In der orientalischen Volkskunde steht der Begriff Nazar für den bösen Blick. Dem Glauben nach bergen alle Menschen mit (hell)blauen Augen diesen unheilvollen Schadenzauber in sich. Als Gegenzauber wird ein ebenfalls blaues Auge eingesetzt: das Auge der Fatima.
In der Türkei sah ich häufig in Taxis, öffentlichen Verkehrsmittel oder hinter dem Innenspiegel eines LKWs einen Anhänger mit diesem Symbol oder auch über Eingänge zu Wohnungen oder Geschäften. Viele Menschen tragen es als Schmuckstücke am Körper. Das Auge der Fatima ist eigentlich allgegenwärtig und muss somit große Kraft besitzen. Nicht nur gegen den bösen Blick, sondern auch als Schutz vor dem Dschinn, ein dämonartiges Fabelwesen aus der arabischen Mythologie. Wobei hier vorallem die Hand der Fatima Abwehrschutz bieten soll. Diese Hand ist ebenfalls blau mit dem Auge in der Mitte und silbener Fassung.
Fatima – die Herrin unter den Frauen der Welten – war die vierte und jüngste Tochter des Propheten Mohammed mit seiner ersten Frau Chadidscha. Sie wird als sündenfreie Jungfrau verehrt.
In Touristensouvenirläden werden solche Symbole in vielen Formen angeboten. In der Nähe des Strandes westlich von Side kann man zahlreiche Meeresschildkröten beobachten. Dieses Tier ist wohl deshalb ebenfalls eine Art “Wahrzeichen” der Stadt. Und es ist daher klar, dass diese beiden Motive gerne kombiniert werden …
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