Beim Zahnarzt im Wartezimmer blätterte ich eine Zeitung durch. „Medizin heute“ oder so ähnlich. Viel Zeit hatte ich ja nicht zum Lesen
Ein Artikel ging auf die heutige Ernährungsweise ein. Nichts Neues – wir essen zu viel, zu fett, zu süß, zu salzig und zu wenig natürlich. Ernährungswissenschaftler führen die schlechte Wahl der Lebensmittel auf ein zu geringes Angebot in den Läden an. Er meint, es gäbe kaum Gemüse oder Obst, das zum Zubeißen wirklichen Anreiz bietet. Das Sortiment beschränkt sich auf ein paar Sorten und die meisten Menschen kennen auch nicht mehr. So wirkt die Auswahl fade und lädt eben nicht dazu ein, den Magen damit zu füllen. Zudem ist die Ware nicht naturbelassen, sondern massiv nachbehandelt bzw. für den Handel vorbereitet. Noch im 19. Jahrhundert wurden in unseren Breiten zum Beispiel über 5000 Äpfelsorten angebaut, heute sind es gerade mal an die 500 und nur wenige davon finden sich im Obstregal.
Ich finde das Angebot an gesunden Lebensmitteln nicht so mickrig. Es ist bunt gemischt aber vielleicht ein wenig (zu) exotisch. Klar ist, dass Früchte, die bei uns nicht gedeihen können, entweder künstlich belichtet und klimatisiert werden oder importiert und eventuell sogar chemisch nachgereift werden. Klar ist, dass Handelswaren auch auf geringen Distanzen von ihrer Natürlichkeit immer einbüßen. Klar ist auch, dass es im 19. Jahrhundert nicht so viele Alternativen gab. Keine ungesunden Fertiggerichte, kein Fastfood… und auch oft genug kein Geld, um täglich ein Schnitzerl zu verzehren. Ich bin mir trotzdem nicht so sicher, dass die Leute damals wirklich gesünder in Hinblick auf Fett und Zucker aßen auch wenn es weniger davon im Angebot gab. Sie verbrauchten allerdings im Alltag mehr Kalorien.
Wie wäre es also, wenn die Auswahl an heimischen Gemüsen und Obst zwar vielfältiger, jedoch weniger für das Auge aufbereitet wäre? Dann gäbe es zwar viele Apfelsorten mehr, doch einige mit Flecken und Dellen oder gar ein wenig verrunzelt. Gesünder wahrscheinlich, aber deshalb mehr gegessen? Glaube ich nicht. Noch mehr Angebot würde doch nur noch mehr überfordern.
Wie wäre es, wenn es keine Importware mehr gäbe? Also auf so manch eine Ananas, Kiwi, Mango oder Banane möchte ich nicht verzichten. Auch nicht, wenn mir hundert verschiedene Äpfelsorten zur Verfügung stehen. Ein Apfel ist eben doch “nur” ein Apfel, obwohl er gut schmeckt - zwischendurch. Mit dem Angebot an Lebensmitteln bin ich generell sehr zufrieden, man bekommt doch alles, was man braucht und noch viel mehr. Man muss auch gar nicht überall zulangen.










Wie wäre es, wenn es keine Importware mehr gäbe?
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Eine Kathastrophe!
Es wäre fatal für mich, denn ich habe eine Obstallergie, die sich aber nur bei Äpfeln, Birnen, Pflaumen, Kirschen und Pfirsiche zeigt.
Bananen, Kiwi, Ananas etc. kann ich ohne Probleme verspeisen.
Ansonsten kann ich Dir nur zustimmen.