Zeit der Einkehr und Besinnung. Das Fasten ist in fast allen Kulturkreisen bekannt und wird auch weitreichend praktiziert. Meist befristet sich dieser tiefsinnige Brauch auf eine bestimmte Zeit. Im Christentum sind dies vor allem die Freitage, bestimmte Tage vor hohen kirchlichen Festen und vor allem die Karwoche vor den Osterfeierlichkeiten. Streng genommen auch die 40 Tage von Aschermittwoch bis Ostersonntag. An manchen Tagen wurde oder wird auch nur auf gewisse Speisen - meist Fleisch - verzichtet. In manchen Regionen muss auch das Vieh mitfasten.
In der mittelalterlichen Zeit wurde die Fastenzeit streng eingehalten und bestenfalls durch eine Sättigung am Tag unterbrochen. In vielen Haushalten, vor allem bei den reicheren Schichten, entwickelten sich dafür eigene Fastenspeisen. Ursprünglich bestanden diese nur aus Wasser und Mehl, doch die Hausfrauen waren auch damals schon sehr kreativ. Typische Fastenspeisen waren oder sind Laugengebäck, Beugel oder etwa Salzgebäck. Nennenswert sind hier auch die Klosterküchen, die schon auch aus eigenen Teichen Fische zubereiteten. In Klöstern wurde übrigens auch das bekannte Klosterbier gebraut, wodurch diese Einrichtungen hohe Gewinne erzielten.
Neben dem Fasten und dem damit verbundenen Essverbot, bestand jedoch das Gebot vermehrt zu beten. Spirituell gesehen kann übermäßig langes Fasten psychische Ausnahmezustände verursachen. So waren Visionen oder hellseherische Fähigkeiten nicht selten. In diesem Zusammenhang war Nüchternheit auch Vorbedingung für magische Handlungen. So gesehen war die Fastenzeit auch Geisterzeit - es wird vom Schimmelreiter, vom Feuermann und der weißen Frau erzählt.
So streng wie seinerzeit wird die Fastenzeit heute nicht mehr gesehen, doch man besinnt sich gerne auf diese. Heute auch im Hinblick darauf, nach Zeiten der Völlerei seiner Figur etwas Gutes zu tun. Mystiker und Esoteriker schwören im Zusammenspiel mit spirituellen Riten auf die Reinigung der Seele, die durch die selbst auferlegte Nahrungsverweigerung erreicht werden soll.
Ich faste heuer auch wieder einmal recht streng, mehr oder weniger aus gesundheitlichen Gründen… zur Zeit geht es noch recht locker zu, doch gerade dabei ist die Versuchung ein Feind. Ich freue mich schon richtig auf meine Hauptkur (nach F.X. Mayr - mehr dazu im letzten Beitrag). Ich bin davon überzeugt, dass gänzlicher Verzicht wesentlich leichter ist als eine Einschränkung.










Hallo Isa!
Fasten ist derzeit schwer für uns möglich, weil zumindest eine Geburtstagsfeier ansteht.
Für Deine Kur wünsche ich Dir guten Erfolg!
Lemmie
Hallo!
Fasten ganz nach dem Motto: Entweder alles oder nichts, keine halben Sachen. Aber wo und warum sollten die Vieher mitfasten? Bei mir gibt es in der “Fastenzeit” weniger (keine) Süssigkeiten.
Gruss schlagloch.