Die mittelalterliche Küche
mittelalter
Thema Mittelalter

Alleine eine bewusste, naturverbundene Ernährungsweise lässt den Gedanken aufkommen, wie der Großteil der Frauen früher wohl Speisen zubereiteten, bevor die Industrie unsere Lebensmittel manipulierte.

Ich schreibe übrigens bewusst Frauen. Die Versorgung der Familie war zweifelsfrei den Frauen vorbehalten, die Männer hatten andere Aufgaben im täglichen Leben.
Viele Menschen waren Bauern. Auf ihrem Speiseplan stand nur selten Fleisch oder Fisch, den sie besaßen kein Recht auf die Jagd oder Fischerei. Dies war ausschließlich dem Adel und den oberen Ständen vorbehalten. Falls sie überhaupt Vieh besaßen, so wurde es eher genutzt, als in großem Maßen verspeist.

Was gegessen wurde, richtete sich letztendlich nach den Jahreszeiten und nach den vorzufindenden Naturschätzen. Im Handel wurden vorwiegend Gewürze angeboten, die aber sehr teuer waren und somit dem gemeinen Volk nicht zugänglich war. So beschränkte man sich auf heimische Kräuter als Gewürzzutat und Geschmacksverstärker. Daran wurde selten gespart. Der Geschmack der Speisen dürfte uns heute sehr ungewohnt erscheinen, deshalb war ich neugierig darauf und fand in einem alten Kräuterbuch und mittelalterlichen authentischen Romanen einige Anhaltspunkte und Hinweise, daraus haben sich folgende Rezepte entwickelt:

Weißkohlsuppe
1 Weißkohlkopf
etwa ein halber Kilo Lauch
2 große Zwiebeln
1 Liter Hühnersuppe
ein wenig gemahlener Koriander
ein wenig gemahlener Zimt
Zucker
ein paar Safranfäden

Den Weißkohl achteln und den Strunk entfernen. Zusammen mit allen Gewürzen und den klein geschnittenen Gemüsen weich kochen und genießen.

Linsensuppe
400 g Linsen
2 große Zwiebeln
1 Liter Gemüsebrühe
eine halbe Tasse Essig
zwei Esslöffel Rosinen
ein wenig frischen Kerbel, Majoran
Salz, Pfeffer zum Abschmecken

Linsen über Nacht in Wasser einweichen und am nächsten Tag mit den gehackten Zwiebeln und den Rosinen gut durchkochen lassen. Zum Schluss Essig und die fein gehackten Kräuter zufügen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Erbsenpüree
750 g frische Erbsen
eine halbe Tasse Wein
etwas geriebenen Ingwer
jeweils eine Prise Kardamom und Zimt
ein wenig Zucker und Salz zum Abschmecken

Die Erbsen in Wasser aufkochen, das Wasser abseihen. Danach mit dem Mixer oder Pürierstab zerkleinern und mit Wein und den Gewürzen gut abschmecken, eher sparsam süßen und fast kein Salz verwenden.
Schmeckt gut zu Huhn oder Schweinebraten.

Schweinebraten
1 kg Schweinefleisch am Stück
1 Bund Suppengrün
500 g säuerliche Äpfel
3 Esslöffel Rosinen
3 Esslöffel Essig
1 guter Esslöffel Schmalz
1 Esslöffel frisch geriebene Ingwerwurzel
Pfeffer und Salz
ein wenig Mehl und Essig für die Sauce

Ob eher fetteres Bauchfleisch oder ein Karreestück genommen wird bleibt dem Geschmack überlassen.
Das Schweinefleisch gut mit Pfeffer, Salz und Ingwer einreiben und bei starker Hitze im Schmalz anbraten. Danach die Hitze zurücknehmen, das Suppengrün beifügen und kurze Zeit schmoren lassen. Später noch kurz die blättrig geschnittenen Äpfel und Rosinen dazugeben und mit Wasser aufgießen. Eine gute Stunde köcheln lassen, je nach dem wie dick der Braten ist. Das Fleisch wird dann herausgenommen, das Gemüse passiert und mit Essig und den restlichen Gewürzen abgeschmeckt. Den Fond kann man mit Mehl eindicken, sodass es eine gute Sauce ergibt.

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