstellung des Weihnachtsmannes. Erwähnt ist hier das bekannte Lied von Hoffmann von Fallersleben aus dem Jahr 1835 “Morgen kommt der Weihnachsmann”. Einige Jahre später stellte Moritz von Schwind ihn erstmals - wohl an die Nikolausfigur angepasst - malerisch dar. Ein alter bärtiger Mann mit rotem Mantel. Der Auswanderer Thomas Nast “erschuf” 1863 den amerikanischen Santa Claus mit seinem Rentierschlitten. Der Name leitet sich vom holländischen Sinterklaas ab.
Und dann kreierte der Grafiker Sunblom in den 20iger Jahren den Coca-Cola-Mann, der sich in populärster Weise in die Kinderherzen einschlich.

Die Bösen mit Charme:

PerchtAls bestrafender Begleiter des Nikolaus wurde im 17. Jahrhundert der Krampus aus der Perchtenschar herausgelöst. Krallen (crampa), Hörner, langer Schwanz und eine Rute sind seine Merkmale - dennoch ein Untergebener des Nikolaus, der ihn fest im Griff hat. Mit dem Teufel haben übrigens weder die Percht noch der Krampus etwas gemein. Beide stehen trotz ihrer bösartigen Rolle im Endeffekt für das Gute.
In verschiedenen Gegenden entwickelten sich ähnliche Spezialperchten - in Österreich, Norditalien und Süddeutschland hat sich dieser Brauch bis heute erhalten.

Luther - der ja katholische “Erfindungen” nicht akzeptierte und heidnische schon gar nicht - schickte den Knecht Ruprecht in Deutschland mit Geschenken los. Er vereint den Nikolaus und den Krampus mehr oder weniger, verteilt Geschenke, hat aber auch eine Rute im Gepäck. Verwandt sind sie jedoch keinesfalls.

Die Hässlichen und Schönen:

Die Perchten sind vom Ursprung her zwischen den Jahren unterwegs. Sie entstanden bereits in der Antike. “peraht” bedeutet prunksüchtiges Weib. Oft sind sie auch doppelgesichtig und wenige spezielle Perchten (z.B. eben der Krampus) sind von den Katholiken aus dem heidnischen Glauben abgewandelt.
Perchten wachen über die Feiertags- und Arbeitsruhe und vertreiben dunkle Mächte. Hinter der Dunkelheit vermutete man böse, finstere Dämonen, die man mit ebenso Hässlichen bekämpfen könnte. Bis in die Frühlingsmonate sollten sie es dann auch endlich geschafft haben, die frühe Dunkelheit dieser Tage zu verscheuchen - dann tritt die Schönpercht in Aktion und sorgt für Fruchtbarkeit.

Percht Percht

Heute nimmt man das wohl alles nicht mehr so genau, das Bauchtum, der Volksglaube wird dennoch weitgehend erhalten… interessant ist es allemal.

Nikolaus, ein Kinderschreck?

In Wien wurde heuer eine Diskussion ausgelöst. Der Nikolaus hat Hausverbot in Kindergärten.
Angeblich fürchten sich die Kinder zu sehr vor dem bärtigen Kinderbischof.
Also ehrlich - das ist doch mehr als überzogen. Immerhin ist der Nikolaus ein Heiliger, hat seine Wurzeln im Guten und ist wichtig für Tradition und Brauchtum. Schade, dass er hier geradezu horrorisiert wird.

Im Gegensatz dazu hat der Nikolaus einen Begleiter - zumindest in Österreich und Süddeutschland. Der Krampus - der Bestrafende. Hier gibt es allerdings eigene “Krampusschulen”, die den Akteuren pädagogische Hinweise mit auf ihren Weg geben sollen.

Meine Kindheit ist ja nun schon eine Weile zurück. Ich könnte mich nicht erinnern, mich jemals vor dem Nikolaus gefürchet zu haben - wohl aber habe ich heute noch ein Krampustrauma ;-))
Rücksicht auf Kinderseelchen wurde seinerzeit noch keine genommen. Wir Kinder wurden noch hinter den Tischen hervorgezerrt und ordentlich in Krampusmanier in die Zange genommen.
Naja - bis auf den Umstand, dass ich mich generell vor gruselig maskierten Menschen ein wenig fürchte - hat es mir auch nicht geschadet. Und diese Furcht ist im Grunde eine ganz natürliche.

Krampus- und Perchtenumzüge finden in unserer Gegend seit dem letzten Wochenende statt. In Klagenfurt waren an die 1000 Stück davon unterwegs. Schaurige Gesellen - Höllenlärm. Da kann einem schon der Schrecken auf der Schulter sitzen!

… davon später mehr …

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