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Zauberpflanzen

Hexe sein ist heute “in” - so erfährt altes Heilwissen einen wahren Boom. Letzteres ist das Gute daran.
Es hat sie immer gegeben - die Hexen mit guten und bösen Absichten, mit hilfreichen, wohltätigen oder mit schädlichen, unheilbringendem Wissen bewandert in weiser oder schwarzer Magie. Ihre Kräfte schöpfen die Hexen aus den Kräften der Natur, in der Hauptsache gibt ihnen die Pflanzenwelt das nötige Rüstzeug zur Ausübung ihrer Zunft.

Seit Anbeginn der Menschheit werden Pflanzen als Nahrungs- und Heilmittel, für Bau- und Brennmaterial oder zum Schutz der Wohnstätten vor allem von Frauen gesammelt und erprobt. Im Lauf der Zeit sammelte sich unschätzbares Wissen - auch über psychoaktive Wirkungen.
In griechischen oder germanischen Mythen, in der Bibel, bei den Gebrüdern Grimm oder Goethe waren Zauberpflanzen selbstverständlicher Bestandteil des Geschehens. Sehr oft waren berühmte historische oder mythische Persönlichkeiten Zauberer oder Heilkundige. Unter dem Einfluss des Christentums wurde im Zuge der Hexenverfolgungen in über 300 Jahren wertvolles Volkswissen auf grausame Art ausgelöscht.

Anhand der wenigen alten Quellen und auf dem Boden des historischen Hexenbildes werden Wirkkräfte und Bedeutung auch in der modernen Heilmittelkunde erarbeitet. In der klassischen Homöopathie werden heute Heilpflanzen verwendet, die einstmals Zauberpflanzen waren - Rauschdrogen, die in bestimmter Dosierung halluzinogene Bewusstseinszustände erzeugen.

Im Unterschied zu Heilkräutern sind Zauberpflanzen solche, die für magische oder religiöse Kulthandlungen oder zum Wahrsagen verwendet werden. Da viele Zauberkräuter auch als Heilkräuter verwendet werden, ist diese Einteilung also rein von der Verwendung ausgehend.
Man unterscheidet dabei Beschreikräuter, Wetterkräuter, Wunderschlüssel und Glückspflanzen beispielsweise.
Die Zauberpflanzen wurden entweder in der Pfeife geraucht, zum Räuchern verwendet, als Rauschgetränke oder in Salben bzw. Ölen auf die Schläfen, die Magengrube, die Herzgegend und die Achselhöhlen aufgetragen.
Die Mixturen der Hexensalben bestätigen, dass im Mittelalter und auch zur Zeit der Hexenverfolgungen in der Renaissance, die Meinung vertreten wurde, dass der “Hexensabbat” mit dem Teufel und die “Hexenritt” nicht real stattfinden, sondern auf Visionen beruhen bzw. auch auf pathologischen Befunden wie Schwachsinn oder Halluzinationen. Die Zutaten zu diesen Salben waren beispielsweise Blauer Eisenhut, Tollkirsche, Sellerie und Ruß; oder Blauer Eisenhut, Fledermausblut, Teufelskirsche und Öl; oder etwa Opium, Schierling, roter und schwarzer Mohn, Lattich und Portulak in Öl aufgelöst. Diese Salben, großflächig auf die Haut aufgebracht, waren sehr wohl dazu geeignet, Halluzinationen vom Fliegen und von erotischen Erlebnissen zu erzeugen.
Der Vollständigkeit halber sei hinzugefügt, dass einige der genannten Zutaten hochgiftig sind und eine Nachahmung keinesfalls ungefährlich ist.

Man muss jedoch keine Hexe sein - jede Hausfrau, die einen Garten pflegt, wird auch Kräuter und Blumen pflanzen.
(In einem von einem Mann angelegten Garten werden sich eher Bäume und Sträucher finden.) Doch kaum eine Hausfrau weiß um den Wert ihres Gartenbeetes. Ob zu Tee oder Schnäpsen gebraut, als Gewürz in Speisen, als Duftaroma bei Räucherung, in Form von Auflagen und Wickel, zu Salben und Cremen verarbeitet, als Tinkturgrundlage - die Verarbeitungsmöglichkeiten sind weit gefächert - jedoch die positive aber auch negative Wirkung bleibt bei richtiger Anwendung erhalten und die gilt es nach wie vor zu nutzen.

  1. schreibt am 11.April 2008 um 08:00

    Ohne meinen kleinen Kräutergarten fühlte ich mich fast unvollständig :-) Den größten Raum nehmen da verschiedene Minzen ein, mein absolutes Lieblingskraut.

    Allerdings gehe ich keine Kräuter sammeln, ich nehme sie nur aus dem Garten oder halt im Winter notfalls gekauft.

    Ich baue generell auf die Naturheilkunde wo es eben geht und stehe der Schulmedizin sehr gespalten gegenüber.

  2. orange
    schreibt am 11.April 2008 um 16:39

    … stimmt, frische selbst gezogene Kräuter sind nicht nur aromatischer, sondern machen auch Freude. Außerdem sieht so ein Kräuterkisterl oder -garten schön aus.
    Heutzutage weiß man in freier Natur ja kaum, wo man wirklich sammeln kann, wie die Wiesen oder Wälder verschmutzt oder sonst wie belastet sind. Schade - so vergisst man auch schnell, wie Wildkräuter aussehen …

  3. schreibt am 17.April 2008 um 20:18

    Hallo, interessanter Blog mit dem Alleinstellungsmerkmal orange. Ich glaube persönlich nicht, dass es die Hexen während der Verfolgung tatsächlich getroffen hat, die waren meiner Meinung nach dafür zu clever.
    Ansonsten denke ich, Hexensalben bracuht vielleicht der Eilige, ansonsten tut es Meditation auch..

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