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Beiträge der Kategorie 'Alltägliches'

kinderfrei

Unsere Kinder sind in den Osterferien bei meiner Mutter. Das heißt uns trennen rund 800 km. Samstag ist Reisetag (wir treffen uns dazu in der Mitte), Sonntag ist der erste kinderfreie Tag. Ich fühle mich unrund … und unterfordert … und es ist so still in der Wohnung … und überhaupt.

Lesezwang

Wir alle leiden unter einem Lesezwang. Naja - leiden ist nicht das richtige Wort, denn nicht alle Zwänge beschädigen Körper und Geist oder verursachen gar schlimmes Leid. Doch wenn man lesen kann, dann muss man lesen. Und zwar überall. Sieht man im Vorbeigehen ein Plakat o.ä. so liest man - zumindest ein paar Wörter davon. Liegt eine Zeitung auf dem Tisch, so kommt man nicht umhin, die Schlagzeile aufzunehmen. Egal was das Auge an Geschriebenen erfasst, es wird gelesen. So gesehen sind wir alle echte Lesegenies, weil es kein bisschen Anstrengung kostet und wirklich nebenbei geschieht, diese Buchstaben zu einem sinnvollen Wort zu formen.

Zu welch erstaunlicher Leistung unser Hirn fähig ist, beweist ja ein Text, der auch in einigen anderen Varianten im Internet seit Jahren die Runde zieht:

Gemäeß eneir Sutide eneir elgnihcesn Uvinisterät ist es nchit witihcg, in wlecehr Rneflogheie dei Bstachuebn in eneim Wrot snid, das ezniige, was wcthiig ist, ist dsas der estre und der leztte Bstabchue an der ritihcegn Pstoiion sehten...

Irgendwann habe ich einen Bericht über Analphabeten gelesen. Sie müssen einzelne Buchstaben sorgfältig unter großer Konzentration aneinander reihen, um ein Wort zu erarbeiten.
Kinder müssen soweit sein, dass ihre visuellen, räumlichen, akustischen und motorischen Sinne gut ausgebildet sind, um Lesen und Schreiben zu lernen. Fehlt nur ein Fähigkeit davon oder ist schwach entwickelt, kommt es zu einer fatalen Kettenreaktion. Das Lernen und Speichern - die Ablage im Gehirn - funktioniert nicht auf Anhieb, sonern muss gezielt gefördert werden.

Hat man aber rechtzeitig lesen gelernt, also im Leseprägungsalter, so erfassen wir Wörter ohne Schwierigkeit als Ganzes. Und zwar ganz zwanghaft - ob wir wollen oder nicht, wenn man kann dann muss man…

Warum ich dies nun erzähle, weiß ich auch nicht. Ein spontaner Gedanke(nfussel) - ohne Anfang und ohne Ende - so ähnlich wie der Lesezwang.

Kindersitz

Am frühen Nachmittag auf der Autobahn - mäßiger Verkehr, zügiges Tempo. Vor mir ein PKW, aus dem mir zwei kleine Kinder zuwinken und wild rumhopsten. Na bravo, fällt mir da nur ein.

Welche Erklärung haben Erwachsene dafür, dass sie Kinder ungesichert in ihren Autos befördern? Gäbe es eine plausible dafür? Nicht wirklich… ist es dann bloß Verantwortungslosigkeit, Leichtfertigkeit, Sorglosigkeit, Dummheit?

Es kann doch nicht so schwer sein, einen geeigneten Kindersitz zu organisieren und die Kleinen anzugurten! Liebe Eltern, die sich vielleicht hier wieder erkennen - die Verletzungsgefahr ist auch schon bei kleineren “Bremsern” groß genug, was meint ihr was passiert, wenn es so richtig kracht? “Jaja, wird schon nix passieren, wir fahren ja nicht so weit und sowieso immer vorsichtig, die Kinder mögen nicht still sitzen” kann ich es förmlich hören. Einfache Antwort, aber völlig daneben!

Dazu fällt mir ein Kindergedicht ein:

Im Personenauto

Niemals auf dem Vordersitz
sitzt im Auto Hase Fritz.
Jedem ist das sonnenklar:
Fritze ist erst sieben Jahr.

Darum auf dem Hintersitz
sitzt im Auto Hase Fritz.
Zu jedem ruft er, dass es hallt:
"Vor der Fahrt wird angeschnallt!"

Da möge man auf Kinder hoffen, die daraus einen Schluss ziehen. Auf Kinder, die sich weigern ungesichert mitzufahren - manchmal hat es ohnehin den Anschein, dass Kinder gescheiter sind, als so manche Erwachsene!

Kinderbeichte

Mein 9jähriger kam heute von der Schule nach Hause und erzählte, dass am Montag der Ostergottesdienst stattfindet und alle Kinder zur Beichte müssen. “Was soll ich denn beichten?” fragte er.

Ja - was könnten Kinder Sündhaftes vorweisen?
“Hast gelogen?” - “Eigentlich nicht, nur manchmal geschwindelt. Aber bald darauf habe ich die Wahrheit gesagt.”
“Manchmal warst du frech!” - “Mama, jetzt bist unfair. *grinsel*”
“Hast andere Kinder geschlagen oder ungerecht behandelt?” - “Nur, wenn sie angefangen haben. Ich kann mir ja nicht alles gefallen lassen.”

Viel mehr fiel mir nicht ein. Mein Kleiner ist erziehnungstechnisch und menschlich unkompliziert, fleißig in der Schule und überhaupt ganz ein Lieber! ;-)
Soll ich ihn nun mögliche Sündenfälle aufzählen - also ihn zum Lügen bei der Beichte anstiften?

Das Instrument Beichte der Kirche mag ja seinen Sinn haben. Aber doch nicht einmal jährlich für Kinder. Ich finde es unmöglich, sie in diesem Sinne unter Druck zu setzen. Hier gäbe es wohl wirkungsvollere Präventionsarbeit und -maßnahmen für Schüler, damit aus den Kindern keine “sündigen” Jugendlichen werden.

Soziale Kompetenz

Vor kurzem habe ich ein Buch gelesen, das sich damit beschäftigt, wie sich Unsicherheit, soziale Inkompetenz (unter anderem) auswirken kann.

- Menschen, die ihre Meinung mit aller Kraft und Lautstärke vertreten wollen sich geradezu selbst davon überzeugen;

- Menschen, die mehr oder weniger ungefragt ständig erzählen, wie toll ihr Leben ist versetzen sich damit selbst in ein Wunschdenken, das sie anderen aufzwängen wollen. Wird es nicht bestätigt, so setzen sie gerne noch eines drauf;

- Menschen, die ihre Mitmenschen und ihre Handlungsweisen ständig in Frage stellen, versetzen sich in den Wunsch etwas Besseres, etwas Annerkannteres zu sein;

- Menschen, die keine Kritik vertragen haben ein Anerkennungsproblem;

- Menschen, die ihr sanftes Wesen über Gebühr betonen, hätten es zwar gerne, doch es bleibt bei diesem Wunsch….

- Menschen, die oft darüber sprechen, wie nächstenliebend und hilfegebend sie sind, wollen dafür mit Anerkennung belohnt werden und sind für andere kaum offen - auch wenn sie es gerne wären;

- Menschen, die sich selbst nicht akzeptieren, werden selten ein sicheres Auftreten glaubhaft vermitteln können;

- Menschen, die sich zu sehr auf sich selbst konzentrieren, verlieren die Realität zum “Normalzustand”;

- usw.

Heute war eine Bekannte, die ich schon sehr, sehr lange nicht mehr gesehen habe (eh nur kurz!) zu Besuch. Ich bin kein schweigsamer Typ, doch ich habe keine 10 Sätze gesprochen - mir war es zu mühsam, zu Wort zu kommen. Dafür hatte ich jedoch Zeit, das Gehabe meiner Freundin auf dieses Buch umzulegen.
Mir ist sehr klar, dass Theorie niemals 100 %ig umlegbar ist und viele Faktoren eine Rolle auf die Zuordnung von Eigenschaften und Verhaltensweisen spielen. Doch - gerade weil ich sowieso in die Rolle des bedingungslosen Zuhörers gedrängt wurde - hatte ich sehr, sehr viel Zeit zum Nachdenken.
…. Soziale Kompetenz ist erlernbar.

Keine Häschen ins Nest

keine lebenden Tiere ins Osternest
zur Aktion klicken

Bei Wu-Lan-Tong bin ich auf diese Aktion gestoßen, die ich ebenfalls unterstützen kann. Tiere verschenken ist nicht nur zu Ostern eine heikle Sache, aber gerade an diesen Feiertagen werden vor allem Kleintiere (”Osterhasen”) ins Osternest gelegt.

Tiere soll man generell nur dann verschenken, wenn man sich sicher ist, dass der Beschenkte damit umgehen kann und will. Immerhin muss dieser ein Tierleben lang die Verantwortung übernehmen. Das ist oft genug gar nicht so einfach.

Bei Kindern ist es sowieso problematisch. Die anfängliche Freude wandelt sich schnell in Interessenslosigkeit. Ich merke das bei unseren zwei Rennmäusen. Nach einiger Zeit waren es ausschließlich meine Mäuse. Die Kinder schauen zwar ab und zu in den Käfig, aber das war es dann auch. .. und wie sie sich diese Rennmäuse gewünscht haben. Wochenlang lagen sie mir in den Ohren, bis sie mich weichgeklopft hatten.

Blogroll Studie 2008

Ich bin kürzlich darauf aufmerksam gemacht worden und möchte ebenfalls darauf hinweisen ;-)

Eine Teilnahme an dieser Umfrage ist bis 29.02.2008 möglich und dauert nur wenige Minuten.

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