Deutliche Spuren vorchristlicher Gottheiten sind außerordentlich selten auszumachen. Mittelalterliche Priester waren schnell bereit, einen Brauch als verdammenswert und vom Teufel inspiriert zu betrachten, weil er ein Ausdruck der Sexualität war, Trunkenheit förderte oder zur Gesetzlosigkeit führte oder weil sich dabei Männer als Frauen verkleideten, entgegen den Geboten der Bibel. All dies mochte ihnen teuflisch erscheinen, wenngleich auch der Teufel nicht direkt verehrt wurde.
Viele Bräuche gehen auf Sonnenverehrung oder Fruchtbarkeitskulte zurück. Wenn Festlichkeiten zu Ehren alter Gottheiten tatsächlich überleben, so werden sie bis zur Unkenntlichkeit verändert. Gottheiten werden mit Heiligen ausgetauscht – das Rituelle hat sich erhalten. Tänze, mit dem Geister ausgetrieben werden, lassen sich oft „verchristlichen“ und behielten somit Bestand.
In katholischen Ländern, wo kirchliche Feiertage sowohl mit Lustbarkeit als auch mit Kirchgang begangen werden, vermischen sich religiöse Riten und weltliche Bräuche oft zu umfangreichen Festlichkeiten, die von den Teilnehmern als unteilbares Ganzes erlebt werden, während Besucher, die nicht der Gemeinde angehören, auf einige bizarre Elemente bei diesen Feiern unter Umständen mit Verwunderung oder sogar Missbilligung reagieren können.










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