Ich habe ein kränkeldens Kind zu versorgen! Nicht, dass ich DAS nicht will, aber nicht bei so einem Wetter! Ich will raus!
Ich hoffe, morgen geht es ihm wieder besser. Ein Magen- Darmvirus hat unsere Familie schon eine Weile fest im Griff. Es trifft jeden von uns … außer mich, weil ich ohnehin schon seit Wochen meinen Magen mit Medikamenten füttere.
Aus der Natur gibt es ebenfalls Hilfe für solche Beschwerden: Kamille zum Beispiel, aber auch Basilikum, Oregano, Rosmarin, Eibisch und bestimmt noch viele mehr. Wie gut, dass ich mich aus dem Kräutergarten bedienen kann.
Die Kunde über die Heilkraft der Kräuter lässt sich bis in Urzeiten der Menschheit zurückführen. Jede Hausfrau, die Kräuter über Salate streut, mit Gewürzen und Kräutern exquisiten Speisen erst ihr unnachahmliches Credo verleiht, handelt demnach im Sinne jahrtausende alter Traditionen. Denn diese edlen Zutaten, die uns die Natur kostenlos zur Verfügung stellt, beinhalten weitaus mehr als Geschmacksverfeinerungen. Alle Kräuter sind gleichzeitig auch Heilkräuter. Archäologen fanden auf Pfahlbauten aus der Jungsteinzeit Reste von Mohn und Kümmel.
Mit sicherem Instinkt nutzten Naturvölker die Heilkräfte der Pflanzen. Dass sich um manche Pflanzen so Sagen und Geschichten ranken, verwundert wenig. Knoblauch soll etwa böse Geister abwehren oder die unzähligen Geschichten über Liebeszauber und das Erhalten ewiger Jungend sind nur zwei Beispiele dafür. Heute kann man wissenschaftlich erklären, dass manche Pflanzen eben aufgrund eines Schwefelgehaltes antibakteriell wirken oder gewisse Düfte bestimmte Gemütsstimmungen hervorrufen.
Die ältesten Heilkräuterkundler waren in China beheimatet. Um 3700 v.Chr. beschrieb der chinesische Kaiser Shin-Nong im ersten bekannten Heilpflanzenbuch mehr als 200 Kräuter. *Die Kraft deines Körpers liegt in den Säften der Kräuter* schloss er daraus. Die Assyrer, Chaldäer und Ägypter beschäftigten sich ebenfalls in hohem Maße mit Kräutern. Die große Zeit der Kräuterkundigen brach dann aber in der griechischen und römischen Antike an. Dieses Wissen war nahezu 2000 Jahre lang die Basis der abendländischen Medizin. Der berühmte Arzt Hippokrates (460 - 337 v.Chr. setzte nachweislich gezielt Pflanzen zur Unterstützung seiner Therapien ein. Der *Vater der Botanik* Theophrastus (372 - 287 v.Chr.) verfasste ebenso wie Aristoteles eine umfangreiche Heilpflanzenlehre. Die gesamte europäische Heilpflanzenkunde hat sich aus dieser Literatur entwickelt. Ein bedeutender Kräuterforscher des Altertums war auch der im kleinasiatischen Pergamon geborene Arzt und Philosoph Claudius Galenus, der durch seine Selbsterprobungen Aufsehen erregte. Es würde hier den Rahmen sprengen weitere historische Persönlichkeiten aufzuzählen.
Schließlich wurde vor allem durch Klostergärtner dieses Wissen über die Alpen in unseren Raum getragen.
Nicht nur die Medizin beschäftigte sich mit Kräutern. Von der griechischen Dichterin des klassischen Griechenland ist bekannt, dass sie ihr Haar mit Majoran salbte und die Kniekehlen mit Minze einrieb. Kleopatra soll den Duft von Nelken und Zimt bevorzugt haben. Wellness und Kosmetik standen auch damals schon hoch im Kurs.
Heute besteht die Möglichkeit, Kräuter in Labors chemisch zu analysieren und die Wirkstoffe zu extrahieren. So werden die wirkungsvollen Inhaltsstoffe bestätigt. Ätherische Öle, Bitterstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und viele andere Substanzen verbergen sich in nur einer Pflanze.










RSS-Feed dieser Kommentare