orange Gedanken- und Fotofussel

Alltägliches, Besonderes und die Fussel dazwischen.

Archiv vom September, 2006

Frauensache Pflegeurlaub

Montag, 25. September 2006, 9:25 UhrKOMMENTIEREN

Zur Erziehung eines Kindes braucht es ein ganzes Dorf
Sprichtwort aus Afrika.

Bei uns sieht es aber eher so aus, dass es nur die Mutter braucht. Zumindest dann, wenn es um die alltäglichen Belange geht. Der Mann ist auch nach jahrelangem Versuch einer Gehirnwäsche der Versorger. Mütter gelten immer noch als karrieresüchtig und familienfeindlich, wenn sie es wagen einen guten Job auszuüben, der eben auch seine Zeit einfordert.
Dass der Zuverdienst der Frauen in den Familien oft genug eine wirtschaftliche Notwendigkeit ist, kann man ja verdrängen – wie es gerade in einschlägige Diskussionen passt.

Familie und Beruf ist eine Gratwanderung.

Das Problem haben wir zwar ganz gut gelöst doch es gibt immer wieder Tage, an denen ich buchstäblich zwischen zwei Stühle sitze. Karrieressüchig in dem Sinn bin ich zwar nicht, mit dem Halbtagsjob auch nicht überfordert – aber ich würde chon gerne dringende Dinge im Büro zeitgerecht erledigen. Dafür werde ich schließlich bezahlt.

Wochenlang war ein Termin für heute Vormittag angesetzt, ich habe mich darauf gut vorbereitet und ich möchte auch gerne als verlässlich gelten.
Und nun bin ich zu Hause – der Kleine wacht mit Fieber auf und klagt über Halsschmerzen. Es gibt überhaupt keine Wahl. So selbstverständlich man sich um seine Kinder kümmert, so schwer fällt es, den Ruf einer berufstätigen Mutter zu bestätigen.

Mein Mann hat vormittags ebenfalls wichtige Termine und kann erst ab Morgen zu Hause bleiben. Aber da ist MEINE Sache bereits gelaufen…

100 Tage

Freitag, 22. September 2006, 17:12 UhrKOMMENTIEREN

Vor KURZEM habe ich hier den 100. Tag des Jahres erwähnt. Ab heute sind es nur mehr 100 Tage bis zum Jahresende.

Ich habe ein echtes Problem mit der Zeit, sie zerrinnt wie Zucker im Kaffee.

Klassenforum

Donnerstag, 21. September 2006, 20:55 UhrKOMMENTIEREN

Erschreckend und doch gar nicht so überraschend – eigentlich.
Von 28 Schülern kamen 5 Elternteile zum Klassenforum. Den Rest interessiert es anscheinend nicht, was im neuen Schuljahr auf die Kleinen zukommen wird.
So ist das heutzutage. Aber auf das Bildungssystem schimpfen, Elternbeteiligung exklusive…. :-(

Überlass es der Zeit (Fontane)

Mittwoch, 20. September 2006, 17:56 Uhr1 KOMMENTAR

geb. 30. Dezember 1819 in Neuruppin; gest. 20. September 1898 in Berlin; Apotheker, deutscher Schriftsteller; poetischer Realismus;

Überlaß es der Zeit

Erscheint Dir etwas unerhört,
bist Du tiefsten Herzens empört,
bäume nicht auf, versuch es nicht mit Streit,
berühr es nicht, überlaß es der Zeit.
Am ersten Tag wirst Du feige Dich schelten,
am zweiten läßt Du Dein Schweigen schon gelten,
am dritten hast Du es überwunden;
alles ist wichtig nur auf Stunden,
Ärger ist Zehrer und Lebensvergifter,
Zeit ist Balsam und Friedensstifter.

Der ideale Mann

Donnerstag, 14. September 2006, 19:22 UhrKOMMENTIEREN

Gestern habe ich geschrieben, dass Ehemänner mitunter recht nützlich sein können. Nach über neuen Jahren Ehe kann ich das ehrlich bestätigen.

Von Kind an hatte ich vor, keinesfalls zu heiraten. Bis Mitte 20 war an diesem Entschluss nicht zu rütteln – und dann begann die Zeit als ich lauter glückliche Familiengründungen im Freundeskreis beobachten konnte. Da muss also doch etwas dran sein! Einige Jahre schwankte ich und überlegte, ob ein Ehemann denn wirklich zweckmäßig ist. Nach langem Für und Wider und reiflichster Überlegung kam ich zum Entschluss: ER IST! Wenn nicht zweckmäßig, dann doch zeitweilig praktisch und angenehm – und nützlich wie sich später heraussellt *g*.

Mittlerweile stand die 30 schon sehr nahe, die innere Uhr tickt.
Ein Ehemann – aber woher nehmen? Die besten Exemplare stehen schon lange unter Exklusivvertrag und stehlen kommt nicht in Frage. Die Wahl des “idealen Mannes” gestaltete sich nicht einfach.
Am offenen Markt befanden sich lediglich ausrangierte Ritter, trendige Machos, beziehungsarme Neurotiker, dressierte Grizzlybären, müde Wölfe, einsame Jäger und charmante Langweiler im Angebot.

Der ideale Mann aber ist völlig normal!
Äußerlichkeiten sind mir dabei gar nicht wichtig, völlig egal. Die inneren Werte zählen.. obwohl würde ich zwei mit den gleichen inneren Werten finden, hätte der von Schönheit benachteiligte wohl keine Chance. Man will ja schließlich seinen Freundinnen nicht die zweite Wahl präsentieren.

Was täte ich mit einem intoleranten Mann? Das ewige Gemotze wäre unterträglich!
Ein militanter Nichtraucher dürfte es nicht sein. Ich genieße gerne hin und wieder eine Zigarette – und wenn ich schon Genuss erwähne: Genuss erkennt man auch daran, wie jemand seine Speisen zu sich nimmt. Der eine isst, der andere genießt – wenn jemand gutes Essen nicht genießen kann, ist er auch sonst zu nichts zu gebrauchen.
Ein Antialkoholiker kommt auch nicht in Frage! Einen Säufer will ich natürlich auch nicht. Es gibt diese herrlich begnadeten Genusstrinker, die sowohl den kostbaren Tropfen als auch den kostbaren Moment schätzen.
Er soll ein guter Zuhörer sein, der das Niveau der klischeehaften Sprache der Männer überschritten hat. Soll heißen, ab und zu ein Zuspruch in ganzen Sätzen tut schon sehr gut!
Er muss kritikfähig sein und im Gegenzug darf er seine Kritik auch in geeigneten Momenten aussprechen. Aber nur dann! Die falschen Worte im falschen Moment zerstören nicht nur einen gemütlichen Abend.
Sensibilität in Sachen Durchsetzungsvermögen sind nicht von großem Nachteil und werden durchaus positiv belohnt.
Der ideale Mann sollte mir ruhig ein bis zweimal fremd gehen, damit er weiß, was er nicht versäumt hat. Dass ich zwischendurch auch an dem interessiert bin, was ich versäumen könnte, ist doch nur im Sinne der Gleichberechtigung.

Das wären die wichtigsten Ansatzpunkte. Ehrlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und geistige Präsenz in allen Lebenslagen brauche ich ja nicht extra erwähnen. Völlig normal – sagte ich doch schon! Verlange ich zuviel?
Übrigens: Sterne braucht er mir nicht vom Himmel holen – sie sind so unhandlich. Kleine Mitbringsel wie Glitzersteinchen oder hübsch geformtes Edelmetall tun es auch.

Ich habe ihn gefunden – MEINEN idealen Mann! Nicht zuletzt weil er keiner war, der den Fehler hatte, nach der idealen Frau zu suchen….

Kommentare

  • schlaglochzu Aberglaube (Goethe): Hallo Isabella! Als Fotolaie habe ich auf ein Stück Autoreifen oder Reifenspur...
  • Kerstinzu Aberglaube (Goethe): Eine schöne Kombination :-) Die Bearbeitung des Fotos gefällt mir gut! LG, Kerstin
  • PC-Entezu 1 Motiv x 12 – 2010: Ich habe jetzt mal mein März-Motiv online gestellt. http://pc-ente.blogspot.c...
  • Rewolve44zu Aberglaube (Goethe): Das nenne ich eine sureale Arbeit die du da gemacht hast schaut interessant aus,...
  • Frankzu Ausfallshonorar: Wie wahr doch deine Zeilen sind, das Leben treibt es oft sehr bunt mit uns. Ein Thema das...

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