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Blogparade - Wie intim darf es sein?

Sehr privat oder weniger privat - das ist eine vieldiskutierte Frage unter Bloggern. Und eine interessante noch dazu, weil man sehr viel über die Schreiber erfährt, sie vielleicht auch besser verstehen lernt.
Tari startet dazu eine Blogparade, die am 14. Mai endet.

Mein Blog ist privat. Es spricht von meinen Hobbies, meinen Interessen, meiner Familie, bestimmten Erlebnissen, Begebenheiten oder Gedanken, es spricht ebenso aktuelles Tagesgeschehen an - meine Freizeit, meine Gedankenfussel im Groben gesagt.
Intimitäten [lat. intimus: geheimste, vertrauteste, innen befindlich] wären persönliche Details daraus, die generell nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sein sollen, sonst könnte man sich den Begriff “intim” glatt sparen.
Eine intime Atmosphäre möchte ich hier dennoch zustande bringen - im Sinne von gemütlich und heimelig.
Ich schreibe dieses Blog nun einige Jahre. Es ist klar, dass der Inhalt von Zeit zu Zeit variiert. Es gibt engagierte Phasen, die bestimmt mehr kritische oder hinterfragungswürdigere Themen beinhalten, es gibt auch das Gegenteil dazu … und es gibt die Phasen dazwischen!
Die Frage ist, was ist ein nicht privater Blog? Keinesfalls jener, der “nur” das Leben des Schreibers ausschließt, kritische Meinungen machen ein Blog nicht weniger privat. Die meisten Themenblogs sind so ebenfalls privater Natur, wenn sie nicht im Interesse eines kommerziellen Hintergrundes stehen oder aus einer Profession heraus geschrieben werden.

Tari hat mit ihrer Blogparade einige Fragen vorgegeben:

Wie weit gehst du in deinem Blog? (in der Formulierung oder Auswahl der Themen. Auch mal was kritisches - (politisch, anderen Menschen gegenüber, dir selbst) oder eher zurückhaltend)
Ich gehe soweit, wie ich es in der Öffentlichkeit vertreten kann und vor allem vor mir selbst. Kritik ist an sich nichts Negatives und hinterfragen darf man grundsätzlich alles. Ich werde mich allerdings hüten, Personen offen anzusprechen oder ohne gründliche Recherche prisante Themen des öffentlichen Lebens zu kommentieren.
Das hat nichts mit “Angst” vor Aneckerei zu tun, ich fände so ein Verhalten schlichtweg für recht dämlich. Immerhin ist das Internet ein frei zugängliches Medium.

Privat oder eher oberflächlich? (nennst du z. B. Familienangehörige beim Namen oder eher nicht)
Wenn du auch über privates schreibst, wo ist deine Schmerzgrenze?
Ein Blog ist keine Peepshow, der - ich nenne ihn mal im positiven Sinne - gewöhnliche Besucher, wird an “intimen” Vorkommnissen in meinem Leben nicht interessiert sein, genauso wenig wie ich von meinen Nachbarn alles wissen möchte. Familienangehörige nenne ich nicht beim Namen - es gibt meinen Mann, meinen Großen und meinen Kleinen. Kurzum in diesem Sinne also: ich blogge oberflächlich privat, wobei kein Beitrag grundsätzlich oberflächlich ist. Die “Tiefe” überlasse ich gerne den Lesern oder ich entschließe mich, sie vorweg selbst zu abzustecken.

Andersherum natürlich genauso Themenblog oder Anhäufung aller möglichen Dinge?
Gedankenfussel - also alle möglichen Dinge, die mir in den Sinn kommen oder die für mich Sinn machen. Themen gibt es hier dennoch, weil sie zu meinen Interessen zählen: Brauchtum, Volksglaube oder Gesundheit z.B. Orientieren kann man sich unter der “Ablage”.

Ist dir die Meinung deiner Leser wichtig? Klammerst du also z.B. Themen aus (wie Religion oder ähnliches), weil du Angst hast, anzuecken? Oder hast du über so was noch nie nachgedacht, die Meinung deiner Leser ist dir dennoch wichtig, wenn ja, warum?
Sicher interessieren mich die Meinungen der Leser, sonst würde ich wohl die Kommentarfunktion abstellen. Allerdings stelle ich in letzter Zeit offenbar wenig Diskussionsmaterial zur Verfügung, wie es aussieht. Mir ist schon bewusst, dass manche Beiträge keine Kommentare fordern, bei anderen würde ich es mir wünschen und über einige Kommentare bin ich dann fast ein bisserl erstaunt ;-)
Ist das nicht auch eine Stilfrage? Ich meine, anecken kann man mit oberflächlichen Geschreibsel auch, wenn es aggressiv oder gezielt provokant eingesetzt ist. Ein einziger Satz könnte schon eine Menge bewegen, wenn man es darauf anlegt.
Fest steht allerdings, dass reine “Schönwetterblogs” mit der Zeit auch für Leser uninteressant werden.

Legst du Wert auf die Optik oder ist dir der ausschließlich der Inhalt wichtig? (schreibe auch ruhig dazu, ob du überhaupt “in Grafik” kannst)
Wenn ich mich bemühe oder gar mein Geld damit verdiene, “kann ich auch in Grafik” ;-)
Das Aussehen ist mir nicht egal, aber auch nicht mehr so wichtig. Ordentlich und strukturiert soll ein Blog sein.
Bei meinen früheren Homepages war mir Grafik und Optik sehr wichtig, aber ich denke, diese Zeiten haben sich nicht nur an dieser Stelle geändert. Mit der Zeit verliert man den Spaß an zeitaufwändigen grafischen Finessen, vor allem wenn man sich beruflich auch damit beschäftigt (-en muss).

Welche Art von Blogs interessieren dich: was abonnierst du z. B. über deinen Feedreader? Welche Kriterien müssen gegeben sein, das jemand dein Interesse verliert?
Ich abonniere jede Menge Blogs - vornehmlich private - viele davon fallen aus dem Feedreader wieder raus und zwar wenn: das Blog selten aktualisiert wird, es mir zu “intim” erscheint oder sich der Schreiber so verändert, dass mich die Beiträge nicht mehr ansprechen.
Ich mag eine gute Mischung aus privaten, kritischen, poetischen, literarischen und visuellen Beiträgen. Der Schreib- bzw. Sprachstil ist ebenfalls ein Kriterium …
Bei Themenblogs ist das natürlich anders und - ja - eben vom Thema an sich abhängig. Die Auswahl wird hier auch anders vorgenommen. Sie dienen nicht der Unterhaltung, sondern dem Wissensbedarf.

  1. schreibt am 22.April 2008 um 12:34

    Hallo Isabella,
    ich habe auch an einer Blogparade teilgenommen. Sende dir einen Auszug als Trackback, ob dies funktioniert?
    Gruss schlagloch.

Dein Kommentar dazu:

15
  • » Fotoalben «
  • Fotoholiker.net
  • Manche Leute sind gerade noch aufgeklärt genug, um an Gespenster nicht zu glauben, aber immerhin in Zweifel, ob nicht vor hundert Jahren noch welche existiert haben.
    Arthur Schnitzler
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