F.X. Mayr - 21 von 42

Kaum zu glauben, drei Wochen sind nun schon vergangen, seit dem ich mancherlei Lebensmitteln abgeschworen habe. Zumindest für eine Zeitlang. In dieser Zeit tut sich allerhand.

Abgesehen davon, dass sich der gesundheitliche Allgemeinzustand durch die Fasterei ungemein verbessert hat, meine Kopfschmerzen wie weggezaubert sind, sich keine Magenschmerzen einfinden, die Verspannungen sich in Luft aufgelöst haben wird auch der Geist frei. Ich fühle mich so locker, frisch und offen wie schon lange nicht mehr und meine Konzentration ist um einiges erhöht.
Außerdem genießt man wieder mit allen Sinnen. Ich rieche plötzliche wieder Dinge, die ich schon gar nimmer wahr genommen habe. Und ich schmecke! Seit fünf Tagen esse ich wieder Kleinigkeiten, langes Kauen ist immer noch sehr wichtig. Der Geschmack eines weich gekochten Eies ist herrlich! - geht sonst im Sonntagsfrühstück eher unter. Ein Stück geräuchertes Forellenfilet - intensiv und doch fein. Reis mit Stangensellerie gedünstet, einige Streifen Parmesan - ein Gedicht!
Die genaue Essphilosophie, die hier dahintersteckt, möchte ich nun nicht dokumentieren. Das ist zu langwierig. Im Großen und Ganzen bleibt die Ernährung eine Weile noch ziemlich monoton. Magen, Leber und Darm müssen sich erst wieder vom “Urlaub” während der Fastentage ans Arbeitsleben gewöhnen.
Meine Befürchtungen, dass ich ohne Kaffee niemals leben kann, waren unbegründet. Das ist für mich eine echte Errungenschaft und ein richtiges Aha-Erlebnis. Ich habe nicht mit Kaffee gelebt, sondern der Kaffee mit mir - er hat es aber mengenmäßig ziemlich übertrieben.
Die F.X. Mayr Kur ist zum Abnehmen zwar nicht wirklich geeignet, aber natürlich verliert man an Gewicht. In drei Wochen sind es nun immerhin sechs Kilo! Ein zusätzlicher Bonus, über den ich mich nicht beschweren kann.

In dieser Zeit denkt man viel über seine Lebensgewohnheiten und auch über seine Essmuster nach. Plötzlich fällt es wesentlich leichter, korrigierend einzugreifen. Ich bin überzeugt davon, dass ich nach den nächsten drei Wochen, dem Kurende, bestimmt nicht rückfällig werde. Heißt nicht, dass ich mir nichts mehr gönne und die Lust am Genuss verlieren werde - sondern nur, dass sich das Bewusstsein für das Gute, das man sich täglich schenken kann, ein wenig gestärkt ist.

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