Nikolaus, Krampus, Percht, Knecht Ruprecht, Weihnachtsmann, Coca-Cola-Werbeträger, Christkind. Im Laufe der Zeit sind nicht nur Kinder verwirrt, wer denn nun wann und warum Geschenke bringt.
Die Guten:
Morgen wird der Hlg. Nikolaus verehrt. Seine Geschichte geht auf die Wikung in der ersten Hälfte des 4. Jahrhundert als Bischof in Myra/Demre in der Türkei zurück.
Schon zu Beginn des ersten Jahrtausend wurde er im griechischen Osten verehrt, wobei die Kaisertochter Theophanu dafür mehr oder weniger Sorge trug.
Das Brauchtum bekundet die Nikolausbescherung im Mittelalter. In Klosterschulen wurde ein (Kinder)Bischof aus dem Kreise der Schüler gewählt. Seine Aufgabe war es, die braven Kinder zu beschenken und die unartigen zu bestrafen.
Lange Zeit hielt sich auch der 6. Dezember Bescherungstag in der Weihnachtszeit.
Der Nikolaus trägt Bischofsgewandung, wichtig demnach die Mitra. Das Bild zeigt den Hlg. Nikolaus vor der Kirche in Myra, die ich vor zwei Jahren besichtigte.
Zu Reformationszeiten Luthers wurde das Christkind erfunden, weil die Protestaten katholische Heilige im Allgemeinen ablehnten - und gleichzeitig der Bescherungstag auf den 24. bzw. 25. Dezember verlegt.
Im 19. Jahrhundert übernahmen immer mehr Katholiken diesen Brauch und fügten den Adventkranz und den Christbaum hinzu.
Naja - die Protestanten grenzten sich wiederum ab und verbreiteten die Vorstellung des Weihnachtsmannes. Erwähnt ist hier das bekannte Lied von Hoffmann von Fallersleben aus dem Jahr 1835 “Morgen kommt der Weihnachsmann”. Einige Jahre später stellte Moritz von Schwind ihn erstmals - wohl an die Nikolausfigur angepasst - malerisch dar. Ein alter bärtiger Mann mit rotem Mantel. Der Auswanderer Thomas Nast “erschuf” 1863 den amerikanischen Santa Claus mit seinem Rentierschlitten. Der Name leitet sich vom holländischen Sinterklaas ab.
Und dann kreierte der Grafiker Sunblom in den 20iger Jahren den Coca-Cola-Mann, der sich in populärster Weise in die Kinderherzen einschlich.
Die Bösen mit Charme:
Als bestrafender Begleiter des Nikolaus wurde im 17. Jahrhundert der Krampus aus der Perchtenschar herausgelöst. Krallen (crampa), Hörner, langer Schwanz und eine Rute sind seine Merkmale - dennoch ein Untergebener des Nikolaus, der ihn fest im Griff hat. Mit dem Teufel haben übrigens weder die Percht noch der Krampus etwas gemein. Beide stehen trotz ihrer bösartigen Rolle im Endeffekt für das Gute.
In verschiedenen Gegenden entwickelten sich ähnliche Spezialperchten - in Österreich, Norditalien und Süddeutschland hat sich dieser Brauch bis heute erhalten.
Luther - der ja katholische “Erfindungen” nicht akzeptierte und heidnische schon gar nicht - schickte den Knecht Ruprecht in Deutschland mit Geschenken los. Er vereint den Nikolaus und den Krampus mehr oder weniger, verteilt Geschenke, hat aber auch eine Rute im Gepäck. Verwandt sind sie jedoch keinesfalls.
Die Hässlichen und Schönen:
Die Perchten sind vom Ursprung her zwischen den Jahren unterwegs. Sie entstanden bereits in der Antike. “peraht” bedeutet prunksüchtiges Weib. Oft sind sie auch doppelgesichtig und wenige spezielle Perchten (z.B. eben der Krampus) sind von den Katholiken aus dem heidnischen Glauben abgewandelt.
Perchten wachen über die Feiertags- und Arbeitsruhe und vertreiben dunkle Mächte. Hinter der Dunkelheit vermutete man böse, finstere Dämonen, die man mit ebenso Hässlichen bekämpfen könnte. Bis in die Frühlingsmonate sollten sie es dann auch endlich geschafft haben, die frühe Dunkelheit dieser Tage zu verscheuchen - dann tritt die Schönpercht in Aktion und sorgt für Fruchtbarkeit.

Heute nimmt man das wohl alles nicht mehr so genau, das Bauchtum, der Volksglaube wird dennoch weitgehend erhalten… interessant ist es allemal.










Ob Ruprecht, Krampus, Weihnachtsmann oder Nikolaus …das sind alles keine Leute , um kleine Kinder zu erschrecken. Die müssen sich wiederum irgendwelche Psychologen oder Kindergärtnerinnen ausgedacht haben …smile
Schön finde ich aber Deine Aufarbeitung der Guten und der Bösen. Nun weiß man endlich Bescheid wer denn nun wer ist. Du hast recht, es herrschen da regional sehr unterschiedliche Bezeichnungen und letztlich kommt dabei eine Gleichsetzung ohne Differenzierung heraus wie bei mir …lach.
Ich werde mir nun merken, dass der Nikolaus eine Bischofsmütze trägt und die Weihnachtsmänner von Coca Cola oder Karstadt kommen;-)), der Krampus in Klagenfurt nicht gebraucht wird und in Gelsenkirchen der Knecht Ruprecht freie Durchfahrt hat.
Wie auch immer, hoffentlich geizen sie nicht so mit den Gaben. War, so glaube ich, auch immer lieb…sagt jedenfalls Xmas. Bei den anderen bin ich mir nicht ganz so sicher.
Einen geruhsamen Nikolausabend wünscht Euch
Lucki