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Das Parfüm …

… Die Geschichte eines Mörders, Patrick Süskind, 1985

Im Herbst ist es so weit - der Kinofilm naht. Ich bin schon auf die Umsetzung gespannt und eher skeptisch. Ich kann mir nicht vorstellen, diesen Inhalt in einem Drehbuch so zu gestalten, dass er die vielschichtigen Interpretationsmöglichkeiten offen lässt.

Das Buch selbst habe ich einige Male in den letzten Jahren gelesen. Faszinierend und eindeutig auf sprachlich-beschreibender Basis ein Lesevergnügen. Die facettenreiche Hauptfigur Jean-Baptiste Grenouille - bizzar, schockierend, teuflisch, furchterregend, leidvoll, schicksalbehaftet - formt dennoch keinen Krimi, keinen Horrorstoff. Alleine das zeugt von einer Meisterleistung in Sachen Erzählkunst. Süskind wählt dabei den auktorialen Erzählstil - er stellt sich allwissend über seine Figuren, beschreibt verschiedene Handlungen zeitgleich, beschreibt Vergangenheit und Zukunft. Eingangs gibt er zu erkennen, dass er als Erzähler aus der Gegenwart spricht. Interessant ist auch, dass er die direkte und die indirekte Rede verwendet. Das hat teilweise eine vermittelnden Effekt zwischen Leser und den Figuren.

Das Parfüm, Süskind

Über den Inhalt möchte ich hier nicht viel schreiben - eigentlich gar nichts - die Spannung soll ja nicht vorweggenommen werden. Auch meine eigenen Gedanken zum Stoff würden wahrscheinlich die Erstwirkung beeinflussen. Obwohl ich selbst fast ein Buch darüber schreiben könnte - wenn ich nur schreiben könnte ;-)

Neuerdings ist “Das Parfüm” Pflichtlektüre in Schulen. Ich hoffe, Lehrer stehen ihren Schülern in Interpretationsdiskussionen hilfreich zur Seite. Seit dieses Buch Schulstoff ist, gibt es selbstverständlich auch Interpretationshilfen im Handel.
Unumstritten ist dieses Buch ja nicht. Auf einige Leser wirkt es “nur” abscheulich und ist literarisch gesehen keinen Cent wert.

  1. schreibt am 14.August 2006 um 09:01

    Echt, es gibt leute die “Das Parfüm” als quasi unwert empfinden? Das erstaunt mich! Ich habe es selber auch mehrmals gelesen und war jedesmal fasziniert. Gut erinnern kann ich mich noch, dass Süskind viele Szenen unter dem Gesichtspuntk verschiedener Sinneseindrücke beschrieben hat. Also was man sieht, riecht, hört, spürt … Damit wird eigentlich fast jede/r LeserIn angesprochen.
    Für mich fällt es jedenfalls unter gehört gelesen :-).
    liebe Grüße,
    Karin

  2. schreibt am 14.August 2006 um 21:00

    dem kann ich mich nur anschließen. Ich hab es in Abständen von 10 Jahren zweimal gelesen und beim zweiten Mal hat es mir noch besser gefallen.
    Aber es muß ja auch nicht Jedem gefallen:-)
    viele Grüße Barbara

  3. schreibt am 14.August 2006 um 22:37

    Auch ich habe das Buch schon mehrmals verschlungen. Und jedesmal wieder zieht es mich absolut in den Bann.
    Vor einigen Monaten habe ich mal das Hörbuch angehört. Vorgelesen von Gert Westphal, der mich auch so richtig begeistert hat.
    Und nun warte ich auch sehnsüchtig auf den Film … und bin genauso skeptisch, weil ich mich frage, wie man so viele Sinneseindrücke im Bild wiedegeben kann.
    Lassen wir uns doch einfach überraschen …

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