Beiträge der Kategorie 'Poesie'

Die Rose blüht

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Die Rose blüht, ich bin die fromme Biene,
Die in der Blätter keuschen Busen sinkt,
Und milden Tau und süßen Honig trinkt,
doch lebt ihr Glanz und bleibet ewig grüne.
So singt mein tiefstes Freudenlied,
Ach meine Rose blüht!

Die Rose blüht, o Sonnenschein verziehe,
Daß lange noch der leibe Sommer währt,
Und mir kein Sturm die süße Lust versehrt,
Daß all mein Heil aus dieser Rose blühe
So freut sich innig mein Gemüt,
Weil meine Rose blüht!

Die Rose blüht, und lacht vor anderen Rosen,
Mit solcher Huld, und Liebesmildigkeit,
Daß gern mein Sinn sich zu der Pflicht erbeut,
Mit anderen Blumen nie mehr zu liebkosen,
Weil alle Liebe, die erglüht,
Aus dir du Rose blüht!

Clemens Brentano, 1778 - 1842

Ode an die Rose

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Rose, Wunder aller Blumen, die blühen,
jedes Blatt ein Zeuge der Liebe.
Selbst die himmlischen Mächte erfreuen sich ihrer.
Sie ist die junge Leidenschaft der Aphrodite,
sie ist der Liebling der Cythere,
die Schläfe mit Blumenblättern umkränzt
und mit ihrem süßen Parfüm
macht sie ihre Herren trunken.

Anakreon, 580-495 v. Chr.

Die Lilie blüht (Brentano)

Lilie

Die Lilie blüht, ich bin die fromme Biene,
Die in der Blätter keuschen Busen sinkt,
Und süßen Tau und milden Honig trinkt,
Doch lebt ihr Glanz, und bleibet ewig grüne
So [ist] dann selig mein Gemüt
Weil meine Lilie blüht!

Die Lilie blüht, Gott, laß den Schein verziehn,
Damit die Zeit des Sommers langsam geht,
Und weder Frost noch andre Not entsteht,
So wird mein Glück in dieser Lilie blühn,
So klingt mein süßes Freudenlied:
Ach, meine Lilie blüht!

Clemens Brentano 1778 - 1842

Mohnblumen (Bierbaum)

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Sommer

Wenn im Sommer der rote Mohn
wieder glüht im gelben Korn,
wenn des Finken süßer Ton
wieder lockt im Hagedorn,
wenn es wieder weit und breit
feierklar und fruchtstill ist,
dann erfüllt sich uns die Zeit,
die mit vollen Massen misst.

Dann verebbt, was uns bedroht,
dann verweht, was uns bedrückt,
über dem Schlangenkopf der Not
ist das Sonnenschwert gezückt.
Glaube nur, es wird geschehn!
Wende nicht den Blick zurück!
Wenn die Sommerwinde wehn,
werden wir in Rosen gehn,
und die Sonne lacht uns Glück!

Otto Bierbaum, 1865 - 1910

Mohnblumen (Löns)

Mohn
Mit roten Feldmohnblumen
Hatt’ ich dein Haar geschmückt,
Die roten Blumenblätter
Die sind nun alle zerdrückt.
Du bist zu mir gekommen
Beim Abendsonnenschein,
Und als die Nacht hereinbrach,
Da ließest du mich allein.

Ich höre die Stille rauschen
Und sehe die Dunkelheit sprühn,
Vor meinen träumenden Augen
Purpurne Mohnblumen blühn.

Hermann Löns, 1866 - 1914

Vom Ursprung der Rose

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Den Rosenzweig benagt ein Lämmchen auf der Weide,
Es tuts nur sich zur Lust, es tuts nicht ihm zuleide.
Dafür hat Rosendorn dem Lämmchen abgezwackt
Ein Flöckchen Wolle nur; es ward davon nicht nackt.
Das Flöckchen hielt der Dorn in scharfen Fingern fest;
Da kam die Nachtigall und wollte baun ihr Nest.
Sie sprach: “Tu auf die Hand und gib das Flöckchen mir,
Und ist mein Nest gebaut, sing ich zum Danke Dir”.
Er gab, sie nahm und baut, und als sie nun gesungen,
Da ist am Rosendorn vor Lust die Ros entsprungen!
Friedrich Rückert, 1788-1866

Lied des Dichters

Frühling
Kirschblüte

Sonnenschein und Blumenbeete,
Alle Blüten sind ja dein!
Denk’ nicht dran, wie oft verwehte,
Was so schön im Frühlingsschein!
Weiß und rote Apfelblüten
Breiten über dich ihr Zelt;
Kümmert’s dich, daß Stürme wüten
Und die Pracht zu Boden fällt?

Willst du gar nach Früchten fragen
In des Baumes Blütezeit?
Warum seufzen, warum klagen?
Kommt ja ohnehin das Leid!
Mögen bied’re Vogelscheuchen
Klappern doch auf ihrer Stang’,
Schöner als ein ängstlich Keuchen
Klingt ein lust’ger Vogelsang.

Warum nur den Sperling jagen
Von dem reichen Apfelbaum?
Mag als Sanglohn ihm behagen,
Daß dein Hoffen blieb ein Traum?
Glaube, du gewinnst beim Tausche,
Hast du statt der Frucht Gesang;
Denke, daß die Zeit verrausche! –
Auch die Jugend währt nicht lang.

Ich will leben, ich will singen,
Bis die letzte Hecke kahl.
Mag, wer will den Acker düngen
Mit den Blättern, gelb und fahl!
Auf den Zaun denn! draußen schimmert’s,
Jedes Tierlein sucht sein Fest;
Mir die Blumen; wen bekümmert’s,
Wer da nimmt den toten Rest!

Henrik Ibsen, (1828 - 1906), norwegischer Dramatiker

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