Seit dem 15. Jahrhundert wird am 4. Dezember - so sagt der Brauch - ein Obstbaumzweig, vornehmlich ein Kirschzweig, geschnitten und in eine Vase im geheizten Zimmer zu stellen. Blüht nun dieser Zweig genau zum Weihnachtstag ist das als gutes Zeichen für die Zukunft zu sehen. Manchmal schneidet auch jedes Familienmitglied einen eigenen Zweig mit Zetteln versehen ab. Derjenige, dessen Zweig nun blüht, dessen Wünsche gehen in Erfüllung.
Die Barbarazweige halten mancherorts auch als Liebesorakel her. Mädchen schneiden mehrere Zweige eines Kirschbaumes und versehen diese mit Namenszettel von potentiellen Verehrern. Derjenige, dessen Zweig nun blüht ist der Auserwählte. Die Blüten müssen allerdings bis zum Weihnachtstag aufgegangen sein, sonst gilt das Mädchen als unkeusch und unrein.
Rein theoretisch betrachtet ist die Zeitspanne vom 4. bis 24. Dezember genau darauf ausgerichtet, bei angemessener Temperatur die Zweige blühen zu lassen. Geht diese Rechnung nicht auf - wird wohl was dran sein, an den Gerüchten. Oder die Zimmertemperatur hat diesmal einfach nicht gepasst!
Zur heiligen Barbara:
Sie ist die Schutzpatronin der Architekten, Gefangenen, Feuerwehrleute, Bauarbeiter, Verwundeten, für das Wetter und für Bergleute. (Aufzählung nicht vollständig!). Sie lebte im 3. Jahrhundert in Kleinasien nördlich von Istanbul (Izmit). Eine Legende besagt, dass der Vater die überaus schöne Barbara in einen Turm einsperrte, wenn er verreiste, um sie am heiraten zu hindern. Sie war sehr unglücklich über dieses Misstrauen des Vaters und suchte ihr Glück im christlichen Leben, ließ sich heimlich taufen. Als der Vater nun einmal von einer Reise zurückkehrte, sah er, dass im Turm nun drei statt zwei Fenster eingebaut waren. Barbara gestand ihm ihren Glauben und erklärte, dass die drei Fenster das Symbol für die Dreifaltigkeit wären. In Zeiten der Christenverfolgung reagierte ihr Vater mit einem Verrat an der eigenen Tochter. Sie musste für ihren Glauben sterben, den Vater erschlug unmittelbar nach ihrem Tode der Blitz.
Das Brauchtum der Barbarazweige wird in ihrer Gefangenschaft begründet. In ihrer Zelle soll sie einen Kirschzweig mit Wasser befeuchtet haben, um ihn zum Erblühen zu bringen, was ihr in den letzten Tagen vor ihrem Todesurteil Trost spendete.










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