Der Weg ist das Ziel

Wanderungen sind nicht jedermanns Sache. Jedermann hatte letzte Woche auch Namen – nämlich die meiner zwei Buben im Alter von 11 und 9 Jahren. Ehrlich gesagt, habe ich in diesem Alter auch andere Vorstellungen eines Urlaubs gehabt. Kinder wollen sich nicht in dieser Form erholen, sie erkennen sie auch noch gar nicht.

Das Ziel der ersten Wanderung auf der Hochrindl war das Weiße Kreuz auf 1805 m. Von unserer Almwohnung aus eine Gehstrecke von rund 4,5 Stunden hin und zurück. Das sollten auch an und für sich wanderunlustige Kinder gut verkraften, wobei genug Zeit für Pausen, Jausenstation, Spaß und Spielereien bleibt. Unterwegs waren wir immerhin knapp über 8 Stunden.

In all diesen Stunden wurde miteinander geredet, auch heikle Themen angesprochen, gelacht, gescherzt, über die Pflanzenvielfalt gestaunt, Schmetterlinge, Kuhherden und anderes Getier beobachtet, riesige Ameisenhaufen bewundert, eifrig geschnitzt, fotografiert … und natürlich auch hin und wieder ob der Strapazen ausgiebig gejammert. Ich sehe die Kinder selten so viele Stunden am Stück in dieser Begeisterung, in dieser Tatkraft und in dieser herrlichen Einigkeit mit sich und mit mir.

Unser Ziel war ein Holzkreuz und eine herrliche Aussicht. Die Kinder fragten mich, wozu sie HIER hin wandern mussten. Welch unsinnige Aktion, hier gibt’s nix – außer dieses Kreuz!

Der Weg ist das Ziel – liebe Kinder, und wir hatten einen langen gemeinsamen Weg an diesem Tag!

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  1. günther
    schreibt am 03.August 2007 um 18:07

    über Stock und Stein und mit Kind und Kege.
    Ich hätte mir einen solchen Tag sehr in Erinnerung bewahrt. Meine Eltern machten mir solche Erfahrungen nicht möglich, weil es sie so nicht gab. In ein paar Jahren werden die Buben vielleicht ganz anders darüber nachdenken ? Gott sei Dank sagen ?
    Man soll der Zeit die Zeit lassen.
    Recht liebe Grüße
    günther

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